Geschlossene Clubs KÖLN

Prive Club

Hohenzollernring 92, 50672 Köln. Ganz unscheinbar, nahezu versteckt, nur durch einen schmalen Zugang zwischen dem Loom und Diamonds zu betreten, war der Prive Club auf dem Hohenzollernring zu finden. Das Prive ist ein klassisches Lehrstück darüber, wie schnelllebig und gnadenlos der Kölner Hohenzollernring wirklich ist. Mitten in den 2010er Jahren versuchte dieser winzige Keller-Club direkt unter dem kommerziellen Schwergewicht „Loom“, sich als dunkle Alternative zu etablieren. Während sich oben das klassische Ring-Publikum mit Schampus-Flaschen und Wunderkerzen fotografierte, beherbergte das Prive im Untergrund zeitweise die kompromisslose schwule Techno-Party „Gravity“. Doch die Partymeile frisst ihre Kinder, besonders wenn sie nicht ins Hochglanz-Konzept passen. Der Spagat, an einigen Tagen eine rohe, dunkle Techno-Atmosphäre zu bieten und an den restlichen Abenden mit klassischem R’n’B den kommerziellen Durst der Laufkundschaft zu stillen, war auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Heute ist das Prive längst Geschichte. Geblieben sind nur verwaiste Verzeichniseinträge im Netz und alte Partyflyer aus dem Jahr 2016. Ein weiterer dunkler Keller, der vom ewigen Konzept- und Pächterkarussell der Kölner Innenstadt restlos verschluckt wurde.

Acephale

Luxemburger Str. 46, 50674 Köln. Die Bar „Acephale“ eröffnete 19. Juni 2015 im ehemaligen beehive. Eine schwarz gestrichene Fassade und ein großes A deuteten auf den laden hin. Hier kann zu Funk, Soul, HipHop, Elektro oder Techno getanzt werden. Im September 2023 war Feierabend. Das Acephale war durch ihr hervorragendes Musikprogramm bekannt. – Die Wilde Jagd, Max Graef oder Toulouse Low Trax traten dort unter anderem auf. Der Grund für das Ende der Lokalität, die auch ein Label betrieb, ist unbekannt, während der Pandemie initiierte sie aber eine Spendenkampagne, um die laufenden Kosten tragen zu können.

Rose Club

Der Rose Club in Köln geleitete über drei Jahrzehnte mehrere Generationen durch das Abend- und Nachtleben. Während diese alten Klänge nun Geschichte sind, eröffnete in den gleichen Räumlichkeiten der „Geneva Club“. Die heiligen Hallen des Südbahnhofes bieten dem Geneva Club einen hervorragenden Standort mit Tradition. Während man in den alten Gemäuern zu Indie-Rock abfeiern konnte, liegt die zeitangepasste Fortsetzung des neuen Betreibers bei Kraut-Rock, Disko und House. Der neue Club ist ein Ort für alle Facetten der Tanzmusik und fühlt sich dennoch mit dem altem Rose Club verbunden – dort, wo noch Nirvana gespielt hat. Die Neuerungen liegen im Konzept des Musikstils, wodurch viele musikbegeisterte Gäste angesprochen werden. Der Kultstatus, der den Rose Club prägte, wird beibehalten. Kölns ursprüngliches, liebevoll genanntes „wildes Wohnzimmer“ hat nun einen neuen Namen. Die kultigen Hallen am Barbarossaplatz bieten neben extravaganten Sounds auch selbst gemachten Mate-Tee sowie ein besonderes Lichtkonzept. Ambitioniert zurückhaltend, selbstaussagend und kultig. Spektakuläre Nächte sind garantiert.

Geneva Club (ehemals Rose Club)

Als der Rose Club am Barbarossaplatz nach 30 Jahren seine Pforten schließen musste, hinterließ er eine spürbare Lücke im Kölner Nachtleben. Nach kurzem Leerstand ist mit dem Geneva Club ein würdiger Nachfolger in die renovierten und komplett neu gestalteten Räume eingezogen. Hier erinnert nichts mehr an den legendären Vorgänger. Das Programm? Tanzen, Tanzen und noch mehr Tanzen. Alle Facetten der Tanzmusik sollen hier präsent sein, vom Afro-Percussion über House bis zum Krautrock. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig auf elektronischer  Musik. Die DJs werden hier als Kulturschaffende verstanden, deren Sessions schon mal sechs Stunden dauern dürfen. Auch die Getränkekarte ist ausgefallen. Neben anspruchsvollen Alkoholika findet sich auch hausgemachter Matetee auf der Karte. Mit dem koffeinhaltigen Energiespender aus den Anden lässt es sich hervorragend stundenlang feiern. Kein Club zum Absacken sondern eine Anlaufstelle für knallharte Tanzwütige, die ihrer Leidenschaft ungehemmt nachgehen wollen. Nach einer großen Eröffnungsparty im Dezember 2015 und nur vier Monaten „Nachtschwärmerei“ muss der Nachtklub schließen. Mehr Info

Underground
Vogelsanger Str. 200, 50825 Köln

Der trashige Rockclub Underground in Köln Ehrenfeld ist seit Jahren ein bekannter Anlaufpunkt für die alternative Musikszene in der Stadt. Mehrmals pro Woche treten dazu verschiedene internationale sowie regionale Bands aus der Kategorie Alternative / Independent im Club auf. Im Underground gibt es zwei Veranstaltungsräume voller Graffiti sowie zusätzlich eine Kneipe, wo verschiedene Biere und andere Getränke ausgeschenkt werden. Geboten werden fünf Partys pro Woche – immer ab 22 Uhr – fernab von der manchmal doch eher lästigen Mainstream-Musik. So werden unter anderem an diesen Tagen Ska, Punk und auch Reggae im Underground aufgelegt. Aber auch spezielle elektronische Klänge werden bisweilen in dem Alternative-Club gespielt. Der Eintritt zu den wöchentlichen Partys ist dabei immer kostenlos. Zusätzlich zum Veranstaltungsprogramm bietet der Club seinen Besuchern sogar einen ziemlich gemütlichen Biergarten, der vor allem im Sommer ganz schön voll ist. Für private Veranstaltungen und Konzerte können außerdem einzelne Räumlichkeiten im Underground in Köln angemietet werden.

Privilege

Weyerstraße 79, 50676 Köln. 18 Jahre Clubkultur verabschiedeten sich am 7.10.2017 endgültig aus dem Kölner Nachtleben. 

Heinz Gaul

Das Heinz Gaul in Ehrenfeld war über Jahre eine zentrale Institution in der Kölner Clubszene, bevor es 2021 abgerissen wurde. Es hatte sich ab 2012 in einer ehemaligen Lagerhalle etabliert und war bekannt für innovative Partyreihen wie „Feines Tier“ oder „Lichtblick“. Die Schließung kam infolge eines pandemiebedingten Auslaufens des Mietvertrags und machte Platz für ein Bauprojekt mit Wohn- und Büroflächen

Mikro Club, Roxy

Das Roxy, ein weiterer traditionsreicher Club in Ehrenfeld, schloss ebenfalls seine Türen. Es gehört zu einer Reihe von Locations wie das Underground, der Sensor oder die Papierfabrik, die in den letzten Jahren dem steten Wandel des Stadtteils und der Gentrifizierung zum Opfer gefallen sind​