BSR Gelände, Bar25, Mörchenpark, Kater Holzig, Holzmarkt EG und offene Fragen

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UPDATE vom 19.10.2012

Es gibt aktuell Vorwürfe vom Holzig-Nachbarn Lichtpark, dass Sie denen gekündigt haben, um auf Ihr Grundstück zu können.

Dieziger: Die Holzmarkt Genossenschaft hat im Bieterverfahren erklärt: Wir stehen zu unserem Wort. Das gilt auch für den Kater Holzig. Wir waren und sind gesprächsbereit. Und es gibt immer zwei Seiten einer Medaille.

Auszug aus TAZ Artikel

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UPDATE vom 15.10.2012

KaterHolzig will den LichtPARK vertreiben
https://www.presseanzeiger.de/pa/KaterHolzig-will-den-LichtPARK-vertreiben-628123

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Den meisten dürfte das Thema ja hinreichend bekannt sein.

Ein kurzer Check der Google Suche:

– Mörchenpark hat 15.000 Ergebnisse
– BSR Gelände liefert 19.300 Ergebnisse, wovon allein die erste Seite sich nur ums Thema dreht.
– Holzmarkt EG liefert sogar 65.400 Ergebnisse

Nicht alle drehen sich um die Berliner Brache, dort wo mal die Bar25 zuhause war, aber der Großteil definitiv.

Auf dem Spree-Gelände soll ein alternativer Kiez entstehen – mit einem Künstlerdorf, Gärten, Wohnungen für Studenten und Familien, einem Restaurant und einem Hotel. (Bei dem geplanten Vorhaben fühlt sich ein bißchen an Christiania erinnert.) Der unterlegene Bewerber, Lelbach, hatte dagegen eine Bebauung mit Wohnhäusern und einem Hochaus geplant.

Gestartet hatte das ganze mit dem Mörchenpark. Plötzlich war Facebook voll von Aufrufen und Statusmeldungen, den Mörchenpark zu unterstützen. Es gab Demos und Tage der offenen Tür und plötzlich gabs sogar Rückenwind von der Politik. Zumindest teilweise. Mit Änderungen im Bebauungsplan wollte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Initiatoren des alternativen Wohnprojektes an der Holzmarktstraße unterstützen. Es sollte nicht mehr nur das höchste Gebot im Bieterwettbewerb zählen. Jan Stöß sowie Fraktionssprecher von SPD und CDU forderten zudem eine alternative Nutzung, die Raum für bestehende Kulturprojekte und günstigen Wohnraum lässt. Sie beriefen sich auf den Koalitionsvertrag, welcher beinhaltet, dass landeseigene Grundstücke nicht mehr zum höchstmöglichen Preis an einen beliebigen Investor verkauft werden. Doch zur Nagelprobe bei dem umstrittenen Grundstücksdeal kam es dann doch nicht.

Das Christoph Klenzendorf und Juval Dieziger, Betreiber des „KaterHolzig“ dann wohl auch das höchste Gebot abgeben konnten, und es nicht wirklich koscher wäre, wenn BSR-Aufsichtsrat Abris Lelbach den Zuschlag bekommen hätte, führte jetzt dazu, was keiner wirklich für möglich gehalten hätte… sie bekamen den Zuschlag.

(Kleine Notiz am Rande. Das Lelbach mit Vornamen Abris heißt, ist schon sehr  lustig.)

Finaziert werden kann das ganze, mit Unterstützung der Stiftung Abendrot, einer Pensionskasse mit Sitz in der Schweiz. Dadurch konnte das Angebot noch einmal deutlich aufgebessert werden.

Ok, und nun? Der Mörchenpark hat dieses Ziel:

„Das 12.000qm große Areal ist eine Brache. Der Mörchenpark e.V. will an dieser Stelle einen vielseitgen Bürgerpark schaffen.“

Man kann für 25 Euro im Jahr MItglied werden und fröhlich mitbuddeln. Dieser Plan gilt allerdings nur für die Hälfte des Grundsatücks.

Denn auf der Mörchenpark Page steht:

„Unser Partner, die Holzmarkt-Genossenschaft, plant auf der Hälfte der Grundstücksfläche ein kleinteiliges Künstler- und Gewerbedorf mit verschiedenen Kulturbetrieben.“

Die Holzmarkt Genossenschaft ist allerdings nicht nur Partner, sondern dürfte dem Mörchenpark letztlich übergeordnet sein. Zumal der Mörchenpark e.V. auch nur EINE Stimme hat, egal wieviele Bürger sich daran beteiligen. Und ab hier wird es dann etwas tricky. Alle folgenden Sätze sind auf der Page der Holzmarkt EG zu finden. Die Aufzählungen sind gekürzt, aber nicht aussagezerstörend.

Holzmarkt plus eG

„Gegründet am 25. April 2012 von den kreativen Köpfen des Holzmarkt-Projekts, um die Brachlandschaft am Spreeufer urban, kulturell und nicht zuletzt wirtschaftlich zu revitalisieren.“

Bei Ziele findet sich:

„Berücksichtigung von Interessen der Investoren“

Bei Stimmrechte ist diese Passage:

„Vetorecht der Investoren bei der Verwertung des Grundstücks
(im Falle des Scheiterns oder Einstellens des Holzmarktprojektes)“

Und bei Wirtschaftlichkeit findet sich das:

„Geschäftsbetriebe zahlen marktübliche Nutzungsentgelte“

Sollte sich also das Konzept als nicht tragfähig erweisen, ließe sich daraus interpretieren, dass bei ungenügendem Geldfluss der Mörchenpark ebenso Wohnungen und Gewerbeeinheiten weichen könnte, die mehr finanzielle Mittel in die Kassen der Genossenschaft spülen. Ähnliches könnte ebenfalls den Läden im „Dorf“ geschehen, da deren Mietverträge zu zwei Dritteln zeitlich begrenzt sind. Auf deutsch: Wenn der Kunsthandwerkladen weniger Cash bringt, als der Hugo Boss Store mit seinem neuen Angebot, dann wird, wie zum Beispiel in den Berlinr Shopping Passagen üblich, der Laden einfach gekündigt. Das muss nicht so sein, und wird vielleicht nicht so sein, aber es ist eine mögliche Schlußfolgerung.

„In der Genossenschaft für urbane Kreativität (GuK) kann grundsätzlich jeder Mitglied werden, der Geld in den nachhaltigen Aufbau des Kulturstandort Holzmarkt investieren möchte. Die erworbenen Genossenschaftsscheine sind mittelfristig kündbar, so dass ´Genosse werden` auch für Kleinanleger interessant sein kann.“

Das Info Material nennt allerdings eine Summe, die sich wohl die meisten Kleinanleger ganz sicher nicht leisten können:

Ich werde die nach Gesetz und Satzung geschuldete Einzahlung in Höhe von

€ 25.000,00 (in Worten: Euro fünfundzwanzigtausend) (die „Pflichteinlage“) zuzüglich eines Agios
in Höhe von 5% auf die übernommene Pflichteinlage, d.h. ein Agio in Höhe von
€ 1.250,00 (in Worten: Euro eintausendzweihundertfünfzig) (das „Agio“), d.h. insgesamt
€ 26.250,00 (in Worten: Euro sechsundzwanzigtausendzweihundertfünfzig)

unverzüglich nach Mitteilung des Vorstandes über die Zulassung der Mitgliedschaft auf folgendes Konto der Genossenschaft zahlen…

Wer kann sich das leisten?

Nur um etwas klar zu stellen: Ich bin froh darüber, dass es geklappt hat mit Mörchenpark und Holzmarkt. Und ich weiß, dass wirtschaftliches Arbeiten so ziemlich das wichtigste ist, wenn dieser Plan funktionieren soll, nur frage ich mich, ob das wirklich etwas eigenständiges tolles wird oder doch nur ein rein wirtschaftliches Unternehmen unter einem alternativen Deckmantel mit Mohrübenbeeten ringsherum.

Nur mal zum Vergleich:

„Bereits mit 500 Euro können auch Sie taz GenossIn werden. Auch in 20 Raten zahlbar.“

Zum Kaufpreis will die Genossenschaft sich nicht äußern, aber ihr Sprecher ließ durchklingen, dass Berichte über eine Gesamtsumme von 50 Millionen Euro realistisch seien.