INDIE CLUBS FRANKFURT

ono2

  • Adresse: Walter-Kolb-Straße 16, 60594 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Sachsenhausen (im Erdgeschoss des Parkhauses Alt-Sachsenhausen)
  • Social: Instagram | Webseite
  • Kapazität: Winzige 30 bis 130 Leute (oder 60 Sitzplätze)
  • Besonderheit: Getrennter Barbereich, roter Boden, Yamaha-Klavier und absolute Immunität gegen Junggesellenabschiede
  • Sound: Indie, Britpop, Jazz, Live-Konzerte, Song-Slams

Das ono2 ist der lebende Beweis, dass man im Epizentrum des Frankfurter Mainstream-Terrors – Sachsenhausen – tatsächlich Kultur überleben lassen kann. Während ein paar Straßen weiter Horden von Junggesellenabschieden in Apfelwein-Kneipen grölen und in billigem Ebbelwoi ertrinken, versteckt sich dieser kleine Hybrid-Club ausgerechnet im Erdgeschoss eines schnöden Parkhauses. Das „neue“ ono2 ist zwar doppelt so groß wie sein Vorgänger, was in Frankfurter Maßstäben aber immer noch bedeutet, dass bei 130 Leuten die absolute Belastungsgrenze erreicht ist.

Wer hier harte Techno-Raves oder Schickimicki-Flaschenbestellungen sucht, ist komplett falsch abgebogen. Der Raum (anthrazitfarbene Wände, roter Fußboden) ist ein Refugium für handgemachte Musik. Hier regieren Indie-Nächte, Britpop, Jazz-Sessions und kleine Live-Konzerte. Es steht sogar ein hervorragendes Yamaha-Klavier in der Ecke. Der cleverste architektonische Move des Betreibers: Die Bar ist räumlich vom Dancefloor/Konzertbereich getrennt, damit das chronische Frankfurter Tresen-Gelaber nicht die Künstler ruiniert. Das ono2 ist ein intimer, unprätentiöser Zufluchtsort für alle, die echte Live-Musik schätzen und dem grauenhaften Sachsenhausener Straßenbild für ein paar Stunden entkommen wollen.

–english version–

The ono2 is living proof that culture can actually survive in the epicenter of Frankfurt’s mainstream terror—Sachsenhausen. While hordes of stag parties roar in apple wine pubs and drown in cheap cider just a few streets away, this small hybrid club hides out of all places on the ground floor of a mundane parking garage. The „new“ ono2 is twice as big as its predecessor, which by Frankfurt standards still means it maxes out at a cozy 130 people.

If you’re looking for hard techno raves or fancy bottle service here, you’ve taken a completely wrong turn. The room (anthracite walls, red floor) is a sanctuary for handmade music. Indie nights, Britpop, jazz sessions, and intimate live concerts rule here. There’s even an excellent Yamaha piano sitting in the corner. The cleverest architectural move by the management: the bar is spatially separated from the dancefloor/concert area so that chronic Frankfurt bar chatter doesn’t ruin the live acts. The ono2 is an intimate, unpretentious refuge for anyone who appreciates real live music and wants to escape the horrific Sachsenhausen street scene for a few hours.

Das Bett

  • Adresse: Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Gallusviertel (irgendwo im Nirgendwo)
  • Telefon: 069-60629873
  • Social: Instagram | Webseite
  • Kapazität: Für ca. 400 schwitzende Körper
  • Sound: Indie, Punk, Rock, Singer-Songwriter (Live-Fokus)
  • Öffnungszeiten: Meistens ab 20:00 Uhr (konzertabhängig)

Das Bett ist die Frankfurter Zufluchtsstätte für alle, die echte Instrumente, fliegende Bierbecher und Schweißgeruch dem sauberen, sterilen Techno-Bunker vorziehen. Ursprünglich 2005 im Ausgeh-Sumpf Sachsenhausen gegründet, wurde der Laden 2009 ins Gallusviertel verdrängt. Das bedeutet für dich: Du brauchst entweder ein verdammt gutes Navi oder sehr viel Geduld mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, um das Ding in der alten Kommunikationsfabrik überhaupt zu finden.

Aber der Pilgerweg lohnt sich. Musikalisch wird hier alles auf die Bühne gezerrt, was Charakter hat: Indie, Punk, Jazz, Balkan-Beats oder heulende Singer-Songwriter. Die Getränkepreise sind für Frankfurter Verhältnisse fast schon rührend fair und das Publikum extrem entspannt. Wer hier aufkreuzt, kommt wegen der Musik und nicht, um sein Outfit spazieren zu führen. Der Haken an der Sache? Es ist fast ausschließlich eine Live-Location. Sobald die Band nach der zweiten Zugabe die Gitarren einpackt, leert sich der Laden oft in Rekordzeit. Der DJ, der danach noch versucht, eine Party am Leben zu halten, ist meistens ein einsamer Kämpfer auf verlorenem Posten. Wenn du also eine durchfeierte Nacht bis 8 Uhr morgens suchst, bist du hier falsch. Wenn du aber ein dreckiges, ehrliches Konzert willst, ist Das Bett deine erste Wahl.

–english version–

Das Bett (The Bed) is Frankfurt’s sanctuary for everyone who prefers real instruments, flying beer cups, and the smell of sweat over clean, sterile techno bunkers. Originally founded in 2005 in the party swamp of Sachsenhausen, the venue was pushed out to the Gallusviertel in 2009. For you, this means: you either need a damn good GPS or a lot of patience with public transport to even find this place in the old communication factory.

But the pilgrimage is worth it. Musically, anything with character gets dragged onto the stage here: indie, punk, jazz, Balkan beats, or weeping singer-songwriters. Drink prices are almost touchingly fair by Frankfurt standards, and the crowd is extremely laid-back. People show up here for the music, not to parade their outfits. The catch? It is almost exclusively a live location. As soon as the band packs up their guitars after the second encore, the place often empties out in record time. The DJ who tries to keep a party alive afterwards is usually a lonely soldier fighting a losing battle. So, if you’re looking for an all-night rave until 8 AM, you’re in the wrong place. But if you want a dirty, honest concert, Das Bett is your prime choice.

The Cave

  • Adresse: Brönnerstraße 11, 60313 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Innenstadt (direkt an der Konstablerwache)
  • Telefon: 069-283808
  • Social: Instagram | Webseite
  • Eintritt: Schlappe 5,00 €
  • Sound: Grunge, Metal, Indie, Alternative, 80s & Goth
  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag ab 22:00 Uhr

Das Cave ist der lebende Beweis dafür, dass man mitten in der kommerziellen Hölle der Frankfurter Innenstadt überleben kann – man muss sich nur tief genug in der Erde vergraben. Seit 1998 steigen hier Leute in den düsteren Gewölbekeller hinab, die eine panische Angst vor Tageslicht, glattgebügelten Hemden und Autotune haben. Wer die steile Treppe nach unten nimmt, reist musikalisch in einer feuchten Zeitkapsel zurück: Grunge, Metal, Indie und Hardcore dominieren die beiden winzigen, engen Räume. Einmal im Monat wird zur berüchtigten Depeche Mode Party der schwarze Kajal rausgeholt, und Gruftis feiern Schulter an Schulter mit verschwitzten Mittdreißigern, die ihre Jugend einfach nicht loslassen wollen.

Der absolute Pluspunkt dieses Ladens: Das Cave scheißt auf Dresscodes. Komm in zerrissenen Jeans, abgewetzten Chucks oder im ausgewaschenen Bandshirt – hier juckt das niemanden. Wer hier auf Styling achtet, hat das Konzept sowieso nicht verstanden. Die Getränkepreise sind für diese zentrumsnahe Lage eine absolute Frechheit (im positiven Sinne), und wer hier die lächerlichen fünf Euro Eintritt zahlt, weiß genau, worauf er sich einlässt: Keine VIP-Areas, keine Champagner-Poser, nur ehrlicher, dreckiger Rock ’n‘ Roll und ein unkompliziertes Publikum, das sich einfach nur die Birne wegblasen und zu alten Klassikern mitgrölen will.

–english version–

The Cave is living proof that you can survive right in the middle of the commercial hellhole that is downtown Frankfurt – you just have to bury yourself deep enough underground. Since 1998, people who are terrified of daylight, ironed shirts, and autotune have been descending into this gloomy vaulted cellar. Anyone taking the steep stairs down is traveling back in a damp musical time capsule: grunge, metal, indie, and hardcore dominate the two tiny, narrow rooms. Once a month, the black eyeliner is brought out for the notorious Depeche Mode party, and goths party shoulder-to-shoulder with sweaty thirty-somethings who simply refuse to let go of their youth.

The absolute highlight of this joint: The Cave doesn’t give a flying f*ck about dress codes. Show up in ripped jeans, worn-out Chucks, or a faded band shirt – nobody here cares. If you pay attention to styling here, you haven’t understood the concept anyway. The drink prices are an absolute joke (in a good way) for such a central location, and anyone paying the ridiculous five-euro cover charge knows exactly what they are getting into: no VIP areas, no champagne posers, just honest, dirty rock ’n‘ roll and an uncomplicated crowd that just wants to get wasted and scream along to old classics.

Batschkapp

  • Adresse: Gwinnerstraße 5, 60388 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Seckbach (Industriegebiet-Romantik)
  • Telefon: 069-95218410
  • Mail: info@batschkapp.de
  • Social: Instagram | Webseite
  • Kapazität: Bis zu 1.500 Leute (vorbei sind die intimen Zeiten)
  • Sound: Rock, Alternative, Indie, Metal, Hip-Hop & große Themen-Partys
  • Öffnungszeiten: Meistens ab 19:00 Uhr (Konzert-Taktung)

Die Batschkapp (Frankfurterisch für diese altmodischen Schiebermützen) ist ein absoluter Dinosaurier der lokalen Musikszene. 1976 gegründet, war der Club in Eschersheim jahrzehntelang ein verschwitztes, intimes 400-Mann-Loch, in dem der Schweiß von der Decke tropfte. Ende 2013 kam dann der radikale Schnitt: Umzug ins Industriegebiet nach Seckbach. Die alten Punks und Indie-Veteranen heulen dem alten Standort zwar heute noch hinterher, aber seien wir mal brutal ehrlich: In der neuen Halle passen jetzt 1.500 Leute rein, man wird dank des massiven Vordachs beim Warten nicht mehr vom Regen weggespült und man erstickt nicht mehr an der fehlenden Belüftung.

Heute ist die „Kapp“ eine perfekt geölte Maschine und die wichtigste Anlaufstelle für mittelgroße bis große Konzerte im Rhein-Main-Gebiet. Musikalisch wird hier alles auf die riesige Bühne gewuchtet, was eine vernünftige Fanbase hat: Rock, Metal, Indie, aber auch Hip-Hop und Electro. Wenn mal keine Band die Verstärker aufdreht, übernehmen DJs das Ruder und ballern Best-of-Partys durch die Boxen. Bonuspunkte gibt es für die Realität außerhalb des Moshpits: Der Laden ist komplett barrierefrei und hat sogar haufenweise eigene Parkplätze für die ganz bequeme Fraktion. Die Batschkapp hat vielleicht etwas von ihrem ursprünglichen, dreckigen Underground-Charme eingebüßt, aber sie ist und bleibt der unangefochtene Heavyweight-Champion der Stadt.

–english version–

The Batschkapp (Frankfurt dialect for a flat cap) is an absolute dinosaur of the local music scene. Founded in 1976, the club in Eschersheim was a sweaty, intimate 400-capacity hole for decades, where condensation dripped from the ceiling. At the end of 2013 came the radical cut: moving to the industrial wasteland of Seckbach. The old punks and indie veterans still shed a tear for the old location today, but let’s be brutally honest: the new hall now holds 1,500 people, thanks to the massive canopy you no longer get washed away by the rain while waiting in line, and you don’t suffocate from the lack of ventilation anymore.

Today, the „Kapp“ is a perfectly oiled machine and the most important venue for mid-to-large-sized concerts in the Rhine-Main area. Musically, anything with a decent fanbase is dragged onto the massive stage: rock, metal, indie, but also hip-hop and electro. When no band is turning up the amps, DJs take over and blast best-of parties through the speakers. Bonus points for the reality outside the mosh pit: the place is completely wheelchair accessible and even has tons of its own parking spaces for the lazy fraction. The Batschkapp might have lost a bit of its original, filthy underground charm, but it remains the undisputed heavyweight champion of the city’s live music scene.

Nachtleben

  • Adresse: Kurt-Schumacher-Straße 45, 60313 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Innenstadt (direkt bei der Konstablerwache)
  • Telefon: 069-20650
  • Social: Instagram | Webseite
  • Sound: Indie, Rock, Punk, Alternative & LGBTQ+ Events
  • Öffnungszeiten: Café tagsüber, Club bei Konzerten ab 20:00 Uhr, Partys ab 23:00 Uhr

Das Nachtleben ist das gallische Dorf der Frankfurter Innenstadt. Seit 1993 wird hier im Keller an der Konstablerwache gegen den Mainstream-Müll angekämpft, der oben auf der Zeil aus den Lautsprechern dröhnt. Wer heute im schicken Club-Outfit hier aufkreuzt, erntet eher mitleidige Blicke. Das Nachtleben ist und bleibt ein ungeschönter Keller-Club, in dem früher Legenden wie Rammstein oder die Sportfreunde Stiller auf der winzigen Bühne standen, bevor sie wussten, wie man Stadien füllt.

Das Konzept ist simpel: Oben gibt’s ein Café für den Koffein-Schub oder das gepflegte Vorglühen, unten im Keller wird der Schweiß von der Decke getanzt. Musikalisch ist alles dabei, was Gitarren hat oder zumindest ordentlich scheppert – von Indie-Pop über Punk bis hin zu House-Exkursionen. Ein echter Fels in der Brandung ist die „Atomic-Party“ (jeden zweiten Freitag), die einzige Indie-Sause für die LGBTQ+-Szene in Frankfurt. Hier feiert man ohne Berührungsängste und ohne den Stock im Arsch, der in den Frankfurter Nobel-Diskos Standard ist. Wenn du keine Lust auf Hochglanz-Vibe hast, aber Bock auf Musik mit Eiern, ist das Nachtleben deine letzte Rettung im Zentrum.

–english version–

Nachtleben (Nightlife) is the Asterix-style Gallic village of downtown Frankfurt. Since 1993, this basement near Konstablerwache has been fighting the mainstream garbage blaring from the speakers up on the Zeil shopping mile. If you show up here in a fancy club outfit today, you’ll likely get nothing but pitying looks. Nachtleben is and remains an unpolished basement club where legends like Rammstein or Sportfreunde Stiller once played on the tiny stage long before they knew how to fill stadiums.

The concept is simple: there’s a café upstairs for your caffeine fix or a pre-party drink, and downstairs in the basement, you dance until the sweat drips from the ceiling. Musically, it’s everything that has guitars or at least kicks ass—from indie-pop and punk to house excursions. A true staple is the „Atomic Party“ (every other Friday), the only indie bash for the LGBTQ+ scene in Frankfurt. Here, people party without inhibitions and without the elitist attitude that is standard in Frankfurt’s posh discos. If you’re not in the mood for a high-gloss vibe but want music with soul and grit, Nachtleben is your last salvation in the city center.

Ponyhof

  • Adresse: Klappergasse 16, 60594 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Alt-Sachsenhausen (Inmitten der Apfelwein-Hölle)
  • Social: Instagram | Webseite
  • Kapazität: Kuschelige 150 Personen
  • Sound: Indie, Rock, Singer-Songwriter, Elektro & Lesungen
  • Öffnungszeiten: Meistens ab 20:00 Uhr (Konzert- und Party-Abhängig)

Der Ponyhof ist das gallische Dorf in Alt-Sachsenhausen. Während drumherum billiger Schlager und peinliche Ballermann-Hits aus den Boxen dröhnen, hält man hier seit 2009 die Fahne der Subkultur hoch. Die Räumlichkeiten in der Klappergasse (in denen früher mal „Das Bett“ hauste) sind winzig, eng und herrlich unprätentiös. Wer hier nach den aktuellen Charts oder VIP-Lounges sucht, wird schneller vor die Tür gesetzt, als er „Ebbelwoi“ sagen kann.

Das Publikum ist angenehm studentisch, entspannt und pfeift auf Dresscodes. In den Laden passen gerade mal 150 Leute, was für eine fast schon familiäre Atmosphäre sorgt – man tanzt hier zwangsläufig auf Tuchfühlung. Musikalisch wird alles serviert, was Charakter hat: von Indie-Rock über Singer-Songwriter-Abende bis hin zu intimen Elektro-Saisons. Und weil der Ponyhof mehr ist als nur ein reiner Saufstall, finden hier auch regelmäßig Lesungen, Poetry Slams und Theaterabende statt. Ein echter Lichtblick in einem Viertel, das sonst eher für Kotze auf dem Kopfsteinpflaster bekannt ist.

–english version–

Ponyhof is the cultural sanctuary of Alt-Sachsenhausen. While the surrounding area is plagued by cheap German pop and embarrassing tourist traps, this place has been championing subculture since 2009. The rooms on Klappergasse (formerly home to „Das Bett“) are tiny, cramped, and wonderfully unpretentious. If you’re looking for current radio charts or VIP lounges, you’ll be shown the door faster than you can say „apple wine.“

The crowd is refreshingly student-like, laid-back, and couldn’t care less about dress codes. The venue only holds about 150 people, creating an almost family-like atmosphere where you’ll inevitably end up dancing shoulder-to-shoulder. Musically, they serve everything with character: from indie rock and singer-songwriter nights to intimate electronic sessions. And because Ponyhof is more than just a place to get wasted, it also regularly hosts readings, poetry slams, and theater nights. A true gem in a district otherwise known for tourists and stag parties.

Zoom

  • Adresse: Carl-Benz-Straße 21, 60386 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Fechenheim (Industrie-Vibe pur)
  • Social: Instagram | Webseite
  • Kapazität: Bis zu 2.700 Personen (Großraum-Modus)
  • Sound: Indie, Rock, Hip-Hop, Electronic & Major Tour-Stopps
  • Öffnungszeiten: Konzertabhängig (meist ab 19:00 oder 20:00 Uhr)

Wer das Zoom noch als kleinen, ranzigen Indie-Schuppen in der Brönnerstraße kennt, wird beim Betreten der neuen Location in Fechenheim vermutlich einen mittelschweren Kulturschock erleiden. Das Zoom hat das Erbe des legendären Sinkkasten endgültig hinter sich gelassen und ist in die heiligen Hallen des ehemaligen Cocoon Clubs gezogen. Aus „klein und kuschelig“ wurde „massiv und professionell“.

In den verschiedenen Räumen (Zoom, Halle, Cocoon) findet heute alles Platz, was Rang und Namen hat – von internationalen Indie-Größen bis hin zu ausverkauften Hip-Hop-Shows. Der Look ist modern, die Anlage drückt ordentlich und das Programm ist so eklektisch wie eh und je, nur eben im XXL-Format. Ob legendäre Partyreihen wie „Hit Happens“ oder hochkarätige Live-Acts: Das Zoom ist zum neuen Kraftzentrum im Frankfurter Osten mutiert. Einziger Wermutstropfen: Die „zentrale Lage“ ist Geschichte. Wer hierher will, muss sich auf eine kleine Pilgerreise ins Industriegebiet einstellen. Dafür wird man mit einer Location belohnt, die in Sachen Sound und Licht aktuell so ziemlich alles in Frankfurt in den Schatten stellt.

–english version–

Forget everything you knew about the old, intimate Zoom in the city center. The club has moved to Fechenheim, taking over the massive space of the legendary former Cocoon Club. It has transformed from a small indie hideout into a heavyweight venue capable of hosting up to 2,700 people. While the nostalgic „sinkkasten“ vibes are gone, the new Zoom offers state-of-the-art sound and lighting in a raw, industrial setting.

With multiple floors including the main hall and the „Cocoon“ area, it hosts everything from international indie stars to massive hip-hop shows and electronic nights. Legendary parties like „Hit Happens“ have made the move as well. The only downside: it’s no longer just a quick walk from the Konstablerwache. You’ll need to head east to the industrial district, but the sheer scale and professional production of the shows make the trip absolutely worth it. It’s the new powerhouse of Frankfurt’s live music scene.

Elfer

  • Adresse: Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main
  • Bezirk: Alt-Sachsenhausen
  • Social: Instagram | Webseite
  • Vibe: „No homophobia, no violence, no racism, no sexism – yes love!“
  • Sound: Rock, Metal, Indie, Alternative & Punk

Das Elfer ist der ranzige, laute Bruder des Ponyhofs, direkt gegenüber in der Klappergasse. Wer hier reingeht, sollte seine Erwartungen an Hygiene und Ästhetik am Eingang abgeben und gegen eine ordentliche Portion Durst eintauschen. Das Elfer ist kein „moderner Club“ im Sinne von Hochglanz und Design – es ist eine dunkle Höhle für Leute, denen saubere Kacheln auf dem Klo völlig egal sind, solange die Bassdrum in der Magengrube drückt.

Trotz aller Gerüchte über Umzüge und Schließungen beißt sich der Laden seit Ewigkeiten in Alt-Sachsenhausen fest. Warum? Weil die Booker es verdammt nochmal draufhaben. Hier stehen regelmäßig Bands auf der Bühne, die eigentlich viel zu groß für diesen Keller sind. Wenn keine Live-Gigs anstehen, regieren harte Gitarren, Indie-Hymnen und Metal-DJs die Tanzfläche. Das Publikum ist herrlich schmerzfrei: Hier geht es um Musik, Bier und Eskalation. Wer Schickimicki sucht, wird hier ausgelacht; wer eine ehrliche Rock-Nacht in Frankfurt sucht, kommt am Elfer nicht vorbei. Ein absolutes Urgestein, das sich weigert zu sterben.

–english version–

Elfer is the gritty, loud brother of the Ponyhof, located right across the street in Klappergasse. If you enter here, leave your expectations of hygiene and aesthetics at the door and trade them for a serious thirst. Elfer is not a „modern club“ in terms of gloss and design—it’s a dark cave for people who couldn’t care less about clean bathroom tiles as long as the bass drum hits them in the gut.

Despite all the rumors about moving or closing over the years, the place refuses to leave Alt-Sachsenhausen. Why? Because the bookers know their craft. You’ll regularly find bands on this stage that are technically way too big for this basement. When there are no live gigs, heavy guitars, indie anthems, and metal DJs rule the dance floor. The crowd is refreshingly unpretentious: it’s all about music, beer, and high-energy chaos. If you’re looking for something fancy, you’ll be laughed at; if you want an honest rock night in Frankfurt, Elfer is a must. A true legend that simply refuses to die.