In der Pressemitteilung zum neuen Album sprecht ihr von der ‚bedrückenden geopolitischen Sackgasse unserer Gegenwart‘. Wie konkret verarbeitet ihr in den Texten von ‚News From Planet Zombie‘ die Unsicherheit und die Krisen der heutigen Welt?
Die Situation gerade und was sie bei uns allen auslöst steckt schon sehr konkret in den Texten und Songs, …einerseits die Wut, Fassungslosigkeit und Angst anhand der momentanen politischen Entwicklungen und Krisen überall, und andererseits aber auch die positiven Dinge, die innerhalb des ganzen Wahnsinns passieren… Menschen, die sich finden, zusammenhalten, Netzwerke bilden, kreativ sind. Ich habe in den Texten versucht Bilder zu finden, die das ausdrücken.
Der Albumtitel sowie einige Songtexte beziehen sich auf B- und Horrorfilme. Welche Filme oder kulturellen Referenzen aus dieser Richtung waren für euch besonders prägend, und wie spiegeln sich diese Elemente in der Musik wider?
In der Musik spiegeln sich diese Filme eher nicht, denke ich, und textlich liefern sie Bilder und Motive, die helfen, diese Ängste und Schrecken zu visualisieren und zu verarbeiten. Ich habe v.a. in den 90er sehr viele solche Genre-Filme gesehen, deswegen vermischt sich da sehr vieles. Aber John Carpenter‘s „They live“ und „Die Klapperschlange“ waren zwei Filme, die ich gerade wieder angeschaut habe und die mich sehr beeindruckt haben… und tragischerweise wirkt die karikaturhafte, trashige Überzogenheit dieser Filme gerade überhaupt nicht mehr so unrealistisch wie damals.
Markus Acher sagt, dass der Fluss in München ihn immer wieder daran erinnert, dass ‚die Zeit nur in eine Richtung fließt und es kein Zurück gibt‘. Inwiefern beeinflusst dieses Bild des Flusses die Musik und den emotionalen Ton von ‚News From Planet Zombie‘?
Ich denke, die COVID-Zeit und alles was jetzt folgte, hat uns gezeigt, dass sich alles jederzeit und grundlegend ändern kann und jeder Moment wichtig ist. Das steckt in dieser Platte sicherlich… auch im positiven… die schönen Dinge zu sehen und zu leben.
Euer Album spricht von der Hoffnung, auch in den verrücktesten Zeiten. Wie gelingt es euch, inmitten der politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die uns täglich begegnen, eine positive und verbindende Botschaft zu vermitteln?
Musik und Kunst allgemein verbindet Menschen und kann Gefühle kommunizieren, die sonst schwierig auszudrücken sind. Wir haben das ganze Album alle zusammen live aufgenommen und uns in einem alternativen Raum ( dem Import Export ) bewegt, der vielen Menschen und Szenen die Möglichkeit gibt, aktiv und kreativ zu sein. Diese Netzerke und Szenen, die wir seit unseren Anfängen überall auf der Welt kennengelernt haben, ermöglichen uns und vielen anderen weiterzumachen. Überall gibt es tolle Menschen, die gegen grosse Widerstände versuchen, unsere Welt zu einem offenen und bunten und lebenswerten Ort für alle zu machen.
Das Album wurde im erweiterten Band-Line-up aufgenommen, wobei ihr Unterstützung von Gastkünstlerinnen wie Enid Valu und Haruka Yoshizawa hattet. Wie habt ihr die Zusammenarbeit mit diesen Künstlerinnen erlebt und welche besonderen Impulse brachten sie in die Musik ein?
Unsere Gäste auf der neuen Platte sind alles Menschen, die in München sehr aktiv sind und viel bewegen. Wir haben uns sehr gefreut, dass sie Lust hatten, an den Stücken mitzuwirken. Sie alle haben das Aufnehmen noch intensiver und schöner gemacht und den Sound der Platte stark geprägt, durch ihre Instrumente und Dtimmen, aber auch einfach durch ihre sehr inspirierende Art.
Für das neue Album habt ihr zwei Coverversionen aufgenommen, darunter ‚Red Sun‘ von Neil Young. Was hat euch dazu inspiriert, genau dieses Stück zu covern, und was wollte die Band durch eure Interpretation des Songs ausdrücken?
Das Neil Young – Stück haben wir ursprünglich für ein Theaterstück aufgenommen. Normalerweise wären wir nicht auf die Idee gekommen, ausgerechnet Neil Young zu covern, aber es hat dann großen Spaß gemacht und unsere Version, die eine etwas andere Stimmung hat, als das Original, hat uns dann so gut gefallen, dass wir sie für das Album noch einmal aufnehmen wollten.
Um einen Ausgleich zu schaffen haben wir noch eine zweite Coverversion gewählt… ein wunderbares, desillusioniertes Stück der amerikanischen Frauenband Lovers.
Ich denke beide Stücke passen gut in die Geschichte und den Sound der Platte und wir haben versucht uns in den Stücken zu finden.
Wie bereitet ihr euch auf die Tour vor, insbesondere nach der langen Zeit, in der Konzerte und Tourneen durch die Pandemie beeinträchtigt wurden? Was bedeutet euch Live-Musik heute mehr als je zuvor?
Wir haben, nachdem wir im Import Export aufgenommen haben, dort auch gleich ein Konzert gemacht, bei dem wir das ganze Album live gespielt haben und das hat sehr gut funktioniert und grossen Spaß gemacht.
Insofern freuen wir uns sehr auf die Touren !
Aber natürlich wird sich sicher wieder einiges ändern bei den Stücken… die Album-Versionen sind ja oft nicht die endgültige Form.




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