Ich habe euch hier mal die Rechenmaschine für euren nächsten Förderantrag oder die nächste Investoren-Präsentation mitgebracht. Wir tun ja heute alle so, als ließe sich Kultur in Excel-Tabellen und Nachhaltigkeits-KPIs pressen. Das hier ist die Simulation des Berliner Ausverkaufs.
Der „Ausverkaufs-Index“ (Kommerzialisierung):
Wenn wir den Regler für den Plastik-Sound, also dieses Eurodance-Trance-Monster, voll aufdrehen, dann schießen die Tourismus-Zahlen nach oben. Die Kasse klingelt, die Bar ist voll mit Leuten, die eigentlich nur ein Selfie für Insta wollen. Aber schaut euch gleichzeitig den Balken für die ‚Hardcore-Subkultur‘ an: Der sackt in den Keller. Die Leute, die den Dreck und die echte Reife der Szene suchen, sind weg. Wir tauschen Seele gegen Umsatz.
Mietdruck & Regulierung:
Wenn ich den Mietdruck erhöhe, dann seht ihr, wie der ‚Relevanz-Score‘ der Stadt implodiert. Da hilft auch kein UNESCO-Titel mehr. Ein Club, der 30 % seiner Energie für die Miete und Anwälte verballern muss, hat keine Kraft mehr für musikalische Experimente. Das Ergebnis? Wir landen bei einem Score, der Berlin auf das Niveau einer mittelmäßigen Freizeitpark-Attraktion drückt.
Inklusion & Nachwuchs:
Wenn wir hier nicht gegensteuern und nur auf ‚Safe-Bet‘ Bookings setzen, weil wir die 2000 Euro Barumsatz garantieren müssen, dann schalten wir den Nachwuchs einfach ab. Das Dashboard lügt nicht: Ohne neue Gesichter stirbt das System an Altersschwäche oder an Langeweile.
>>>
Das Dashboard zeigt uns eigentlich nur eins: Man kann die Regler schieben, wie man will – am Ende ist es ein Nullsummenspiel, solange wir versuchen, Clubkultur als reines Wirtschaftsgut zu optimieren. Sobald der Score für die Touristen bei 100 steht, ist die Stadt als kreativer Pol tot. Viel Spaß beim Schieben.





