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Statement von JACK IN THE BOX e.V.

Kampf für Kultur – Ehrenfeld retten!

JACK IN THE BOX musste schon Ende 2016 gehen, dann JACKWHO, das Underground geht in 6 Wochen, die Tage des Heliosgeländes (Stapelbar, Helios 37, ehemalige DQE-Halle) sind auch schon gezählt und das Heinz-Gaul-Gelände ist jetzt an einen Investor verkauft worden – auch hier ist die Zwischennutzung endlich. An die Papierfabrik und den Sensor-Club erinnern sich viele noch wehmütig zurück.

Statt dessen werden Wohnungen, Schulen und Kitas geplant – nichts dagegen. Köln ist eine wachsende Stadt und braucht diese Nutzungen. Aber die Mischung macht’s. Auf einen Erhalt der „Ehrenfelder Mischung“ konnten sich 2014, als die Pläne für das Gelände des Gbf’s Ehrenfeld entwickelt wurden, ALLE einigen. Die Kultur ist in Ehrenfeld bedeutsamer Teil der Mischung und Hauptgrund für Ehrenfeld’s überregionale Bekanntheit und Beliebtheit – auch Wirtschaftsfaktor und durch eine IHK Studie klar bestätigt!

Als wir im Oktober 2016 unsere Veranstaltungshalle, Werkstatt und das schöne Außengelände auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Ehrenfeld aufgeben mussten, war allen klar, dass Ehrenfeld und ganz Köln einen Kulturort verliert, der nicht so schnell ersetzbar ist und wirklich einen Verlust darstellt. Denn wo gibt es sonst eine bezahlbare Halle von 1.000 qm in Köln?
Trotzdem hat es in den letzten Jahren, Monaten und Wochen keinen Aufschrei gegeben – warum?

Seit 2014 war klar, dass ca. 400 Wohnungen auf dem mittleren und westlichen unbebauten Teil des ehemaligen Gbf gebaut werden sollen. Hier hätte es nur heißen können: entweder die Wohnungen oder JACK IN THE BOX. Beides nebeneinander wäre undenkbar gewesen. Da aber der östliche Teil des Geländes (ca. 12.000 qm), die sogenannte „Ostspitze“ dem Gewerbe, vorbehalten bleiben sollte, haben wir seit 2014 für die Idee geworben, mit JACK IN THE BOX in die Ostspitze umzuziehen, die alte Güterhalle für Veranstaltungen und als Begegnungsstätte / Treffpunkt / Aktionsfläche wie in der alten Halle für eine breite Zielgruppe zu nutzen und in drei neu zu errichtenden Gebäuden rund um die Güterhalle viele Proberäume, Ateliers, Werkstätten, ein Hotel / Hostel, Gastronomie und Büros für die Kultur- und Kreativwirtschaft, zu errichten. Es geht laut den Festsetzungen des Bebauungsplans darum, Nutzungen für ca. 25.000 qm Bruttogeschossfläche zu generieren.
Unser Ostspitzen-Konzept hat mittlerweile viele Befürworter und Freunde gewonnen, denn es beinhaltet die Räume, die aktuell verloren gehen, die Ehrenfeld aber braucht, um seine Qualität als überregional bekanntes und beliebtes Kulturviertel nicht zu verlieren und ist wirtschaftlich darstellbar.

Durch einen Ehrenfelder Kultur-Freund, JACK IN THE BOX-Besucher und Investor ist die Sache in 2016 entscheidend voran gebracht worden. In unsere „Projektentwicklung Ostspitze“ sind mittlerweile hunderte Ehrenamtsstunden und ca. 50.000 reale Euros investiert worden. Ein renommierter Kölner Architekt und Quartiersplaner und ein Immobilienfinanzierungsprofi fanden das Konzept klasse und passgenau für Ehrenfeld und haben es „gerechnet“.

Wir haben das Konzept schon in 2016 dem Eigentümer, der Aurelis Real Estate GmbH vorgestellt, mit der Absicht das Gelände der Ostspitze zu kaufen. Am 09.01. diesen Jahres haben wir es in der BÜZE öffentlich präsentiert. Seitens unserer Immobilienprofis wurden viele gute Gespräche mit der Aurelis geführt und es schien aussichtsreich, unser Konzept verwirklichen zu können.
Jetzt, nachdem der Rat der Stadt Köln am 11.07. Planungsrecht geschaffen hat, hat die Aurelis unsere Pläne vom Tisch gewischt, die Gespräche beendet und die Zusage, sich mit uns nach dem Ratsbeschluss an den Verhandlungstisch zu setzen, nicht eingehalten.

Das ist Vorsatz und das ist Taktik, die wir so nicht hinnehmen werden. Wenn nur das Investoreninteresse (Rendite) zählt, ist der point of no return im Gentrifizierungsprozess schnell erreicht und Ehrenfeld stirbt als Kulturstandort. Wir haben die politischen Gremien informiert und planen weitere Schritte. Viele empörte Stimmen erreichen uns und von allen Seiten wird uns Unterstützung zugesagt.

Aber wir brauchen auch EUCH und möglichst viele Bürger. Was könnt Ihr tun? Teilt eure Meinung in den sozialen Netzwerken, schreibt Kommentare – auch an die politischen Gremien , sprecht mit Menschen und bleibt interessiert. Wir halten euch hier auf dem Laufenden, wie wir weiter vorgehen.

Beste Grüße
JACK