A BEER   NO JOB   WITH GUESTLIST IN   THATS THE WAY   WE SPELL BERLIN

Die CLUBMAP zeigt dir die wichtigen Berliner Clubs, sortiert nach Style und Kiez. Hinter welcher Tür die guten Bars fürs Vorglühen und Ausheulen zu finden sind, sagen wir dir auch. In welchen Parks laufen Open Airs? Steht hier! Check auch mal die Overview zu den Berliner Plattenläden und lösch deinen Spotify Scheiß. Wir haben natürlich einen Festivalkalender, dazu schnieke Bilderserien von Events wie Fete de la Musique oder Republica und Streetart Ausstellungen. Infos zur Clubkultur deutschlandweit kannst du dir auch abholen. On Top gibts Empfehlungen zu Musikreleases und Labelvorstellungen. Die CLUBMAP ist seit 2007 am Start, und Mitorganisator vom ZUG DER LIEBE, OPENAIR TO GO. Wir aktualisieren auch das CLUBKATASTER des Musicboards Berlin.

Die Clubszene Berlins. Abgelutschter als der Hype, dann wieder spannender als man denkt. Immer wieder werden die gemeinsamen Drogenexzesse beschworen, gelacht über das Einpennen im Berghain, das Vollkotzen des Taxis Sonntagnacht und über das ewige +1 auf FB Events gemeckert. Und überhaupt ist Techno sowieso das Leben schlechthin. Zumindest bei Hotze. Aber sonst? Die Berliner Clubkultur hat es geschafft, dass, wenn von Clubs die Rede ist, niemand dabei an Mainstream Diskotheken denkt, sondern direkt an Techno Clubs. Nachdem Techno in den 90ern vorüber gezogen war, kam auch in den 2000ern der Indie Rock mit Bands wie Franz Ferdinand, The Strokes oder White Stripes zurück. Die Szene rund um Loophole, Backyard, Raum für drastische Maßnahmen, Urban Spree und ZKU hat es wunderbarerweise auch geschafft, Kunst & Kultur mit Party zu verbinden.

Techno in Berlin vollzog währenddessen diverse kreative Mutationen von Techno mit Breakcore, Detroit Techno, Doomcore, Dub-Techno, Gabba, Happy Hardcore, Industrial, Minimal Techno, Progressive, Schranz, Speedcore, Tech House, Trance.

Mittlerweile frisst, wie auch in den 90ern, der Erfolg die Szene und gebiert gruselige Auswüchse wie EDM und Neue deutsche Deephouse Welle. Techno wurde in 25 Jahren schon so oft tot gesagt, aber auch dieser Kelch wird vorübergehen. Zudem ist eine neue Generation ist am Start, denen E-Werk, Turbine und Planet zwar nichts mehr sagen, aber die ihre eigenen Idee von Techno entwickeln wie zum Beispiel die Anomalie.

Techno in Berlin erfindet sich aber auch immer wieder neu, und das ist gut so, denn das reine Bewahren passt nicht zu dieser Musik, die ebenso im Wandel ist.

Techno selbst, das vielgepriesene Elixier für Seele und Ohren aber läuft nicht mehr so häufig in dieser Clubszene. Hier muss auch kritisch gefragt werden: Ist es dem jüngeren Clubvolk zu hart? What happens? Vergleicht man die Line ups, so ist brachiales Geschepper mit ordentlich Bass in den wenigsten Locations zu finden. Wenn man sich heute darüber echauffiert, dass im Tresor halb Hellersdorf vertreten ist, dann muss man sich aber auch fragen, warum war ich denn nie da, sondern in den ganzen anderen gehypten Clubs, die gar kein Techno spielen. Ist das wirklich meine Musik, oder mag ich nur diesen Ableton Live Kram? Ist mir Techno eigentlich viel zu rauh und passt nicht zu meiner skinny Jeans? Techno ist ja auch ein Lebensgefühl, so sagt man jedenfalls.

Die Frage stellt sich jedoch, ob diese heutigen Parallelszenen innerhalb der Technokultur, diese Ideale, also Frieden, Toleranz, sexuelle Freiheit und Hedonismus noch aufgreifen? Viele Berliner Clubs sind letztlich Diskotheken für Besserverdienende und ganz sicher kein Hort mehr, für eine, als alternativ zu betrachtende, Jugendkultur. Berlin ist in puncto Türpolitik, Neidverhalten, Mobbing, Schmährede, Ignoranz, Elitedenken und Arroganz ziemlich weit vorne und dummerweise wird diese, seit Jahren andauernde Entwicklung, vielerorts auch noch begrüßt. Und trotzdem ist es die beste Stadt der Welt, ist die Clubszene einfach großartig und jeder, der was anderes behauptet, kann einfach mal sein Knie für sexuelle Handlungen nutzen.

PS: Das Berghain, Watergate, Suicide Circus, Sisyphos, About Blank, Tresor, Mensch Meier und Heideglühen bestimmen elektronisch den Ton. Astra, Lido, Musik & Frieden, sowie Bi Nuu sind in Berlin fürs Headbangen zuständig. Die Soul, Funk und Rapper Ecke wird von Bohannon, Prince Charles, 2BE Club, Cassiopeia, Yaam und St. Georg abgedeckt.