Nächstenliebe in der Berliner Szene

Heyy naaa Du,

ich weiß du bist Berliner, vielleicht sogar ausm Osten und nicht nur einer dieser Typen, die seit vielleicht 10 oder 15 Jahren hier sind, was aber nicht heißen muss, dass du automatisch ein Arschloch bist, nur weil du aus München kommst. Du bist ein wirklich Wissender und warst auch seit den Anfängen dabei. Und wir reden hier nicht über die neumodischen 2000er Jahre. Wir sprechen über die 90er und sogar da von den Anfängen, vielleicht sogar darüber hinaus. Du warst auf so vielen Partys und in so vielen Clubs, von denen andere nur gelesen haben, hast so einiges bewegt, wirklich coole Partys veranstaltet, weißt was so all die Jahre abging. Du hast immer dein Ding gemacht, nie so einen scheiß 9 to 5 Job durchgezogen und sozusagen ein mentales, weit leuchtendes Tattooo „real“ auf der Stirn. Du glaubst den ganzen Scheiß nicht, der in den Medien läuft, du bist gegen Konsum, gegen Fleisch möglicherweise… findest viele der neu dazu gekommenen Clubs Scheiße, weil es doofe Leute sind, oder doofe Gäste, oder doofe DJs, oder weil es dir einfach nicht gefällt. Du hast ein Standing auf allen Kanälen von RR bis FB, also könnte allles gut sein. Nur warum bist du dann immer so ein mißmutiges Arschloch? Warum musst du alles kritisieren? Warum ist alles schlecht? Weil es nicht von dir kommt? Ist schlechte Laune wirklich deine Lieblingsstimmung? Glaubst du ernsthaft, die Welt braucht deine Kritik an allem, was auch nur eine Note hervor bringt? Weißt du, ich bin verwundert… denn eigentlich war doch diese ganze Szene immer so ein Toleranzpool und alles war easygoing. Was hat dich und die vielen vielen anderen bloss zu solchen Wichsern werden lassen, die wie beschissene Regenwolken über uns hängen und ihren komplett nutzlosen Fall out versprühen? Ach und by the way… manchmal… wenn es ganz schlimm kommt, bist du noch nicht mal dreißig und die meisten deiner Mails verschickst du für Gästelistenanfragen.