E-Zigaretten – ein schönes Stück Technik zum nuckeln

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Berlin ist für Raucher so etwas wie eine Insel der Glückseligen: Kein Club und kaum eine Bar oder ein Konzert, auf dem nicht geraucht werden darf. Klar, für Nichtraucher ist das eher uncool, aber immer noch besser als den Geruch der schwitzenden Menge unverqualmt in der Nase zu haben. Woanders sieht das ganz anders aus, in Bayern wird man zum Beispiel aus dem Club geworfen, wenn man sich eine ansteckt. Ist, besonders im Winter, dann immer eine ganz tolle Sache, wenn man auf die Straße rennen darf um seiner Sucht zu nachzugehen. geht im club aber noch, bei Konzerten hat man einfach Pech.

Nun gibt es ja seit einer Weile E-Zigaretten. Die kleinen Stäbchen mit dem bunten Licht am Ende sind bei vielen Rauchern zwar noch verpönt, aber die Absatzzahlen steigen. Die Dinger funktionieren über einen Glühdraht, der auf Knopfdruck Propylenglycol und Glycerin verdampft, das als Trägerflüssigkeit für Nikotin und Aromen dient. Klingt gruselig chemisch? Ist das selbe Zeug, das in Nebelwerfern verwendet wird, zum Beispiel im Sisyphos. Dort natürlich ohne das Nikotin.

Wenn man sich jetzt anschaut, was für eine mittlere Chemiewaffe bei der Verbrennung von Tabak entsteht, wirkt das gar nicht mehr so abschreckend – die Wissenschaft ist sich über die Schädlichkeit des „Dampfens“ interessenskonfliktgemäß zwar noch nicht einig, es zeichnet sich aber ab, dass es zumindest weit weniger gesundheitsschädlich ist als „richtig“ zu rauchen (und für die Umstehenden einfach komplett unschädlich). E-Zigaretten vermitteln tatsächlich auch ein „Rauchgefühl“, wobei der Dampf eher schmeckt wie aus einer Shisha. Nichtsdestotrotz gelten sie als eine Alternative zur gewöhnlichen Zigarette. Man geht sogar davon aus, dass E-Zigaretten dabei helfen könnten, mit dem Rauchen aufzuhören – man neigt dazu, nur so oft zu ziehen, wie das Gehirn „Nikotin!“ schreit, anders als an einer Zigarette, die man halt dann gleich durchraucht.

Wenn man über das awkwarde Gefühl, an so einem Stück Technik zu nuckeln hinwegkommt, dann kann eine E-Zigarette auch für den klassischen, rauchenden Berliner Clubgänger sinnvoll sein: Die Hälfte des Katers kommt bekanntlich von den drei Schachteln Kippen, die man in einer durchschnittlichen Feiernacht durchzieht. Das fällt mit einer E-Zigarette natürlich weg. Und bequemer ist es auch: So ein Ding hält mit einer Akkufüllung schon mal die ganze Nacht, Wechselakkus sind schnell eingesteckt. Wen es interessiert, der kann sich das ganze mal auf powercigs anschauen. Hier kriegt man gleich das nötige Know-How mitgeliefert und muss nicht in einen obskuren Laden in Marzahn fahren, um sich mal so ein Ding zu besorgen, probehalber. Ach ja: Die Wohnung riecht mit Dampfen auch besser, und wenn man dann wirklich mal Bedürfnis nach einer brennenden, stinkenden Fluppe hat ist der nächste Späti ja auch nicht weit.