Geschlossene Clubs Frankfurt

FREUD

Ehemalige Räumlichkeiten des Final Destination im Holzgraben 9, 60313 Frankfurt am Main. 2019 als Pop-up gestartet, dann zum festen Safe Space für die LGBTQ+- und Kinky-Szene avanciert. Das FREUD war über fünf Jahre lang einer der wichtigsten Lichtblicke in der ansonsten oft so sterilen Frankfurter Innenstadt. Was im April 2019 als dreimonatiges Pop-up in den düsteren Räumen des alten Final Destination begann, mauserte sich schnell zu einer festen Institution. Der Club war eine dringend benötigte Begegnungsstätte für offene Menschen, Queers und Musikliebhaber. Mit einem Fassungsvermögen von rund 440 Leuten bot das FREUD den perfekten, intimen Rahmen für drückenden House, Electronica und Techno. Besonders legendär waren die Fetisch-Partys (wie die Symbiotikka oder der Club Bizarre), die ein bisschen KitKat-Vibe in die Bankenstadt brachten – strenger Dresscode und absolute Freiheit inklusive. Aber wie das in Frankfurt nun mal so ist: Wenn dich nicht die explodierenden Mietpreise killen, dann erledigt das das Bauamt. Im Sommer 2024 war plötzlich Schicht im Schacht. Der Grund war der ewige Endgegner der deutschen Subkultur: die Brandschutzbestimmungen. Ein Notausgang war schlichtweg zu eng. Die nötigen Bauanträge, Umbauten und neuen Pachtverträge hätten Zeit und Geld verschlungen, das nach den harten Vorjahren einfach nicht mehr da war. Statt dass die Stadt diesen wertvollen kulturellen Freiraum rettet, ließ man ihn sterben. Die Türen blieben zu, die Website ging offline. Formate wie der queere Club Bizarre sind mittlerweile ins Tokonoma geflüchtet, und das FREUD bleibt als Mahnmal dafür zurück, wie bürokratische Millimeterarbeit eine ganze Community vor die Tür setzen kann.

Karlson
Karlstraße 17, 60329 Frankfurt am Main

Das Karlson war der Versuch, ein Stück saubere Clubkultur in das chronisch versiffte Frankfurter Bahnhofsviertel zu pflanzen. Eröffnet im Oktober 2015, direkt gegenüber dem Mittagsgold, war es das elektronische Stiefkind der Velvet- und Adlib-Macher. Wer die Räumlichkeiten betrat, spürte noch den Geist der Vergangenheit: Bevor hier DJs an den Reglern drehten, war das Gebäude die Heimat des Stripclubs „Golden Gate“ (nein, nicht das Berliner Original) und davor des K17. Auf gerade mal 280 Quadratmetern wurde versucht, einen exklusiven Vibe zu kreieren, der irgendwo zwischen Industrial-Chic und schummeriger Keller-Atmosphäre pendelte. Mit einer Kapazität von nur 199 Gästen war der Laden oft schon voll, bevor die Nacht überhaupt richtig angefangen hatte. Es war ein kurzer, intensiver Flirt mit der elektronischen Musik in einer Gegend, die heute mehr durch Immobilienhaie und Elendstourismus als durch stabile Clubkultur Schlagzeilen macht. Ein Relikt aus einer Zeit, als man im Bahnhofsviertel noch an den großen Aufbruch der Clubszene glaubte.