Urheberrechtlich geschütze Bilder – Die Berliner Sparkasse hat Nachholbedarf

Neulich bin mal wieder ein bisserl durch die Gegend gesurft. Hab Rankings gecheckt und nachgeschaut, wo die CLUBMAP überall so auftaucht. Wie ich feststellen durfte, ist die CLUBMAP ist sogar schon bei der Berliner Sparkasse gelandet. Die hatte ich mal 2007 sogar wegen eines Sponsorings angefragt, aber wurde ganz klassisch auf das Jahr 3021 vertröstet. Lustigerweise hat die Sparkasse dann irgendwann auf ihrem Portal namens Berliner Akzente einen eigenen Clubguide geschaffen.

Ordentlich nach Bezirken aufgeteilt, sind hier die üblichen Tanztempel zu finden, dazu werden sogar Interviews mit einigen der Clubmacher serviert. Ich klickte mich durch, und OHA! entdeckte einige Bilder, die mir ziemlich bekannt vorkamen. Im Sommer 2013 war ich mit dem Mountainbike quer durch Berlin gefahren und es entstand diese Bilderserie, in der auch Clubs wie about blank, Kosmonaut und Subland vorkamen.

Eben jene Bilder waren dann im Clubguide der Berliner Sparkasse zu finden. Beim Durchklicken kam ich so auf ein Dutzend Bilder. Manche davon waren auch Bilder, die mir die Clubs für die CLUBMAP zur Verfügung gestellt hatten. Unter den Bilder stand dann einfach Quelle: „theclubmap.com“ wohlgemerkt ohne Link.

Ich rief dann mal die Redaktion an. Man war ausgesprochen verwundert und überhaupt wäre der ganze Content ja nur eingekauft gewesen. Ich hinterließ mal meine Nummer. Am Tag drauf bekam ich einen Anruf von der ausführenden Werbeagentur.  Ja, das wäre ja alles sehr ärgerlich. Der Freelancer, der diese Artikel erstellt hätte, wäre schon lange nicht mehr dabei und die Seite auch schon ein Jahr lang nicht aktualisiert. Das der Wert einer Abmahnung sich auch nach der Dauer richtet, in der ein Bild online gestellt wurde, war ich über diese Aussage leicht erheitert. Ich beruhigte den jungen Mann, und teilte ihm mit, dass ich nicht vorhabe, einen Anwalt einzuschalten (und megareich zuwerden). Er solle mir einfach ein Angebot machen, es könnte auch ein Strauss Blumen sein. Außerdem fände ich es nicht so cool, dass unter den Bildern, die ich von den Clubs zur Verfügung gestellt bekommen hätte, als Quelle: „theclubmap.com“ stehen würde, denn die Locations könnten berechtigterweise auf mich sauer sein, dass ich ihre Bilder weiter gegeben hätte.

Es verging ein weiterer Tag bis zum Rückruf. Nun wurde es interessant. Man bat mich, ich solle alle Seiten des Guides durchschauen, die Bilder zählen, und dann eine Rechnung a 10 Euro pro Bild schreiben.

Ich fand die Idee, ich solle alle Bilder raus suchen, dafür ne Rechnung schreiben, schlicht daneben. Wenn ich von einer Abmahnung absehe, sollte man zumindest nicht mit dem Vorschlag kommen, die mich mit weiterer Recherche belastet. Man könnte das zwar so sehen, das ich, wenn auch unfreiwillig eine Arbeistleistung erbracht habe, nur sollte die nicht noch in weitere Tätigkeiten münden.

Die Seiten mit meinen Bildern waren inzwischen übrigens alle redirected worden und nicht mehr aufrufbar. Was aber nicht bedacht wurde, ist, dass die Pages natürlich alle noch im Google Cache zu finden sind :-)

Ein paar Tage später meldetete sich der Agenturinhaber per Mail.

Ich zitiere:

„Die Drohung einer Abmahnung sehe ich sehr gelassen entgegen, da wir schon einige Auseinandersetzungen bzgl. Fotorechte hatten und wir eine hervorragende juristische Beratung an unsere Seite haben.“

Ich teilte ihm mit, dass hervoragende juristische Beratung bei Urheberrechtsverletzungen einfach mal null hilft. Das durfte ich mit einem meiner anderen Blogs bereits als Beklagter selbst erfahren. Nun wollen wir nächste Woche mal persönlich über den Vorgang der verwendeten Bilder und über eine mögliche Kooperation sprechen.

Kicher.

 

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