21.11. Berlin Wonderland // What we found and what we lost @ Radialsystem V

Berlin-Wonderland

Freitag, 21. November um 17:00

Radialsystem V
Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin

The 1990’s was a legendary decade in Berlin – abandoned department stores and apartments, empty stores and factories were discovered and occupied by space pioneers and creative people from all around the world. RADIALSYSTEM V pays tribute to these years with a ‘long night’ of pictures, films and a discussion round with protagonists of this exciting pivotal period.

Filmbeiträge: Klaus Tuschen und Marco Wilms
Diskussion: mit Tim Renner, Dimitri Hegemann, Christoph Langscheid, Steffi Lotta, Christoph Klenzendorf, Jutta Weitz, Brad Hwang und Francesca Miazzo
Moderation: Jochen Sandig und Chris Keller
Installation: Brad Hwang
Videoinstallation: Manuel Zimmer – AK Kraak
DJ: ED 2000

1990 beginnen in Berlin die legendären und wilden „Neunziger“ – die historische Stunde Null für die Entwicklung zu einer weltoffenen, vielfältigen und hybriden Stadt: Direkt nach dem Fall der Mauer vor 25 Jahren erfindet sie sich vor allem in Berlin-Mitte neu. Verlassene Kauf- und Wohnhäuser, leere Geschäfte und Fabriken werden von Raumpionieren und Kreativen aus der ganzen Welt entdeckt, vor dem Abriss bewahrt und neu „beseelt“, in Kunsthäuser, Theater, Galerien, Projekträume und Clubs verwandelt. Die alten Grenzen sind über Nacht verschwunden, und für eine kurze Zeit des Übergangs wird auch Berlin selbst zur Stadt der grenzenlosen Möglichkeiten. Die Wirkung dieser intensiven Epoche einer neuen „Gründerzeit“ von einer halben Dekade, in der die Besetzung und Zwischennutzung von Räumen einen unglaublichen Ideenreichtum hervorbrachte, hält bis heute an. Dennoch konnten sich viele der Neugründungen nicht halten. Immer wieder sind legendäre Orte gefährdet und ringen um ihre Zukunft. Berlin steht erneut an einem Wendepunkt. Vor 25 Jahren hieß es im Tacheles „Die Ideale sind ruiniert, retten wir die Ruine.“ Jetzt stellt sich die Frage, was bleibt: Die Ruinen sind erhalten, wie retten wir die Utopien?

Einige Macher dieser Zeit des Aufbruchs wagen einen Blick zurück nach vorn: Das RADIALSYSTEM V widmet dem Thema eine lange Nacht mit Filmbeiträgen von Klaus Tuschen und Marco Wilms und einer Diskussionsrunde mit Protagonisten dieser aufregenden Gründerzeit mit den Fragen: Was können wir für die aktuelle Stadtentwicklung und eine neue Liegenschaftspolitik daraus lernen? Gibt es neue Eigentumsmodelle? Wie können Politik, Verwaltung und Initiatoren noch besser und transparenter zusammenarbeiten, welche Rolle können dabei Stiftungen als gemeinnützige Träger spielen?

Das Programm des Abends wird von Anke Fesel, Chris Keller und Jochen Sandig kuratiert. Fesel und Keller sind Herausgeber des Buches „Berlin Wonderland – Wild Years Revisited“, das beim Gestalten Verlag erschienen ist. In einer Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie sind ausgewählte Bilder des Fotobands vom 16. Oktober bis 22. November im Gestalten Space zu sehen. Jochen Sandig ist Mitbegründer des Tacheles, der Sophiensæle und des RADIALSYSTEM V sowie des Künstlerensembles Sasha Waltz & Guests.

Programm
17 Uhr: Einlass
17.30 Uhr: Kurze Ausschnitte aus den Filmbeiträgen zur Einstimmung auf die Diskussion
18 Uhr: Diskussion „Räume für Träume“
20 Uhr: Filmbeitrag „Aufgestanden in Ruinen“ von Klaus Tuschen
22 Uhr: Filmbeitrag „Mittendrin“ von Marco Wilms
anschließend Party mit DJ ED 2000
Saal:
Videoinstallation: Manuel Zimmer – AK Kraak
Installation: Brad Hwang
Performance: Marva Maschin Klan
Party mit DJ ED 2000
Foyer:
Ausstellung Berlin Wonderland