Zur wilden Renate

Adresse: Alt-Stralau 70, 10245 Berlin
www.renate.cc

 

renate garten by marcus schroeder

Bild: Marcus Schröder

Tanzen hinterm Zaun

In Friedrichshain findest du gleich hinter der Ringbahnstation Ostkreuz einen Club der besonderen Art. Zuerst findest du allerdings einen hohen Bretterzaun, der den Hof eines alten Mietshauses verbirgt, dass noch genauso aussieht, wie so alles damals im Osten. Ein ganz bestimmtes Grau voller Tristesse. Hach ja die DDR. Ok weiter im Programm. Der Salon Zur Wilden Renate (neuerdings nur noch Wilde Renate) lädt jeden Freitag- und Sonntagabend ein, das dürre weiße Tanzbein zu schwingen. Meist legen die Jungs und Mädels hinterm Pult Elektro (sic!) und House auf, jedoch ist das Programm durchaus breiter aufgestellt, und wie sagt man so schön: abwechslungsreich. Dazu gehören neben diversen Konzerten auch Themenabende mit Dresscode. Die hauseigene Bar ist gut bestückt und das Barpersonal motiviert und freundlich (meistens:-) Das Publikum ist gemischt; Touristen und einheimische Clubgänger machen hier gleichermaßen die Nacht zum Tag. (Was für einen Phrasensatz… Gott Jens) An dieser Stelle möchte ich auf den Blog von Kat Voltage hinweisen, die als sowas wie die Haus und Hof Fotografin fungiert, und diesen tollen Blog hat. Singen tut sie übrigens auch noch. Die Tür- und Preispolitik ist durchaus moderat, gelegentlich bilden sich, wie allgemein üblich,  lange Schlangen am Einlass. Daher kann es ratsam sein, auch einmal etwas früher aus dem Haus zu gehen. Fernsehen ist eh Scheiße und die Nachbarn sind dann auch glücklicher.

Ein bisschen wie früher

Die Renate knüpft an die spezielle Berliner Tradition der illegalen Clubs und Partys der Nachwendezeit an. Wie in den frühen 1990er Jahren, als sich Anhänger der elektronischen Musik, Künstler und Nachtexistenzen im Ostteil Berlins immer neue Locations in heruntergekommener, postindustrieller Atmosphäre für ihre tage- und nächtelangen Partys erschlossen, leer stehende Altbauten zeitweilig aneigneten und sie mit wenigen Mitteln bunt und seltsam gestalteten, atmet auch die wilde Renate das Flair des Abbruchs. Der Altbau in der Straße Alt-Stralau 70 in Friedrichshain, zwischen Ostkreuz und Treptower Park gelegen, lebt vom improvisierten Flair herab gerissener Tapeten, zusammengestoppelter Sitzgelegenheiten, und vor allem von den Menschen, die hier exzessiv feiern. Der Indoor Club ist einfach ein umgebautes Einfamilienhaus, in dem jeder Raum bis aufs kleinste Detail liebevoll dekoriert wurde. Mehrere Dancefloors, die auf mehrere Etagen verteilt sind, sorgen für Abwechslung, und die Ströme von verrückten Menschen, die hier unterwegs sind, lassen dich spüren, dass du hier an einmaligen Momenten teilhast, die sich weit abseits der kommerziellen Marktförmigkeit der großen Technoklubs entfalten. Die Schlange vor der wilden Renate ist oft lang, doch Geduld mitzubringen lohnt sich: Im Salon vergisst man die Zeit.

 

Bookings:

dOP, Mario & Vidis, Sammy Dee, Vera, Matthew Styles, Jan Krueger, David Dorad, Kotelett&Zadak, Soukie & Windish, Andre Crom, Dynamodyse, Musikant Klick, Noema, DJs with bad haircuts, Paris Suit Yourself, Die Schnelle Nummer, Big Stu, Kinder Vom Bahnhof Sklo, Andre Uhl, Peak & Swift, 22Rockets, Samanta Fox, Swam:Thing, Jack Jenson, Lumumba Königin & Die Eierleckende Salamanda


Der Club hat wie gesagt, einen kleinen Hof, auf dem du dich im Sommer und Winter vom wilden Feiern entspannen kannst. Die Wilde Renate bietet eine nette Abwechslung zu den großen weithin bekannten Techno-Tempeln und ist definitiv einen Besuch wert. Drinnen erwartet dich nämlich nicht nur ein Raum, sondern ganz viele, was einfach auch viel mehr Spaß macht.Das die Macher ein Stück weiter die Else aufgemacht haben, wäre noch erwähnenswert. Man muss dazu nur über die Brücke, um zur Open Air Location zu kommen.

 

Zur wilden Renate