11.02.2017 Villa Neukölln: Festland (Zick Zack) + Susie Asado

Als hätte man Kraftwerk die Synthesizer weggenommen: Die Essener Band Festland und ihr kluges Werk „(Wenn) doch die Winde weh’n“.. (taz – die tageszeitung) Das Feuilleton wird an diesem Album wieder seine wahre Freude haben. Das große Publikum wird, so steht zu befürchten, auch dieses Mal nichts davon bemerken. (SPEX)

11.2.17 Villa Neukölln
Hermannstraße 233 / Biebricher Straße 15 Berlin
Einlass: 20:00 Beginn: 21:00 VVK: 9,00 – 10,00€ (KoKa36) AK: 12,00€

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FESTLAND – „Wenn Doch die Winde weh’n….“

FESTLAND haben mit „Wenn Doch die Winde weh’n….“ ihr drittes Album eingespielt, das wie seine Vorgänger auf Alfred Hilsbergs Zick Zack-Label erschienen ist. Diesmal allerdings ist alles ganz anders und die Musik das Ergebnis einer längeren Suche. Die Band hat ihr letztes Album vor ganzen sechs Jahren veröffentlicht. 2012 verstarb dann der Texter der Band Fabian Weinecke, dessen Malerei auf den Covern von FESTLAND zu sehen ist. Diesem Einschnitt wollte das Trio Rechnung tragen. Das Ergebnis ist im Wesentlichen ein extrem reduziertes sowie überwiegend akustisches Album. Überraschenderweise klingt es nur gar nicht wie ein klassisches Unplugged-Album, kein Lagerfeuer-Sound, nirgends Folk-Spuren. Denn immer noch ist ganz deutlich zu hören, dass FESTLAND ursprünglich aus einer samplebasierten Elektronikwelt kommen. Der dreistimmige Gesang der Band trifft nun allerdings auf Geige, Kontrabass und diverses Klangholz. Gelegentlich sind auch Vocoder und Gitarre zu hören. Zart und karg, doch stets melodiös klingen die Lieder von FESTLAND, wie präzise ineinander arbeitende Räder eines mechanischen Uhrwerks – hier aus Saiten und Holz. Die bilderreichen Textwelten werden, wie zuvor, aus der Distanz vorgetragen und sind bisweilen engelsgleich gesungen. Oft reichen nur wenige Zeilen, um bei Hörer*innen Erwartungen aufzubauen und dann direkt wieder zu stören. Mit dieser irritierenden Mehrdeutigkeit, die aus scheinbarer Naivität und der unangestrengten Einfachheit von Kinderliedern hervorblüht, schaffen FESTLAND ihren ganz eigenen mit nichts Anderem zu vergleichenden Sound. FESTLAND bleiben dabei stets die Meister der höflichen Irritation.

„Keine zweite Band klingt wie Festland, und trotzdem ist nichts von einer Originalitätsanstrengung zu hören.“ (Spex)

„Festland aus Essen sind eine schleichend schöne Musik jenseits aller Spektakel, und genau das ist das Spektakel …“ (De:bug)

„Das Festland (…) nie agitieren, fordern oder anderweitig penetrant Aufmerksamkeit zu erzwingen suchen, sondern auf geradezu kraftwerkeske Weise das Kühle mit dem Charmanten verbinden, ist ebenso ein Alleinstellungsmerkmal wie ihre mit Samples aus Klassik und Minimal Music versetzte und mit organischen Instrumenten erzeugte Tanzmusik“ (taz)

„Welt verbrennt ist ein Meisterwerk klanglicher Relaxation. Mit ihrem zweiten Album gelingt dem Essener LowFi-Trio Festland eine Art Anleitung zur Lässigkeit.

Selten wurde Minimalhouse so anspruchsvoll mit Rockelementen vermengt, so kreativ und en passant (…).“ (Die Zeit)