Während im fernen Westen der Stadt die Lichter des AM Club in Spandau nach nur zwei Nächten wieder ausgingen, formiert sich am pulsierenden Rand von Friedrichshain ein neues Rätsel. Am 06. März 2026 öffnet das Sensorium seine Pforten.
Das Konzept: Die totale Immersion
Das Sensorium tritt mit einer klaren Ansage an: „Back to the roots“. In einer Zeit, in der jeder Drop auf Instagram landet, bevor der Bass den Boden berührt, setzt dieser Club auf Verweigerung:
- Strenges Fotoverbot: Was im Sensorium passiert, bleibt dort.
- Geheimnisvoller Standort: Offiziell wird nur „Friedrichshain, nahe RAW“ kommuniziert.
- Fokus Sound: Es geht um Immersion, nicht um Selbstdarstellung.
Der „City Club“-Clash: Eine Frage der Sprache
Spannend wird es bei der Wortwahl der Betreiber. Während das Programm nach düsterem Underground schreit, liest sich die offizielle Begrüßung fast schon drollig. Man spricht vom „City Club“ und einem „kreativen, freundlichen und aufgeschlossenen Team“.
Der „Techno Mittwoch“-Code: Ein möglicher Hinweis auf die Identität des neuen Clubs findet sich im RA Programmkalender für den März 2026. Neben dem zweitägigen Opening-Spektakel taucht dort ein alter Bekannter auf: der „Techno Mittwoch“. Da diese Veranstaltungsreihe untrennbar mit der Geschichte des AVA Clubs verbunden ist, könnte bedeuten, dass das Sensorium die Räumlichkeiten am Warschauer Platz 18 übernimmt. Es scheint, als würde der Underground-Geist des AVA unter neuem Namen und mit geschärftem Konzept wieder auferstehen.
Dass die Busche inzwischen geschlossen ist, macht die Situation nur noch spannender. Die seltsame PR-Wortwahl vom „freundlichen Team unseres City Clubs“ wirkt vor diesem Hintergrund wie ein kurioses Echo der Vergangenheit. Ob die alten Betreiber der Busche hier unter neuem Label einen Neustart wagen oder ob das Branding lediglich ein Überbleibsel ist, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die „City Club“-Attitüde prallt hier frontal auf ein Line-up, das keine Gefangenen macht.
Zwei Nächte, zwei Welten: Das Opening
Freitag, 06.03.2026 (Part 1): Die harte Schiene mit Cleric, Arni, Stallo und experimentellen Akzenten durch vp allowed und Avilynn.
Samstag, 07.03.2026 (Part 2): Ein deutlicher Shift in Richtung Groove und House-Vibes mit Schwergewichten wie Spencer Parker, Toni Pfad und Josh Reid.
Wer befürchtet, hinter dem „freundlichen“ Branding verstecke sich weichgespülter Sound, wird beim Blick auf das Line-up eines Besseren belehrt. Das Sensorium macht keine Gefangenen:
- Cleric: Der Manchester-Import und Berghain-Stammgast steht für messerscharfen Hard-Techno.
- Arninini: Isländischer Acid-Sound mit Berliner Wumms.
- Stallo: Hypnotische, maschinelle Grooves für die totale Trance.
- VP Allowed & Avilynn: Experimentelle Breaks und tiefes Sounddesign, die den „Sensorium“-Namen rechtfertigen.
- Viktor Kampf: Das Urgestein für den klassischen, rauen Closer.
Checkliste für das Opening:
Datum: Fr., 6. Mär. 2026
Uhrzeit: 23:00 – 08:00
Line Up:
Cleric
Árni
Stallo
vp allowed
Avilynn
Viktor Kampf
Cleric:
Mysteriöser Mancunian, seit 2012 einer der konsequentesten Hard-Techno-Lieferanten. Berghain-Stammgast, Clergy-Label-Boss, bekannt für messerscharfe Percussions, massive Kicks und kompromisslos hypnotische Sets.
Árni:
Isländischer Rohdiamant, inzwischen Berlin-basiert. Echter „DJ’s DJ“ – bringt immer frisches, unbekanntes Material, grooviger, leicht acidiger Techno mit kühler Reykjavík-Seele und Berliner Wumms.
Stallo:
Schweizer in Berlin: maschineller, hypnotischer Techno wie eine endlose Drum-Maschine. Rohe Texturen, tiefe, dunkle Grooves, mental und treibend – pure Immersion.
vp allowed:
Rastloser Italo-Berliner: DJ, Producer, Labelmacher (Deestricted) und Kurator. Experimentell, noisy, mit überraschenden Breaks und Vocals.
Avilynn:
Berliner Multitalent (Sound-Artist, DJ, Taisha-Records-Chefin). Techno-Wurzeln, aber grenzenlos: zwischen immersivem Techno, Breaks, IDM und experimentellem Sounddesign – immer eigen und intensiv.
Viktor Kampf:
Italo-Berliner Urgestein (über 10 Jahre aktiv). Roher, groovy Techno mit viel Raum und Spannung. Der klassische „Closer“, der die Nacht nochmal richtig zum Glühen bringt.





