Schon seit 40 Minuten in der Schlange, vorne bewegt sich endlich mal was und dann soll natürlich wieder zuerst mal die Tasche auf. Kabelsalat, Schlüssel, irgendeine alte Wasserflasche kommt dir entgegen und ganz unten liegt noch Zeug, an das du seit Wochen nicht gedacht hast. Sowas kann an Berliner Clubtüren schnell nerven. Check die Tasche lieber einmal vorher richtig, dann sparst du dir später das Theater an der Tür.

Die Tür ist in Berlin sowieso ihr ganz eigenes Kapitel. Mal super entspannt, mal hart, mal fühlt sich die Auswahl komplett random an. Wer das Line-up kennt, nicht völlig drüber vor der Security steht und keinen halben Hausstand mitschleppt, hat zumindest schon mal weniger Baustellen und meistens auch bessere Chancen, reinzukommen.

Denn es gibt nicht nur die berühmte „Kommst du rein?“-Frage, sondern auch die „Was von deinem Zeug kommt mit rein?“-Regel.

Tasche auf, kurzer Blick rein & weiter geht’s

Handy, Schlüssel, Portemonnaie, Powerbank. Damit gibt es an der Tür normalerweise wenig Gesprächsstoff.

Bei Flüssigkeiten, größeren elektronischen Geräten oder Dingen, die auf den ersten Blick nicht sofort klar sind, schaut die Security eher mal zweimal hin. Eine E-Zigarette kann auch dazugehören. Der Anbieter InnoCigs führt unter anderem Pod-Systeme, Geräte mit Verdampfer, Akkuträger und passendes Zubehör. Erwachsene Nutzer, die ihr eigenes Gerät mitnehmen, sollten vorher schlicht schauen, ob alles dicht, geschlossen und sauber verstaut ist. Ein kleines Pod-System nimmt in der Tasche weniger Platz ein als ein größeres Setup mit separatem Akkuträger, Ersatzakku und Zubehör. Was davon durch die Tür darf, legt trotzdem der jeweilige Club fest.

Mitreinnehmen heißt außerdem nicht per se auch auf dem Floor nutzen: Hausordnung ist Hausordnung und manche Locations haben dafür Außenbereiche oder eigene Regeln. Besser kurz fragen als später mitten im Laden eine Grundsatzdebatte mit den Türstehern anzufangen.

Diese Kandidaten braucht man gar nicht erst schönzureden

Messer. Waffen. Pyrotechnik. Reizstoffsprays – alles Dinge, bei denen die Clubnacht schon vor dem ersten Track ziemlich schnell vorbei sein kann. Die Berliner Polizei weist für Tanzveranstaltungen ebenfalls auf die gesetzlichen Verbote rund um Waffen und Messer hin.

Der Klassiker ist ohnehin selten der Typ, der bewusst mit einem Messer feiern gehen will. Viel öfter steckt das kleine Taschenmesser noch seit dem letzten Ausflug im Rucksack. Multitool vom Fahrrad ebenfalls. Irgendein Spray ganz unten im Seitenfach. 3 Monate nicht gesehen und ausgerechnet jetzt taucht es wieder auf. Glasflaschen kann man sich meistens ebenfalls sparen. Schon eine normale Getränkeflasche sorgt an vielen Türen für ein klares Nein.

Also: Rucksack vorher einmal auf den Kopf stellen. Da kommt oft mehr Berliner Alltagsarchäologie raus als gedacht.

Lose Akkus zwischen Kleingeld sind keine gute Idee

Bei Vapes mit wechselbaren Akkuzellen lohnt sich noch ein kurzer Blick ins Fach. Ersatzakkus gehören so transportiert, dass ihre Kontakte geschützt sind. Lose zwischen Schlüssel, Münzen und anderem Metall haben sie nichts verloren. Pod-System mit fest verbautem Akku? Dann stellt sich die Frage gar nicht. Bei größeren Geräten sieht es anders aus. Vorher noch prüfen, ob Tank oder Pod richtig sitzen und nichts ausläuft. Eine nasse Hosentasche macht die Schlange vorm Club nicht unbedingt charmanter. Besitzt das Gerät eine Sperrfunktion, kann sie für den Transport nach Herstellerangabe aktiviert werden. Zauberei steckt da nicht hinter.

‚Ne Powerbank ist okay, die Pro-Cam eher nicht

Jetzt kommt der Teil, bei dem Berlin wieder Berlin ist.

Eine Powerbank wird an vielen Türen kaum großes Theater auslösen. Mit einer fetten Kamera samt Wechselobjektiv kann die Sache schon ganz anders aussehen.

Fotopolitik ist in der Berliner Szene sowieso ein eigenes Ding. Manche Läden wollen keine Fotos. Teilweise werden Kameras abgeklebt, teilweise bleibt größere Fotoausrüstung direkt draußen.

Smartphone rein heißt also noch lange nicht Instagram-Dauerfeuer auf dem Mainfloor.

Große Taschen machen ebenfalls wenig Freude. Selbst wenn darin nichts Kritisches steckt, möchte niemand mit einem halben Trekkingrucksack durch einen vollen Floor schieben.

Medikamente gehören natürlich nicht aus Angst vor der Tür zu Hause gelassen. Bei benötigten Arzneimitteln ist eine nachvollziehbare Verpackung sinnvoll. Wer besondere medizinische Hilfsmittel dabeihat und unsicher ist, kann vorher beim Club nachhaken.

Bei Berliner Clubs zeigt sich ohnehin schnell, wie unterschiedlich Tür und Einlass laufen. In den Bewertungen verschiedener Berliner Clubs reicht das von entspannter Security bis zu langen Schlangen und ziemlich harter Auswahl.

Was im einen Laden nicht interessiert, kann 2 Straßen weiter schon ein Problem werden.

5 Minuten Taschen-Tetris vorm Losgehen

Bevor es losgeht: die Tasche einmal kurz auskippen. Handy, Ausweis, Schlüssel, Karte oder Bargeld und je nach Nacht noch die Powerbank rein. Viel mehr braucht es meistens gar nicht.

Beim Rest lohnt sich ein zweiter Blick. Das Messer vom letzten Ausflug kann raus, die Glasflasche genauso. E-Zigarette oder andere Elektronik ordentlich verstauen, und für 6 Stunden Club muss es auch nicht unbedingt der halbe Trekkingrucksack sein.

Bei besonderen Events kurz auf die Clubseite schauen. Andere Party, andere Regeln.

Und wenn du nach 45 Minuten Schlange vorne stehst, willst du eigentlich nur noch hören:

„Viel Spaß.“

Und nicht:

„Was ist denn das hier?“