SO 36 Club Berlin

Oranienstraße 190, 10999 Berlin

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SO36 ist Kreuzberg und Kreuzberg ist SO36. Der Zustellbezirk Südost 36 gab dem Club SO36 seinen Namen. Bei derEinführung der fünfstelligen Postleitzahlen im wiedervereinigten Deutschland 1993 war dann damit Schluss.

Der legendäre kollektivgeführte Laden am Heinrichplatz war die Kinderstube von Helden wie Die Ärzte, den Toten Hosen, Beatsteaks und schon immer Vorreiter in Sachen Subkultur mit der keiner gerechnet hat. Im Trägerverein SO36 sind einige hundert Leute, 50 gehören zum Kollektiv und zehn bilden den Delegiertenrat. Seit 1978 war der Kreuzberger Club Zentrum der Berliner Punkszene, in dem wahre Götter wie die Dead Kennedys und Exploited auftraten. Das erste (und vielleicht beste) Berlin atonal-Festival fand 1982 hier statt.

Punk, Elektro, Queer, Hardcore, Hip Hop, Techno, LGB*T, Politik, Kiezbingo oder Nachtflohmarkt, das SO 36 ist enorm vielfältig. Einmal im Monat kann man im SO 36 eine Zeitreise zurück in die 70er und 80er Jahre machen, denn dann findet die Rollerdisko statt. Hier brummts auf gute Kreuzberger Art!

Um dem SO 36 gerecht zu werden, muss man eigentlich nur die Bands aufzählen, die hier spielten. Suicidal Tendencies,Die Einstürzenden Neubauten, Angelic Upstarts, Butlers, NOFX, Madball, The Skatalites, Bad Religion, The Misfits, Fettes Brot, Sham69, Laurel Aitken, Faith No More, The Cramps, The Streets, Desmond Dekker usw. Das SO ist Symbol eines wütenden ­Stadtteils – Hausbesetzer vs. Bullen, Kiezmiliz, Soliaktionen, politischer Kampf. Der Club steht für das Berlin vor der großen Techno Welle. Für das politische Berlin voller Jugendkulturen, für die legendäre wilde Zeit des freien kleinen gallischen Dorfes namens Westberlin, umringt von der Mauer inmitten einer langsam abstürzenden Diktatur.

Wenn ein Club in Berlin erhaltenswert ist dann dieser. Als der Besitzer eines angrenzenden Hauses den Club wegen übermäßiger Lautstärke verklagte und viel Geld gebraucht wurde für eine Lärmschutzwand, gelang deswegen auch die Mission Rettung vor Gentrifizierung. Denn dieser Veranstaltungsort hatte schon immer Haltung: links, antirassistisch, antisexistisch, antihomophob, als die Gesellschaft und auch die restliche Clubkultur noch lange nicht so weit war.

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