Ende August findet das Musikfestival Labor Sonor : Translating Music, 28. – 30. August, im „Ballhaus Ost“ in Berlin statt. Thema des Festivals sind musikalische Übersetzungen – Künstler wie Felix Kubin, Kyoka, Grischa Lichtenberger und ensemble mosaik werden die Werke anderer (Tuxedomoon, Mika Vainio, Olivier Messiaen…) in ihre eigene musikalische Sprache übersetzen. Echtzeitmusik trifft auf zeitgenössische Komposition, Minimal Techno und experimentellen Pop.

LABOR SONOR : TRANSLATING MUSIC, Musikfestival & Symposium
28. – 30. August 2015, Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin

Die im Jahr 2000 gegründete Berliner Konzertreihe Labor Sonor ist eine der maßgeblichen Plattformen der echtzeitmusik – Berlins vielbeachteter Szene experimenteller Musik zwischen freier Improvisation, zeitgenössischer Komposition, Trash-Pop, Avantgarde-Rock, Noise, Performance, Klangkunst und Electronica. Jetzt feiert das Labor Sonor sein 15-jähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Musikfestival und Symposium.

Im Mittelpunkt des Festivals steht die Frage: Was geschieht, wenn Musik in Musik übersetzt wird? Mit neun Uraufführungen an drei Konzertabenden präsentiert LABOR SONOR : TRANSLATING MUSIC eine Vielfalt künstlerischer Antworten. Echtzeitmusik trifft auf zeitgenössische Komposition, Minimal Techno und experimentellen Pop. Dabei entstehen grenzüberschreitende Re-Kompositionen, Überschreibungen, Umdeutungen und Transformationen.

Der Hamburger Künstler Felix Kubin bearbeitet die kollektive Musik des 24-köpfigen Berliner Splitter Orchesters. Die raster-noton-Acts Kyoka und Grischa Lichtenberger rekomponieren Musik der Composer-Performer Annette Krebs bzw. Robin Hayward. Das Echtzeit-Trio Helium führt den Minimal Techno des Finnen Mika Vainio (Pan Sonic) analog auf. Die Gruppe The Pitch überarbeitet Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“. Makiko Nishikaze und Stefan Streich rekomponieren die Musik des Trios Der Kreis des Gegenstandes bzw. Thomas Ankersmits (interpretiert durch ensemble mosaik). Die Schweizer Band Les Reines Prochaines übersetzt die Musik der Berliner Gruppe Les Femmes Savantes. Der Perkussionist Burkhard Beins nimmt sich der Musik von Tuxedomoon an.

Auf dem begleitenden, zweitägigen Symposium diskutieren Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Publikum das Thema musikalischer Übersetzung. Anknüpfend an das Festivalprogramm vermitteln Vorträge, künstlerische Werkstattberichte und Podiumsdiskussionen Einblicke in künstlerische Übersetzungspraktiken und die Entstehungsprozesse der aufgeführten Werke.

 

FR, 28. August 2015, 21:00 Konzerte (10€)
Makiko Nishikaze übersetzt Der Kreis des Gegenstandes (Dafeldecker/Dörner/Johansson): Die Berliner Komponistin übersetzt die Musik des improvisierenden Trios. Interpretiert von Klaus Schöpp (Piccoloflöte), Robin Hayward (Tuba), Katharina Hanstedt (Harfe).
Burkhard Beins übersetzt Tuxedomoon: Der Berliner Perkussionist und Composer-Performer rekomponiert Musik der legendären kalifornisch-belgischen Avantgarde- und New-Wave-Band.
Les Reines Prochaines übersetzen Les Femmes Savantes: Die Schweizer Frauen-Band überträgt die Musik der Berliner Composer-Performerinnen in ihre Sprache von Tango, Pop, Volksmusik und Performance.

SA, 29. August 2015, 21:00 Konzerte (10€)
15:00–19:00 Symposium (Eintritt frei): Christa Brüstle, Lucio Capece, Matthias Haenisch, Christian Kesten, Felix Kubin, Matthias Maschat, Andrea Neumann, Nina Polaschegg, Sabine Sanio
The Pitch übersetzen Olivier Messiaen „Quatuor pour la fin du temps“: Das Berliner echtzeitmusik-Quartett unterzieht den Meilenstein des 20. Jahrhunderts einer mikroskopischen Re-Lektüre.
Grischa Lichtenberger übersetzt Robin Hayward: Der Berliner Künstler übersetzt die Musik des improvisierenden und komponierenden Tubisten in beatorientierte, experimentelle elektronische Musik.
Felix Kubin übersetzt Splitter Orchester: Felix Kubin, Hamburger Elektro-Künstler, rekomponiert die Musik des 24-köpfigen Orchesters ohne Dirigenten.

SO, 30. August 2015, 20:00 Konzerte (10€)
14:00–18:00 Symposium (Eintritt frei): Thomas Ankersmit, Boris Baltschun, Dahlia Borsche, Werner Dafeldecker, Sabine Ercklentz, Matthias Haenisch, Robin Hayward, Grischa Lichtenberger, Sabine Sanio, Stefan Streich
Stefan Streich mit ensemble mosaik übersetzt Thomas Ankersmit „Figueroa Terrace“ #1: Der Berliner Komponist rekomponiert Ankersmits synthetische Musik. Interpretiert durch Matthias Badczong (Klarinette), Christian Vogel (Klarinette), Mathis Mayr (Violoncello), Niklas Seidl (Violoncello).
Helium übersetzen Mika Vainio: Das Composer-Performer-Trio Lucio Capece (Sopransaxophon) / Bryan Eubanks (Sopransaxophon) / Morten J. Olsen (Schlagzeug) reinterpretieren analog den Minimal Techno des Finnen Mika Vainio (Pan Sonic).
Kyoka übersetzt Annette Krebs: Die Solo-Künstlerin des Labels Raster-Noton übersetzt die elektroakustische Musik der Berliner Klangpionierin Annette Krebs.