Waagenbau
Adresse: Max-Brauer-Allee 204, 22765 Hamburg
Grund: Der „große Wurf“ der Deutschen Bahn – Abriss der Sternbrücke. Über 20 Jahre lang war der Waagenbau das pulsierende, dunkle Herz unter der Hamburger Sternbrücke. Wer hier durch die Tür ging, ließ jeglichen Anspruch auf saubere Luft und trockene Kleidung an der Garderobe ab. Der Club war kein architektonisches Meisterwerk, sondern ein Überlebenskampf aus Backstein und Stahl. Wenn oben die Güterzüge Richtung Altona ratterten, bebte unten nicht nur der Bass, sondern das ganze Gebäude. Das war kein Lärm – das war der Herzschlag von St. Pauli und Altona.
Musikalisch war der Laden eine einzige Provokation für Genre-Puristen: Seit der Eröffnung 2003 weigerte sich der Waagenbau standhaft, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Während andere Clubs sich auf eine einzige Crowd spezialisierten, war hier alles willkommen, was ordentlich Druck im Tieftonbereich hatte. Das Ende einer Ära: 2024 war dann Schluss mit dem industriellen Idyll. Die Deutsche Bahn und die Stadt Hamburg haben entschieden, dass eine monströse neue Brücke wichtiger ist als zwanzig Jahre gewachsene Subkultur. Trotz massiver Proteste („Sternbrücke bleibt!“) rollte die Abrissbirne. Der Waagenbau ist heute ein Mahnmal für die verlogene Kulturpolitik einer Stadt, die sich gerne mit ihren Clubs schmückt, sie aber gnadenlos plattmacht, sobald ein neuer Betonpfeiler im Weg steht.
Ein herber Verlust für alle, die ehrlichen Dreck, faire Preise und ungeschönte Nächte mehr lieben als glattgeleckte Stadtentwicklung.
Klingel Drei (Reeperbahn)
Friedrichstraße 36, 20359 Hamburg
In der Klingel 3 wird stramm zu elektronischer Kost getanzt wird. In der Friedrichstraße zwischen dem Hans-Albers-Platz und der Silbersackstraße gelegen weist ein leuchtend gelber Smiley von Weitem deutlich auf die Adresse hin. Also nichts mit geheimen Türcodes. Die Klingel is der „neue“ hippe Ort für die electro-liebenden Tanzhühnchen und man kann’s da echt prima aushalten und shoegazen.
Ego CLOSED seit Sommer 2014
Talstraße 9, St. Pauli
Im Ego kommen Freunde der elektronischen Musik voll auf ihre Kosten, denn das Booking kann was. Acts wie Nicolas Jaar und Anja Schneider sind im Club, der zu einem von Hamburgs Ausgeh-Lieblingen zählt, am Start. Vorteil des kleinen Clubs: Die Enge gibt das Gefühl einer Privat-Party. Im Mekka der Szenegänger wurde leider auch schon Scooter-Frontmann H.P. Baxxter gesichtet, aber was will man machen. Hier läuft House und Techno in allen Spielarten. Öffnungszeiten: Donnerstags bis sonnabends ab 24 Uhr. Eintritt: 8 bis 12 Euro
BaRRock CLOSED seit 2017
Überseering 5-7, 22279 Hamburg.Originell im Shabby-Wohnzimmerstil eingerichtete Institution für Livemusik, Open-Mic-Abende und Jamsessions. Rockliebhaber, die auf Live Musik stehen, kommen im BaRRock in Hamburg ganz auf ihre Kosten. Die Raucherkneipe am Stadtpark im Hamburger Norden hat sich auf Liveauftritte von wechselnden Bands spezialisiert. Doch auch das Mitmachen wird hier großgeschrieben. So steht einmal pro Woche eine Jamsession auf der Tagesordnung. Hier können musikbegeisterte Rockfans ihr Instrument mitbringen und zusammen mit anderen Rockbegeisterten Musik machen. Solokünstler oder Bands erhalten zudem in der Live Session die Möglichkeit, ihr Können vor Publikum unter Beweis zu stellen. Dabei ist das Equipment, das für einen gelungenen Auftritt benötigt wird, vorhanden. Auch die open mic Sessions bauen auf dem Prinzip des Mitmachens auf. Diese finden zwei Mal pro Woche statt und bieten Sängerinnen und Sänger die Chance, das Publikum von ihrem Gesangstalent zu überzeugen. Bei stets freiem Eintritt lässt sich so ein Abend in Wohnzimmeratmosphäre und guter Rockmusik im BaRRock optimal ausklingen.
Cobra Bar CLOSED seit 2016
Friedrichstrasse 29, 20359 Hamburg. Die Cobra Bar im Hamburger Viertel St. Pauli bietet Partys und Konzerte für Freunde aller Varianten der Rockmusik. Von Punk, Metal und Indie bis zu Ska, Wave und Rock n Roll wird an mehreren Tagen in der Woche alles geboten. Häufig treten Livebands auf, darunter einige Geheimtipps der Szene. In der Kneipe, wie man sie sich auf dem Kiez vorstellt, herrscht trotz der härteren Musik eine entspannte Atmosphäre. Auf der eher kleinen Tanzfläche feiern unterschiedlichste Menschen zusammen, vom Metalanhänger bis zum Punk oder Indie-Girl. An der Bar werden die Getränke zu zivilen Preisen ausgeschenkt, eine besondere Empfehlung ist der hauseigene Mexikaner. Für alle, die sich am Tischkicker mit anderen messen möchten, werden regelmäßig Turniere veranstaltet. Aber auch an den übrigen Abenden wird man den Kickertisch selten verlassen vorfinden und kann die amtierenden Kickermeister herausfordern. Auf alten Kinosesseln lässt sich mit einem Getränk in der Hand der Abend auf dem Kiez wunderbar abschließen
NeidKlub
Am Anfang der Reeperbahn 25, Hamburg 20359 im Hamburger Stadtviertel St. Pauli befindet sich der Neidklub. Der Eingang ist etwas unscheinbar und versteckt, aber oft durch die lange Schlange vor der Tür zu finden. Der Innenraum ist eher dunkel gehalten, die LED-Anlage an den Wänden sorgt für imposante Lichteffekte und DJs sorgen für die passende musikalische Untermalung. Das Publikum ist jung und bunt gemischt. Im Club kann auf zwei großen Tanzflächen gefeiert werden. Freitags stehen Rap, Hip Hop und Black Music auf dem Programm; Samstagabend kommen alle Anhänger von House, Techno und Electro auf ihre Kosten. An den Plattentellern sind oft bekannte, internationale Größen zu finden. Ein besonderes Highlight ist der Außenbereich mit dem Balkon, von dem aus man die Reeperbahn und den Kiez überblicken kann. Der Name des Clubs ist Programm, denn neidisch werden die Menschen in der Schlange vor dem Club auf alle, die schon im Innenbereich und der Terrasse am Feiern sind.
The Rock Café
Das The Rock Café in der Silbersackstraße, 20359 Hamburg ist inzwischen ein Kultladen der besonderen Art. Mitten auf St. Pauli in der Silbersackgasse bietet dieser bekannte Raucher-Club von Alban Qoku am Wochenende Rockkonzerte und Partys. Die roten Wände und die Schädelskulpturen am Tresen geben genau das wieder, was der Club sein will und durchaus auch geschafft hat – the best in rock music since 1990! Gespielt werden Gigs von hart bis zart, Blues, sowie Rock und Metal. Jeden Freitag und Samstag wird hier gefeiert, gerockt und Spaß verbreitet. Die anderen Tage der Woche bleibt der Laden zu. Schließlich müssen sich alle mal erholen. 2015 hat The Rock Café in Hamburg den 5. Club Award in der Kategorie Bester neuer Club gewonnen. Und beim Zuschauervoting in der Kategorie „Euer Lieblings-Club“ gab es den zweiten Preis. Wenn das nichts ist! Der Kühlschrank ist voll, die Mucke läuft!
Tunnel Club
Ehemalige Adresse: Seilerstraße 48, 20359 Hamburg
Aktuelle Form: Wanderzirkus / Event-Reihe in den Docks & der Prinzenbar
Sound: Hardstyle, Hardcore, Hard Trance
Der Tunnel Club war über Jahrzehnte das gallische Dorf der Hardcore-Techno-Szene auf St. Pauli. Wer hier reinging, unterschrieb am Eingang eine Verzichtserklärung für sein Gehör und jeglichen musikalischen Anspruch jenseits der 150 BPM. Doch die bittere Realität von 2026 zeigt: Ein legendärer Name allein zahlt keine Miete und saniert keine baufälligen Bunker. Nachdem der Laden in der Seilerstraße im Mai 2023 aufgrund massiver Brandschutzmängel und baulicher Defizite den Stecker ziehen musste, ist der „Tunnel“ nur noch eine Marke ohne Mauern. Dass Resident Advisor den Laden bereits seit 2020 ignoriert, war das erste Anzeichen für den klinischen Tod. Während die Welt sich weitergedreht hat, blieb der Tunnel in einer Zeitschleife aus 90er-Jahre-Schranz und Tunnel-Bomberjacken hängen. Heute existiert das „Beben“ nur noch als monatliches Nostalgie-Event in den Docks. Es ist die Endstation für eine Marke, die den Absprung vom Underground ins Jetzt verpasst hat. Wer heute „Tunnel“ sucht, findet keine dunkle Höhle mehr, sondern nur noch eine Ü40-Party im kommerziellen Umfeld des Spielbudenplatzes. Der Bunker ist dicht, das Licht ist aus – der Tunnel ist Geschichte.
Volt
Adresse: Karolinenstraße 45, 20357 Hamburg
Dauerhaft geschlossen (seit Anfang 2024) Dass Volt war jahrelang die etwas „rohere“ Ergänzung zum PAL im selben Gebäude-Komplex. Während man nebenan oft den technoiden Perfektionismus zelebrierte, war das Volt der Ort für die dunkleren, ungeschliffenen Nächte. Mit dem Auszug des PAL am 01.01.2024 wurde auch für das Volt der Stecker gezogen. Das alte Umspannwerk Karoline hat damit seine Ära als elektronisches Epizentrum Hamburgs endgültig beendet.Bekannt für kompromisslosen Techno und eine düstere, industrielle Atmosphäre.Beherbergte regelmäßig lokale Kollektive und bot eine Plattform für den Hamburger Underground.Die Räumlichkeiten werden nun anderen Nutzungen zugeführt; eine Rückkehr des Konzepts an diesem Ort ist ausgeschlossen.
Headcrash
Adresse: Hamburger Berg 13, 22767 Hamburg
Status: Dauerhaft geschlossen (seit Dezember 2024)
Grund: Nicht verlängerter Mietvertrag / Kündigung durch den Vermieter.
Das Headcrash hat seinen letzten Drop hinter sich. Im Dezember 2024 wurde der Stecker in der Hardcore-Zentrale auf dem Hamburger Berg endgültig gezogen. Wo früher auf zwei Floors Metal, Punk-Rock und 90er-Crossover die Wände zum Schwitzen brachten, herrscht jetzt die kalte Stille der Immobilienverwertung. Trotz massiver Proteste und der Bedeutung für die alternative Szene gab es kein Pardon: Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Damit verliert St. Pauli nicht nur einen „kuschligen“ Konzertsaal, sondern ein Stück Identität. Wer heute am Hamburger Berg 13 vorbeiläuft, findet keine rot beleuchtete Bar mehr, sondern nur noch die Erinnerung an verschwitzte Nächte und pfeifende Ohren. Das Headcrash ist ein weiteres prominentes Opfer der Gentrifizierung, das zeigt, dass auf dem Kiez bald nur noch Platz für glattgebügelte Touristen-Konzepte ist.