Label Interview: MYR

Wie bist du dazu gekommen, das zu tun, was du tust? Wann kam die erste Idee, das Label zu kreieren?

Die Idee eine eigene Plattform zum Veröffentlichen von elektronischer Musik zu gestalten, war schon lange präsent. Es musste der richtige Zeitpunkt gefunden werden, ein solches Projekt zu starten, da es mit viel Arbeit verbunden ist. Im November 2016 war es soweit und „Unhurried Soul„ wurde als erste EP vorgestellt.

Nenn ein paar Statistiken, wann das Label erstellt wurde, wie viele Releases, wie viele Vinyls und wie viele Pakete/Pakete haben wurden versendet?

Auf MYR veröffentlichen wir digitale Releases, bis heute sind sechs Veröffentlichungen in den Shops angelegt. Auch in diesem Jahr arbeiten wir an tollen und spannenden Projekten mit diversen Künstlern.

Aus welchem Land kommen die meisten Käufer?

USA – DEUTSCHLAND – MEXIKO – NIEDERLANDE – SPANIEN

Auf welche Veröffentlichung bist du am meisten stolz?

Es ist schwierig einen Favoriten zu wählen. Jede EP hat ihren eigenen Charm und wurde mit sehr viel Leidenschaft gestaltet. Zum einen beeindruckten die Vocals von Nesker auf “Addicted”, zum anderen die tollen Remixe von “Walking Distance”. Manuel Rodriguez hielt das Gefühl nach einem Besuch auf dem MELT Festival fest mit „It Smells Like Sleepless“. Was mich am meisten beeindruckte, war die Compilation Anfrage von “Bedrock”, dem Label von John Digweed. „Transmigration” von Ivo Deutschmann erschien in einer fünfteiligen CD Box, die John’s Silvesterset von 2016 im NewYorker Club “Output” zusammenfasste.

Kannst du beschreiben, was ein typischer Büroalltag für dich bedeutet?

Einen typischen Büroalltag mit festen Zeiten gibt es nicht. Musik ist eingebettet in eine Welt kreativer Menschen und die Arbeit eines Labels ist projektorientiert. Neben einen Fulltimejob sind lange Abende oder Nächte keine Seltenheit. Wichtig ist neben der Produktion neuer Werke, nicht die eigentlichen Officearbeit aus dem Augen zu verlieren. Wichtig ist es das richtige Zeitmanagement zu finden und Projekte frühzeitig zu planen.

Wer macht mit? Produzierst du selbst auch oder bist DJ?

Schon lange vor der Labelarbeit habe ich aufgelegt und produziert, daraus entstand die Motivation ein eigene Plattform auf die Beine zu stellen. Das Projekt MYR gestalte ich mit toller Unterstützung von Freunden und Bekannten. Ich kümmere mich um den kreativen Input und das Management. Bisher unterstützten Manuel Rodriguez, Ivo Deutschmann, Nesker, Kaiser Waldon, Fallen und Discase das Label mit ihrer kreativen musikalischen Arbeit.

Welche Vertriebswege nutzt du?

Wir nutzen als Vertriebsweg einen digitalen Distribution Service.

Wie stark nutzt du youtube und was hat es gebracht?

Unser Augenmerk liegt auf Socialmedia wie Instagram, Facebook und Soundcloud. Youtube stellt nur eine Ergänzung da.

Schon mal bei klickzahlen auf soundcloud nachgeholfen?

Nein! Plays kaufen ist nicht unsere Philosophie.

Wo findest du junge hungrige und ambitionierte artists?

Ich suche nicht viel. Oftmals ist es die Musik von Freunden und Bekannten, die mich mit Ihrer Leidenschaft für elektronische Musik und Ihren Produktionen begeistern.
Musik mir unbekannte Künstler ist immer willkommen und erreicht uns meistens über unsere Demobox auf der MYR Hompage oder direkt per E-Mail.

Welche Auswirkungen hat Streaming mit Spotify auf die wirtschaftliche Lage eines Indie-Labels?

Als digitales Indie Label sind Streamingdienste, wie Spotify, Apple Music und Soundcloud Go wichtig. Sie bieten die Möglichkeit gehört zu werden.

Wenn du nach neuer Musik suchst, was sind Schlüsselelemente und Faktoren, nach denen du suchst, abgesehen davon, dass es offensichtlich ein großartiger Track ist?

Ein Titel muss mich mit seiner Emotion und Präsenz packen, wie Liebe auf den ersten Blick. Im Studio muss er bei einer optimalen Abhörsituation überzeugen. Ich achte auf die tonale Ausgestaltung, das Stereoimage, die Tiefenstaffelung, Panning, EQing und den Aufbau der Songidee.

Wie würdest du den Stil und die Vision des Labels beschreiben?

MYR steht für elektronische Musik.

Welche Seiten oder Apps benutzt du, um neue Tracks anzuhören/zu finden?

Neue Veröffentlichenungen erreichen mich über PR Agenturen, wie KaufeMusik, LabelWorx oder Inflyte. Perfekt für den Input!

Für die Produzenten da draußen, die ihre Demos per E-Mail einsenden, welche Tipps würden du ihnen geben, wenn sie ihre Tracks schicken?

Für uns am schnellsten ist der Kontakt via Demobox. Auch ein privater Soundcloud oder Wetransfer Link per Mail sind super. Neben den eigentlichen Produktionen ist es gut einen Eindruck von dem Künster und seiner Vision zu bekommen. Hilfreich sind viele Informationen der bisherigen Arbeit sei es via einer Verlinkung oder eines Pressekits.