Geschlossene Clubs Dresden

KLUB NEU (nun Eventlocation namens Kleinvieh)

Gothaer Straße 12, 01097 Dresden

Die ehemalige „Kleinviehhalle“ am Alten Schlachthof hatte auf rund 600 Quadratmeter gute elektronische Musik zu bieten. Booker und Resident DJ Gunjah alias Markus Rätz führte mit Ronny Rahmelow den Club, der eine Fortführung der Showboxx war, ebenfalls an der Leipziger Straße. Am 19. Dezember 2015 wurde zum ersten Mal im Klub Neu gefeiert. 2018 war Schluss. Warum geschlossen? Es gab keinen plötzlichen Knall, sondern eine strategische Neuausrichtung. Die Betreiber wandelten die Location Ende 2018 in das heutige „Kleinvieh“ um – eine multifunktionale Eventhalle für Konzerte, Comedy und Firmenfeiern. Damit verschwand der Fokus auf den reinen, subkulturellen Underground-Clubbetrieb, und die Ära des Klub Neu endete nach knapp drei Jahren.

SHOWBOXX (CLICK CLACK OPEN AIR GELÄNDE)
Leipziger Straße 31, 01097 Dresden

Du findest die Showboxx direkt gegenüber des Alten Schlachthof auf der Leipziger Straße zudem sind Citybeach und Showboxx auch bequem über den Elberadweg zu erreichen. Die SHOWBOXX gibt es seit 1999. In den Gemäuern eines alten Mietshauses der Dresdner Neustadt noch unter dem Namen ´Studio 43´ in Anlehnung an den Film ´Studio 54´, und dem ganz wunderbaren Motto ´ Feiern, Ficken, Fernsehen´ wurde jedes Wochenende gerockt, bis im April 1999 das Amts den Spaß beendete. Es wurde in die Leipziger Str. 31 in das bereits existente Tweakers um. Der kleine Dancefloor und die Bar können von einer Empore aus überschaut werden. Direkt hinter dem DJ kommt eine Lounge Ecke und im Sommer noch eine riesige Open Air Terrasse.

UPDATE: 23. November 2015

Vor einigen Wochen verkündeten die Showboxx-Macher, dass die Dresdner Showboxx nach 17 Jahren dicht macht und an einer neuen Stelle eröffnet. Seit wenigen Tagen gibt es aber weitere Informationen: Der neue Club nennt sich KLUB NEU und zieht von der einen auf die andere Straßenseite. Für den Start hatten Gunjah und Freunde auf ihrer Facebook-Seite ein sehr tolles, aber vor allem ehrliches Statement veröffentlicht.

Solidoor
Hermann-Mende-Straße 1, 01099 Dresden

In den Hallen des ehemaligen VEB Solidor Dresden befanden sich 4 verschiedene Veranstaltungslocations. Neben dem Sektor Evolution und dem Eventwerk wurde im Oktober 2011 im Hauptraum des ehemaligen Washroom`s das SOLIDOOR eröffnet. Die ziemlich fette Lichttechnik und der industrielle Charakter boten eine klasse Location. Ein Highlight war die Think Pink, eine Partyreihe nicht nur für Schwule und Lesben.

Gisela.Club

Löbtauer Straße 80, 01157 Dresden

Club im „Wohnungs-Look“ mit Schrankwand-DJ-Pult, Garage und Veranda. Der Gisela.Club war jahrelang das „Zuhause“ für alle, die keine Lust auf sterile Großraumdiskotheken hatten. Das Konzept war so simpel wie genial: Ein Club, der wie eine riesige, völlig eskalierte WG-Party aufgezogen war. Im „Wohnzimmer“ wurde zwischen Sofa und Schrankwand alles von Indie bis 90s aufgelegt, während in der leergeräumten „Garage“ satter Deep- und Superhouse lief. Mit Details wie dem in die Schrankwand integrierten DJ-Pult, dem „Bad“ und der „Veranda“ schuf der Laden eine extrem familiäre Atmosphäre. Die „Überraschungsbewohner“ (Gäste-DJs) sorgten jeden Freitag für frischen Wind. Ein unprätentiöser Ort, an dem die Nachbarn lieber mitgefeiert haben, als sich über den Bass zu beschweren. Warum gibt es die Gisela nicht mehr? Der Gisela.Club hat bereits vor einigen Jahren (um 2019/2020) den Betrieb an der Löbtauer Straße eingestellt. Es war das klassische Ende einer Ära: Das Mietverhältnis endete, und das Team hinter dem Club orientierte sich um. Während die Räumlichkeiten heute anderweitig genutzt werden, bleibt die „Gisela“ als eines der charmantesten Club-Experimente Dresdens in Erinnerung.

Club Tante JU
An der Schleife 1, 01099 Dresden (Derzeit Sanierung / On Tour)

Legendärer Konzert-Club für Blues und Rock; seit dem Brand 2022 als mobiles Konzept „Tante JU unterwegs“ bekannt. Die Tante JU war über Jahre hinweg ein fester Ankerpunkt im Dresdner Industriegelände und ein absolutes Muss für Fans von Blues, Rock und handgemachter Musik. Der Club war bewusst „klein, aber fein“ gehalten: Konzerte fanden hier auf engstem Raum statt, was für eine unvergleichlich dichte und intime Atmosphäre sorgte. Man war hier so nah an den Musikern wie in kaum einer anderen Venue der Stadt. Das Personal galt als besonders freundlich und die gesamte Atmosphäre als angenehm unaufgeregt. Im Juni 2022 kam es jedoch zu einer Katastrophe: Ein riesiger Großbrand im Industriegelände zerstörte weite Teile des Areals. Während benachbarte Clubs wie der Sektor Evolution durch eine Brandmauer gerettet werden konnten, traf es die Tante JU voll: Der Dachstuhl brannte komplett aus, und das Löschwasser richtete an der verbliebenen Technik und Einrichtung massive Schäden an. Doch die Tante JU ist ein Paradebeispiel für Dresdner Sturheit. Anstatt den Betrieb einzustellen, heißt es seitdem „Tante JU unterwegs“. Das Team veranstaltet weiterhin Konzerte unter dem bekannten Namen, weicht dafür aber auf befreundete Locations wie den Alten Schlachthof, das Stromwerk oder den Bärenzwinger aus. Die Marke lebt also weiter, während die ursprüngliche „Hülle“ an der Schleife 1 weiterhin saniert wird oder nur als eingeschränktes Basislager dient.

Rosis Amüsierlokal

Adresse: Eschenstraße 11, 01097 Dresden

Besonderheit: Konsequenter 50s/60s-Look, Rockabilly-Events und eine Überdosis Retro-Charme.

Rosis Amüsierlokal war jahrelang die Anlaufstelle für alle, die sich im falschen Jahrzehnt geboren fühlten. In der Eschenstraße, direkt an der Schnittstelle zwischen Neustadt und Industriegelände, wurde der Rockabilly-Lifestyle zelebriert, als gäbe es kein Morgen (oder zumindest kein Heute). Mit viel Liebe zum Kitsch, karierten Polstern und einer ordentlichen Portion Pomade im Haar gab es hier regelmäßige Live-Konzerte, die irgendwo zwischen Rock’n’Roll, Swing und Country schwankten. Es war ein Ort für Leute, die „Amüsement“ noch großgeschrieben haben und bei denen ein Tresenbesuch ohne eine ordentliche Portion Nostalgie nicht denkbar war.

Nach 16 Jahren Rock’n’Roll-Nostalgie war im Mai 2025 endgültig Schicht im Schacht. Was als „Sommerpause“ angekündigt wurde, entpuppte sich als der ewige Schlaf für das Rosis und seine Anhängsel wie das Nachteck, Hellmuts und den Grünen Salon. Offiziell wurde der Betrieb zum 1. Mai 2025 eingestellt. Die Gründe: Die übliche Mischung aus unternehmerischem Versagen und bürokratischem Wahnsinn. Massive Brandschutzmängel und eine marode Lüftungsanlage hätten Investitionen verschlungen, die keiner mehr tätigen wollte. Dazu kam die Insolvenz der Betreibergesellschaft. Die Fenster und Türen an der Eschenstraße 11 sind mit Holzbrettern vernagelt – das einzige „Design-Update“, das der Laden seit der Schließung bekommen hat. Der Eigentümer will die Kiste wohl einfach nur noch verkaufen.

Palais Palett

Meschwitzstraße 9, 01097 Dresden

Entstanden als „kleiner, wilder Bruder“ des Objekt klein a. Ein Ort, der fast ausschließlich aus recycelten Europaletten und Improvisation bestand. Das Ende: Das Palais war von Anfang an ein Kind auf Zeit. Da das Gelände im Industriegelände für „hochwertige Gewerbeflächen“ (sprich: seelenlose Büroklötze) plattgemacht werden sollte, war der Pachtvertrag so kurzlebig wie die Motivation eines Türstehers am Montagmorgen. 2024 war dann endgültig Schluss – die Paletten wurden verheizt oder verschenkt, und die Freifläche daneben ist heute ein Paradebeispiel für Dresdner Beton-Tristesse. Wer im Palais Palett versumpft ist, hat das echte Dresden erlebt: ungeschminkt, staubig und verdammt entspannt. Es war die Antithese zum durchgestylten Clubbing, ein Ort, an dem der Bass gegen die Wellblechhütten drückte und man den Sonnenaufgang zwischen Restholzstapeln feierte. Heute erinnert dort nichts mehr an die Nächte, in denen das Palais das „Tor zur Glückseligkeit“ im sonst so harten Industriegelände war. Ein klassisches Opfer der Gentrifizierung, das uns mal wieder zeigt: Sobald etwas Spaß macht und kein Geld für Investoren abwirft, muss es weg.