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Songs für den Club produzieren – Grundlagen für Einsteiger

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Viele musikbegeisterte Menschen und Musiker träumen davon, einen echten Hit zu produzieren. Dieser kann in verschiedenen Genres angesiedelt sein. Häufig entsteht ein Hype um einen Song unter anderem dadurch, dass er von DJs in Clubs gespielt wird und die Menschen gut dazu feiern können. Was aber braucht ein Track, damit er im Club funktioniert? Was ist bei der Produktion zu beachten? Wir geben einen Guide für Einsteiger.

Themen

Gehen wir davon aus, dass der entsprechende Produzent sich die Grundlagen der Musikproduktion bereits angeeignet hat und allgemein weiß, wie er einen Track in einem entsprechenden Musikprogramm einspielen kann. Jetzt stellt sich die Frage, wie auf dieser Basis ein genialer Track für den Club entstehen kann.

Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Themenauswahl. Der Inhalt des Songs muss in die Stimmung einer Disco oder eines Clubs passen. Zu den bekanntesten Themen in diesem Bereich gehören unter anderem:

  • Partys
  • Clubs und Discos selbst, spannende Locations
  • Annäherung zwischen Mann und Frau
  • Tanzen und entsprechende Motivation
  • allgemein Positives, Lustiges und Belebendes

Natürlich wird der thematische Inhalt eines Tracks vordergründig durch den Text transportiert. Allerdings ist es für viele Producer hilfreich, schon beim Erstellen der Musik zumindest eine grobe Idee zu haben, in welche Richtung der Song geht bzw. gehen könnte. Neben den hier aufgeführten verbreiteten Inhalten können außerdem neue Themen verwendet werden, dabei sollte allerdings bedacht werden, dass sie zur Atmosphäre eines Clubs passen sollten.

Tempo und Soundauswahl

Steht die Themenrichtung ungefähr fest, kann mit der Komposition begonnen werden. Hierbei ist es hilfreich, von vornherein zu wissen, welches Tempo der Track haben soll und welche Sounds verwendet werden.

Tempo

Das Tempo von Songs, die im Club funktionieren, ist in vielen Fällen eher schnell. Das liegt daran, dass eine hohe BPM-Zahl Action liefert, tanzbar ist und Bewegung in der entsprechenden Party hält. Schnell bedeutet hierbei häufig 120 BPM und mehr. Der Song „The Business“ von Tiesto beispielsweise hat 120 BPM, „Summer“ von Calvin Harris 128 BPM.

Allerdings ist das Tempo auch vom Genre abhängig, es gibt also vielerlei Gegenbeispiele. Hip-Hop Tracks beispielsweise haben selten eine solche hohe BPM-Zahl. Der fast schon legendäre Party-Track „In da Club“ von 50 Cent beispielsweise liegt bei einem Tempo von 90 BPM.

 

Soundauswahl

Auch im Rahmen der Soundauswahl kann ein Track auf die Clubs zugeschnitten werden. Häufig arbeiten Clubsongs mit verschiedenen Synthesizern, die sowohl Flächen als auch eingängige Melodien ermöglichen. Die Flächen werden durch Pads, die Melodien oft durch Lead-Sounds im Song untergebracht. Gerade bei zweiteren sind gewisse Faktoren zu beachten, um der Melodie und dem Klang ausreichende Ausdrucksstärke zu verleihen.

Neben den Synthie-Sounds beinhalten einige Club-Tracks echte Instrumente wie Strings, Bläser oder Pianos. Diese können auf die verschiedensten Weisen erzeugt und in den Song eingefügt werden.

Beispielsweise bei Pianosounds ist es daher sinnvoll, sich mit der Geschichte und den vielfältigen Optionen dieser Klänge etwas tiefgehender zu beschäftigen. Neben den akustischen Klavieren gibt es elektronische, die eine ganz eigene Klangatmosphäre versprühen. Beide Instrumententypen werden stetig weiterentwickelt, neue Entdeckungen in diesem Bereich können für Producer neue Sounds liefern und so das gewisse Extra ausmachen.

Zudem sollten die richtigen Drum-Sounds gewählt werden. Dabei ist es relevant, dass diese ordentlich Power mitbringen. Sie sind die Grundlage für die Rhythmisierung zum Tanzen, je mehr sie knallen, desto mehr Bewegung ist auch auf der Tanzfläche. Übrigens: Nicht nur die Drum-Sounds selbst, sondern auch ihre Anordnung ist für ordentlich Action im Club unabdingbar. Je rhythmischer der Song, desto besser ist häufig seine Clubtauglichkeit.

Der Sound der Zeit

Daneben ist zudem ein Hintergrundwissen dazu wichtig, was aktuell angesagt ist. Dies gilt im Bereich der Club-Songs vor allem für die Synthesizer. Lange war beispielsweise der Sylenth One als Tool sehr gefragt, einige Sounds sind nach wie vor für Clubtracks geeignet.

Sehr weit verbreitet ist aktuell zudem der Omnisphere. Das Tool bietet die verschiedensten Sounds, unter anderem synthetische Klänge, die absolut State-of-the-Art sind. Für Produzenten, die im Club-Bereich Erfolg haben wollen, ist es grundsätzlich wichtig, die neuesten Tracks zu kennen, die die Menschen auf die Tanzfläche ziehen.

Insgesamt sollten gerade Einsteiger dann versuchen, Songs zu produzieren, die in dieses Soundbild passen. Diese Vorgehensweise muss nicht auf stumpfem Kopieren basieren, der Track sollte aber zumindest einige Elemente enthalten, mit denen die Clubgänger aktuell vertraut sind. Um ein noch genaueres Gefühl zu bekommen, welche aktuellen Songs vom Publikum gut aufgenommen werden, ist es sinnvoll, einen Club in der eigenen Stadt zu besuchen, der das entsprechende Genre zu bieten hat.

Positive Komposition

Die meisten Club-Tracks haben eine eher positive, wenn auch manchmal harte Atmosphäre. Sofern dieser Punkt bei der Themenauswahl bereits berücksichtigt wurde, sollte er auch bei der Komposition eine entscheidende Rolle spielen.

Hierfür ist es unabdingbar, die Akkorde des Tracks hauptsächlich im Dur-Bereich zu halten. Gleiches gilt für die Melodien. Wenn die Komposition eine grundsätzlich positive Ausstrahlung hat, passt sie zur Atmosphäre, die in den meisten Clubs gegeben ist.

Selbstverständlich gibt es für diesen Aspekt ebenfalls Gegenbeispiele. Allerdings ist es gerade für Einsteiger empfehlenswert, sich an die grundlegenden Vorgehensweisen zu halten, mit denen die meisten Club-Songs zu Bekanntheit und Erfolg gekommen sind.

Ohrwurm-Faktor

Des Weiteren ist für den Erfolg häufig ein zusätzlicher Aspekt relevant, der als „Ohrwurm-Faktor“ bezeichnet werden kann. Dahinter steht die Frage, wie einprägsam die Melodie eines Songs ist.

Je mehr sie beim Hörer hängen bleibt und ihn nicht mehr loslässt, desto wahrscheinlicher ist es, dass er den Track viele weitere Male hören möchte. Dadurch steigt die Beliebtheit und auch die Anzahl der Plays, welche der Song in Clubs von DJs erhält.

Grundsätzlich empfehlen sich hierbei zur Umsetzung eher einfache Melodien und Tonfolgen. Allerdings ist der Punkt der Ohrwurmtauglichkeit sehr individuell und außerhalb des Realitätstests nur sehr schwer an konkreten Faktoren festzumachen.

Daher sollten Produzenten selbst überprüfen, ob die Hauptmelodie ihres Club-Songs wirklich eingängig ist. Zudem kann der Track dem persönlichen Umfeld oder einigen Musikerkollegen vor dem Hintergrund dieser Frage vorgespielt werden. Mit der Zeit entwickeln viele Produzenten außerdem ein Gefühl dafür, sofern sie ihrem Handwerk gewissenhaft nachgehen.

Text

Etwas Ähnliches gilt für den Songtext: Je eingängiger er ist, desto mehr wird das Publikum ihn mitsingen- oder rappen können und dabei entsprechend Spaß haben. Dafür ist es sinnvoll, die Worte möglichst einfach zu halten und in vielen Fällen auf das Nötigste zu reduzieren.

Dies ist nur logisch: Bei einem Club-Track geht es vor allem um das Party-Feeling und Entertainment, je einfacher der Text, desto weniger „Eigenleistung“ müssen die Hörer erbringen. Die Relevanz der Einfachheit eines Textes gilt übrigens für den ganzen Song, im Besonderen jedoch für den Refrain, sofern dieser einen Text enthält.

Reiner Instrumentaltrack?

In logischer Konsequenz könnte ein weiterer Schritt in Richtung Einfachheit der komplette Verzicht auf einen Text sein. Viele elektronische Songs bestehen zumindest teilweise aus Instrumental-Parts, beispielsweise der etwas ältere Klassiker L’amour toujours von Gigi D’agostino.

In der Ära der 90er-Jahre gab es in der Club-Musik sogar echte Hits, die gar keine Texte und Vocals enthielten. Bis heute bekannt ist „Children“ von Robert Miles. Allerdings hat das Fehlen eines Textes den Nachteil, dass das Club-Publikum nicht mitsingen kann. Ob ein Song Stimmen und Text enthält oder nicht, ist natürlich immer auch eine individuelle Geschmacksfrage. Produzenten sollten daher abwägen, welche Variante für sie selbst besser passt.

Fazit

Es gibt verschiedene Faktoren, die beeinflussen können, ob ein Song in den Clubs erfolgreich wird oder nicht. Dazu gehören das Thema, der Sound, die Komposition und der Text. Produzenten sollten sich in jedem dieser Gebiete Gedanken machen, wie sie am besten und passendsten umgesetzt werden können. Mit etwas Glück und den richtigen Kontakten steht einem echten Clubhit dann nichts mehr im Wege.

Bilder:

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