Wenn der August in Berlin sich dem Ende zuneigt, zieht das Pop-Kultur Festival traditionell in die Räume des silent green im Wedding. Vom 24. bis 30. August 2026 öffnet sich dort ein besonderer Raum für die hiesige Musikszene: Mit dem Format „Berlin Outbound“ bringt das Musicboard Berlin zum dritten Mal internationale Perspektiven in die Stadt.

Es ist ein spürbares Suchen nach neuen Wegen in einer Industrie, die sich im radikalen Umbruch befindet. Der Schritt auf die internationalen Bühnen ist für viele Berliner Musikerinnen und Musiker ein leiser Traum, der sich jedoch selten allein durch gute Musik erfüllt. Es braucht Netzwerke, Begegnungen und das Wissen um Strukturen. Genau hier setzt „Berlin Outbound“ an und lädt eine Delegation aus internationalen Kuratoren, Festivalmacherinnen und Journalisten ein, darunter Stimmen vom Primavera Sound aus Barcelona, dem Rewire Festival in Den Haag oder Radio FM4 aus Wien.

Das Programm konzentriert sich dabei auf den unmittelbaren Austausch und ist in englischer Sprache gehalten. Im Zentrum stehen Formate, die Begegnungen schaffen:

Die Kunst der kurzen Begegnung: Speed Meetings Am Mittwoch, den 26. August (15:30–17:00 Uhr), bekommen Berliner Kunstschaffende zehn Minuten Zeit für ein Einzelgespräch mit den internationalen Gästen. Es ist ein kurzes Zeitfenster, um Projekte vorzustellen und vielleicht den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit zu legen.

Über das Schreiben und Verschwinden: Musikjournalismus im Wandel Ein besonders drängendes Thema wird am selben Tag (14:00–15:15 Uhr) auf dem Roundtable „The State of Music Journalism“ verhandelt. Während traditionsreiche Medienstrukturen leise verschwinden und Redaktionen schrumpfen, übernehmen Algorithmen zunehmend die Deutungshoheit darüber, was gehört wird. Aida Baghernejad, Daria Challah und Dalia Ahmed suchen in einem offenen Gespräch nach der Gegenwart und Zukunft des Schreibens über Musik.

Handwerk und Strategie: Talent Export und Mentoring Wie das internationale Musikökosystem abseits der Kunst funktioniert, zeigt Camila Anino im Workshop „Talent Export“ (26. August, 13:30 Uhr). Wer spezifischere Fragen hat, findet in den Mentoring-Sessions am 24. und 26. August einen geschützten Raum. In kleinen Runden von maximal sechs Personen teilen Expertinnen wie Andrea Lacroix oder Laura Mikolajczak ihr Wissen zu Themen wie Licensing, Digitalem Marketing oder dem Live-Geschäft.

Ergänzt wird das Fachprogramm durch die öffentlichen „Berlin Outbound Talks“ am 25. August, die sich unter anderem mit dem nordamerikanischen Musikmarkt und der Macht der Plattformen beschäftigen.

Es ist eine Einladung, den Blick für einen Moment über die Grenzen der eigenen Stadt hinaus zu richten. Wer an den Speed Meetings, Roundtables oder Mentoring-Sessions teilnehmen möchte, muss sich jedoch rechtzeitig entscheiden: Die Plätze sind begrenzt und erfordern eine Anmeldung bis zum 16. August 2026.