Fragmente aus einem anderen Leben

Sonntag hätte ich gern in einem Spa verbracht, leicht narkotisiert, während mir das Blut gewaschen und all die Gifte von Haithi Beautys raus massiert würden. Statt dessen schaute ich fernsehen bis mir die Augen zufielen, wehrte jeden Anruf ab und trank acht Bionade (und ein Becks).
Jetzt ist es Montag und ich fühle mich, als wäre ich beim Berlin Marathon dabei gewesen, was ja auch irgendwie stimmt. Und weil ich mich so fühle, konnte ich auch nicht das Desaster verhindern was folgte… Man nennt diese Folgeerscheinung excessiven Feierns wohl Grobmotorik.
Eigentlich ein schöner Tag, dieser Montag. Sonne, blauer Himmel und Wind. Wind erzeugt leider Durchzug.
Als das Telefon im anderen Office klingelte und niemand abnahm, was mir normalerweise schnuppe ist, sprintete ich los, denn heute ist Druckunterlagenschluss und es könnte ja jemand dran sein, der noch eine ganze Seite im Magazin kaufen will. Passiert zwar nie aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Der Wind riss die Jalousie meines Fenster soweit in den Raum, dass sie den Becher mit meinen Schreibstiften umwarf, von denen die Eddings dann meine Kaffetasse erwischten, deren Inhalt sich über die Tastatur ergoss. Der Kurzschluss blieb zwar aus aber die Tastatur ebenso. Und so konnte ich, da ich keinen neuen Dateinamen für alle geöffneten Dokumente vergeben konnte, alles nochmal schreiben. Denn ein Neustart mit dem Anschließen einer neuen Tastatur war leider unabdingbar. Und jetzt ist der Tag gar nicht mehr so schön und erscheint einfach nur noch elend lang.
PS: Und drüben war das Klingeln des Telefons bereits erstorben, als ich abnahm…
PS2: Auf Radio Eins sagen sie gerade, das der Wind im Laufe des Tages stärker werden kann und Böen erzeugt. Tja….