… IN BERLIN UNTER MITTE AN EINEM VERWUNSCHENEM PLATZ …

Es ist immer wieder erstaunlich, was unter dieser Stadt alles existiert. Radikales Bebauen mit Büros und teuren Wohnhäusern hat doch eigentlich alles an magischen Einstiegen in Unterwelten schon lange zerstört, denkt man zumindest, aber diese alte Stadt hat immer noch neue Löcher zu bieten, die irgendwann gefunden werden, und dann muss man nur noch jemanden kennen, der einem davon erzählt. Denn im Netz wird man nichts dazu finden, so schlau sind nun schon alle geworden.

Und so führt, mitten in der Stadt zwischen alten Schinkelbauten, ein unscheinbares Stahltor mit 40jähriger Staubpatina plötzlich an einen neuen Ort. Ein 20 Meter langer Weg weit weg von der Straße führt zu einem, wie ein Fahrstuhlhäuschen anmutenden, Eingang im Hinterhof. Von dort gehts über eine Stahltreppe höchstens zwei Meter unter die Erde. Ich laufe durch mehrere qadratische Räume. Danach weitet sich alles in einen schwarz weiß gefliesten Raum, und langsam höre ich auch Musik.

Eine weitere Treppe folgt, wieder ca. 2 Meter weiter nach unten, hindurch zwischen großen Stahlrohren, die im rechten Winkel im Beton verschwinden. Hinter dem Raum öffnet sich ein Gewölbe. Ich bin sprachlos. Die Wände sind alter Backstein. Sehr alter Backstein. Die Decke ist in halbrunden Bögen gemauert und Säulen stützen alles. Links sind Becken. Flache, ca. vier Meter große Becken, die mit öligem Wasser gefüllt sind.

Große Stahlschienen mit schweren Haken auf Rollen laufen durch den Raum. Und die haben dort verdammt nochmal ein Dj Pult und eine Bar aufgehängt, die beide etwa einen halben Meter über dem Boden hängen, der übrigens auch aus schwarzweißen Fliesen besteht. Der Typ hinterm Pult hat einen Zylonenhelm auf. Vorne gibt es sogar dieses hin und her laufende rote Licht. Wie kann der damit auflegen? 

Und es läuft Basic Channel – Quadrant Dub! Ich drehe langsam durch und Gänsehaut kriecht meine Arme entlang. Die Lichtinstallation ist schwer beschreibar. Es ist wie ein Scan der Struktur und orangefarbene Laser laufen direkt die Fugen des Backsteins entlang. Mehrere große halbdurchsichtige Schläuche aus papierähnlichem Material schweben unter der Decke und werden von innen wie von Blitzen illuminiert, die im Puls der Musik aufleuchten. Man kann auf dieses Bar Gerüst treten und es wackelt nichts. Liegt wohl an der Schwere. Die Bar ist aus alten Vitrinen der Gründerzeit gebaut. Die Barkeeper schieben wirklich die alten Glasscheiben beiseite, um an die Getränke zu kommen. Ich setze mich erstmal auf einen, an die Theke montierten, alten Motorradsattel und bin baff…