Es ist offiziell und es tut weh: Das Blitz auf der Museumsinsel macht dicht. Im September 2026 läuft der Mietvertrag aus. Damit verliert München nicht irgendeinen Club, sondern seinen internationalen Goldstandard für Sound. Wir haben uns die Reaktionen, die Gerüchte und die Hintergründe für euch angesehen.
Wenn im September 2026 der letzte Bassschlag durch das speziell angefertigte Ahornholz-Interior wummert, geht eine Ära zu Ende, die knapp neun Jahre gedauert hat. Die Betreiber Branimir Peco und David Muallem müssen raus. Offiziell heißt es, der Mietvertrag mit dem Deutschen Museum läuft aus. Doch in der Szene brodelt es – und die Trauer mischt sich mit kritischen Fragen.
Sound vs. Seele: Der Vergleich mit dem PAN
Das Blitz war von Tag eins an ein Statement. Es war Münchens Antwort auf den ranzigen Industrial-Techno: sauber, audiophil, perfektioniert. Man kann das Konzept gut mit dem PAN in Hannover vergleichen. Beide Clubs haben verstanden, dass Techno nicht zwingend „kaputt“ aussehen muss.
- Das PAN setzt auf kühle, puristische Ästhetik und akustische Reinheit.
- Das Blitz ging den Weg über warmes Design („Raum-im-Raum“-Konzept) und die legendäre VOID-Anlage.
Für viele von euch war genau das der Grund, warum das Blitz „so much more than a techno club“ war. Kommentare wie „Bester Sound ever“ unter dem Post der Süddeutschen Zeitung bestätigen: Hier wurde eine akustische Lücke gefüllt, die andere wunderbare Clubs wie die Rote Sonne oder der Bahnwärter Thiel so nicht bedienen.

Die Community reagiert: Tränen, Wut und „Bob Beaman“-Vibes
Die Nachricht schlug auf Instagram ein wie eine Bombe. Der Tenor? „Riesen Verlust für München“ und „Die Städte verstehen nicht, was diese Verluste bedeuten!“. Viele sehen darin ein Symptom für das generelle Clubsterben in der Stadt: „Bald gibt es in München nichts mehr.“
Aber: Nicht alle trauern uneingeschränkt. Das Blitz polarisierte. Während die Anlage gefeiert wird, merken einige User kritisch an: „Der schmale Raum und der helle Lichtbereich der Bar haben dem Club architektonisch nicht wirklich geholfen.“ Auch die Türpolitik („fast immer sehr unfreundlich“) und die Musik („leider echt schlechte Musik“) bekommen ihr Fett weg. Ein User kommentiert trocken: „Zeit für was Neues.“ Man könnte denken, der Club stünde in Berlin.
Interessant sind die mehrfachen Erwähnungen von „Bob Beaman“. Für die Eingeweihten unter euch kein Zufall: Das war der Vorgänger-Club der Blitz-Macher am Max-Weber-Platz. Auch dort war das Ende abrupt. Wiederholt sich hier Geschichte?

Was steckt wirklich hinter dem Aus?
Offiziell schweigen die Betreiber noch (Stand: Dienstagabend). Doch in den Kommentarspalten wird bereits spekuliert. Ein brisanter User-Kommentar unter dem SZ-Post behauptet:
„Das Deutsche Museum bot dem Club an, nach minimalen Umbauarbeiten zu bleiben, doch die Betreiber lehnten ab.“
Sollte da etwas dran sein, wirft das ein ganz anderes Licht auf die Schließung. Geht es gar nicht um „Rausschmiss“, sondern um eine bewusste Entscheidung gegen den Standort? Suchen die Macher vielleicht schon aktiv nach einer Location, die architektonisch weniger Kompromisse fordert als die Museumsinsel?

Fazit: Münchens Club-Dilemma
Ob das Blitz nun Opfer der Gentrifizierung, der Bürokratie oder eigener Pläne wurde – das Ergebnis bleibt gleich: Eine kulturelle Institution verschwindet. München hat Geld, München hat Chic, aber München fehlt oft der Raum für beständige Subkultur, die nicht in der Zwischennutzung lebt.
Was bleibt? Uns bleiben noch gut anderthalb Jahre bis September 2026. Zeit genug für einen „legendären Abschied“, wie es ein User voraussagt. Und die Hoffnung, dass die Macher – wie schon nach dem Bob Beaman – irgendwo anders wieder auftauchen.
Quelle: Süddeutsche Zeitung / Instagram Community-Reaktionen

BLITZ, Munich, February 18th 2026
All good things come to an end, they say. Well… it’s true… BLITZ will close its doors in 2026. It all started with a dream, a feeling, a belief. When we signed our lease almost ten years ago and started building BLITZ, we didn’t know where this journey would lead. We only knew that we wanted to create a space rooted in openness, respect, and the powerful simplicity of dancing together. Over the years, that dream slowly became reality. Not perfectly. Not without mistakes. However, step by step, night by night, something grew that was far bigger than us. Those small steps gave us the strength to keep going. BLITZ became a truly devoted music space, a temple of dance. We always hoped to stay at this venue as long as possible, but for reasons beyond our control we have to set sail to new shores. We must go… and when we do, we do it in style. The closing weekend will take place from Friday, July 31st to Monday, August 3rd, and it will be the biggest celebration we’ve ever hosted. Until then we will continue our programming, bringing our favourite and exciting artists to Munich. BLITZ was never something we created alone. This place only existed because of everyone who entered it. Every dancer, every member of staff, every artist and the teams behind them, as well as our core family, contributed to its beautiful magic. We are deeply grateful for the overwhelming love and support we received throughout all these years. With all the effort involved in the past decade, we feel it was worth it. Every smile, every moment of happiness, every long night on the dance floor filled our hearts with joy. For the remaining months, we want to celebrate what we have built – together. By dancing like there is no tomorrow. We have spent all our lives on the dance floor and no worries; the dance floor will surely remain our home! We are currently working very hard to continue our story. Because every end is just another beginning.
Photos ©Simon Vorhammer








