20 Years of Suicide 18.4. – 20.4.2014

Meine Güte… 20 Jahre. Ich kann mich noch gut ans alte Suicide erinnern, einfach weil es einer meiner Lieblingsclubs damals war. Und so war ich auch ziemlich happy, als der gute Ralf Brendeler dann auch wieder das neue Suicide eröffnete. Und erst recht macht mich dieses Jubiläum glücklich, auch wenn es natürlich ans eigene Alter erinnert. Aber ganz ehrlich… Scheiß drauf!

FREITAG 18.4.2014

Am ersten Abend liegt der Fokus auf Techno im ziemlich herkömmlichen Sinne, dark, hart, intensiv. Mit dabei einige der Leute, die das musikalische Gesicht des Clubs und den Sound der 90er überhaupt stark mitgeprägt haben.

Electric Indigo (female:pressure)
Jonzon (gigolo)
Housemeister (aycb, suicide)
Frank Mueller (müller, mad musician)
Andi Teichmann (festplatten, suicide)
DJ Flush (killekill, suicide)
Hanno Hinkelbein (killekill)
Daniel Meteo (shitkatapult)
BeNi (suicide)

SAMSTAG 19.4.2014

Am zweiten Abend sind mit WOODY und DJ DISKO zwei der E-Werk Residents am Start. Die MAERTINI BROES und viele andere runden den Abend ab. House und grooviger Techno sind angesagt!

Woody (fumakilla)
Märtini Brös (pokerflat, suicide)
DJ Disko
Paula P’Cay (live)
Djoker Daan
Armin & Mitch (melting point)
Ralph Ballschuh
Georg Fichtenau (circus total)
DJ Arzt (reclaim the beats)

SONNTAG 20.4.2014

Am Sonntag lassen wir das Ganze ausklingen, könnte man denken. Aber Nein, da lassen wir es noch mal richtig krachen!

Tanith (suicide circus)
Wolle XDP (suicide circus)
Erich Lesovsky (circat) (live)
Nils Ohrmann (arms & legs)
Michael Placke (exquisite)
DJ Mori (suicide circus)
Cem Orlow (studio r)
Jacob Richter (hakasystm)

Tatsächlich war es vor 20 Jahren, also 1994, als der kleine Suicide-Club seine Tür zum ersten Mal für Gäste öffnete. Danach wurde es turbulent, denn der Club hatte, wie damals im Gebiet um den Hackeschen Markt üblich, keine offizielle Clubkonzession. Dafür aber ein hochmotiviertes Team, dem es weniger um’s Geldverdienen als vielmehr darum ging, den vielen Gleichgesinnten ein übergroßes Wohnzimmer mit einer anständig lauten Anlage für die eigene Lieblingsmusik zu geben. Diese Lieblingsmusik war anfangs genauso wahnsinnig chaotisch unterschiedlich wie alles andere, was man von diesem Laden zu hören bekam. Atari Teenage Riot gaben sich mit Deephousern und schnell auch internationalen DJ-Größen die Klinke in die Hand. Es dauerte nicht lange und der verrückte Club war Cult. Der Club fragte nicht mehr die DJs, sondern diese wollten da spielen. Diese Nachfrage konnte das kleine Suicide nicht mehr in den eigenen Räumen bewältigen und verlagerte deshalb die größeren Acts in immer größere Locations. Diese Suicide-Partys wurden unter dem Namen „Casino“ bekannt.
Doch Berlins Mitte veränderte sich rasant und bald schon war kein Platz mehr dort für einen Club. Der harte Kampf mit Ämtern und Beamten führte zum Ende des Clubs – doch die Idee lebte weiter! Die Casinopartys füllten danach Orte wie das Tacheles, das Yaam, die Maria am Ostbahnhof und das Ostgut bis die Idee der Casinoparty schließlich in den 3 verschiedenen Casinoclubs zum Inbegriff des großen Berliner Raveclubs wurden. Während die ersten beiden Casino Clubs den Spirit des Suicide Clubs einem größeren Publikumskreis zugänglich machen konnte, stellte diese Größe im letzten Casino die eigentliche Idee des Suicide zunehmend in Frage. Denn ein wirtschaftlicher Erfolgsdruck ist das Gegenteil von dem, womit man seine eigenen ideellen Vorstellungen für sich und andere verwirklichen kann. So war es absehbar, dass das Suicide nach dem Ende des Casinos wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren würde. Auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain fand man 2009 dann endlich einen Ort für das, was wichtig war und es auch heute noch ist: die Musik, den Sound, das Licht und die richtigen Leute.
Das Suicide war und ist ein Club von Berlinern für Berliner, in den aber auch viele Touristen kommen, die dort genau dieses authentische Berlin erleben wollen. Wir können nur hoffen, dass diese Zusammenhänge endlich verstanden werden, denn die längerfristige Existenz des Suicides ist keineswegs gesichert. Wir hoffen, dass sich die Geschichte von Berlin Mitte nicht noch einmal wiederholt und wir an diesem Ort noch viele Geburtstage feiern können.

Aber was auch immer die Zukunft bringt, wir lassen es erst mal so richtig krachen zu diesem runden Geburtstag!
Zur Feier dieses Anlasses haben wir einen Floor der Urban Spree Gallery dazugemietet und eine ganze Menge an DJs eingeladen, die seit sehr, sehr vielen Jahren bei uns hinter den Plattentellern stehen, unterstützt von einigen der jüngeren Garde.