Tauch ein in die Welt der We True LP, auf der Paul Renard zwölf Tracks voller Acid-Magie kreiert, die förmlich vor Leben pulsieren. Rohe, sich windende Acid-Lines treffen auf hypnotische Rhythmen und treiben dich von sonnigen Tagträumen direkt ins Zentrum der nächtlichen Tanzfläche. Geheimnisvoll und doch lebendig, intim und zugleich explosiv – jeder Track ist ein Herzschlag, eine Geschichte, eine Reise. Das ist Musik, die den Körper bewegt, den Geist anregt und die Fantasie beflügelt. Egal, ob du in Gedanken versunken bist oder dich völlig in der Bewegung verlierst: Die We True LP lädt dich dazu ein, jeden Groove, jedes Pulsieren und jeden einzelnen Moment zu spüren.
Thrill ist hier nicht nur Name, sondern Programm: Will Howard weiht auf seinem Kalahari-Debüt ein neues Alias ein. Spuckt vom Start weg Gift: Das ist ungestüme Sci-Fi-Dramatik, präsentiert mit breiter Brust und voller Überzeugung. Dancefloor-Beschleuniger, gebaut für große Floors und planetenvernichtende Katastrophen. Die Handbremse wird hier komplett gelöst. Eine sich entfaltende Odyssee, durchzogen von düsteren Noir-Narrativen und kybernetischen Details. Triumphal und berauschend, doch darunter verläuft ein unheilvoller roter Faden. Die Endzeit ist nah, aber wir tanzen, um den aufziehenden Sturm zu ignorieren. Keine Einheitsware von der Stange. Das hier hat echten Charakter – roh, direkt auf die Zwölf und mit Energie ohne Ende. Ein durchgehend brodelnder Sturm. Turbulentes Tempo, aber randvoll mit Nuancen und experimentellen Details. Die Nachbrenner werden gezündet, während wir im letztmöglichen Moment der Umlaufbahn entfliehen. Purer Raketentreibstoff.
Dimitri Poshlost – DEMON FORCES Volume Two: The Liberation of Yugoslavia. Was für ein Titel… Wer nach gemütlichem Bar-Sound oder gefälligem Club-Futter sucht, ist hier verdammt falsch abgebogen. Dimitri Poshlost liefert mit dem zweiten Teil der DEMON FORCES-Reihe schwere Kost, sowohl thematisch als auch klanglich. Das Album versammelt Stücke aus dem Soundtrack zum Projekt DEMON FORCES VI: The Murder of Yugoslavia. Ein Blick auf die Tracklist (Assassination of King Aleksandar, Jasenovac III, Vatican Ratlines, A Gift From My Loyal Ustašas) macht sofort klar, wo die Reise hingeht: Mitten hinein in die düstersten, blutigsten Kapitel der balkanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Hier wird kein historisches Trauma ausgespart, von Faschismus über Ustaša-Greuel bis hin zu Fluchthelfer-Netzwerken des Vatikans. Der Sound:Tracklängen von bis zu 15 Minuten sprechen eine deutliche Sprache: Das hier ist kein gefälliges Beiwerk, sondern exzessiver Industrial, Power Electronics oder düsterer Noise-Ambient. Es ist die Art von Sound, bei der im Club nach zwei Minuten die Hälfte der Leute verstört den Raum verlässt, während der Rest mit verschränkten Armen im Nebel erstarrt.
Ich lehne mich aus dem Fenster. Recherche hier war echt kompliziert. Also… Mit dem digitalen Rerelease der legendären CW004 über DBH Music Distribution kehrt eine Underground-Perle der späten 90er-Jahre zurück auf die Tanzflächen. Das vier Tracks umfassende Werk von Brian Douglas, das ursprünglich 1996 auf dem Kult-Label Clockwork erschien, ist weit mehr als nur ein nostalgisches Zeitzeugnis, es ist ein Beweis für die stilistische Grenzenlosigkeit der damaligen Rave-Kultur.
Wer hier reinen, soften Dream-Trance erwartet, wird direkt beim Opener eines Besseren belehrt: „Torn Apart“ ist eine kompromisslose, fette Acid-Nummer, die mit ihrer dreckigen, unbarmherzig treibenden 303-Bassline direkt in den Underground zielt. Der Track verzichtet auf kitschige Melodien und setzt stattdessen auf hypnotische Härte und pure Energie – Acid-Techno in seiner ehrlichsten Form.
Posthuman – Midnight Weapons #2: Posthuman schieben mit Midnight Weapons #2 die nächste Ladung ungeschnittener Acid-Geschosse nach. Das Konzept dahinter ist erfrischend pragmatisch: 10 reine Club-Tools, die bisher ausschließlich auf physischem Vinyl ihre Runden drehten, wandern jetzt gesammelt ins digitale Netz. Und das mit der passenden Breitseite Richtung Streaming-Industrie: „Sloptify can get in the bin“.
Klanglich gibt es keine Experimente, dafür bohrende krachige Abfahrt. Wer Tracks wie Breaker oder Buzzing 24 7 anmacht, bekommt exakt das, wofür das britische Duo seit Jahren steht: rohe, dreckige 303-Basslines, analoge Unruhe und treibende Synth-Attacken. Nichts für die sanfte Begleitbeschallung beim Kochen, sondern kompromissloser Stoff für verschwitzte Kellerstunden.
Gute Aktion: Die Compilation läuft auf Bandcamp unter „Pay-what-you-want“. Wer gerade knapp kasse ist, zieht sich den Stuff for free, sollte dann aber wenigstens den Anstand besitzen, den Link weiterzuverteilen.




