INTERVENTIONEN 2017 – Diversity in Arts & Education 22.-24. Juni im PODEWIL

Interventionen 2017 – Diversity in Arts & Education – Tagung &Festival
22. – 24. Juni 2017
Ort: Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin
Die Teilnahme am Festival ist für alle Teilnehmenden kostenlos.

Wo bleibt die Vielfalt auf deutschen Musikbühnen?

Das Tagungs-& Festivalformat »INTERVENTIONEN 2017 – Diversity in Arts & Education« widmet sich vom 22.-24. Juni der Diversität in Kunst und Kultur Männlich und weiß dominiert? Immer noch spiegelt sich die gesellschaftliche Vielfalt in Deutschland zu wenig in Kunst und Kultur wider – dies gilt auch für die Musikbranche. Interventionen 2017 präsentieren Ansätze, wie Diversity nicht nur in Programm, sondern auch in Personal und Publikum vorangebracht werden kann. Kulturprojekte Berlin laden dazu ein, mit Referenten und Künstlern an neuen Zugängen für diskriminierte Gesellschaftsgruppen zu arbeiten –diskriminiert u.a. aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, einer Behinderung, der sexuellen Orientierung oder des Geschlechts. Dabei präsentieren Kulturschaffende diskriminierter Gesellschaftsgruppen ihre Expertise in Workshops und Panels sowie ihre künstlerische Praxis beimOPEN AIR mit vier weiblichen Musik-Acts.

Das kostenfreie OPEN AIR am Samstagabend steht ganz unter dem Zeichen von Feminismus, Empowerment und Selbstrepräsentation. Lokale und internationale Newcomer, die auf unterschiedliche Weise das Leben in der Diaspora und die Selbstermächtigung als Frauen of Color verhandeln, performen live im Hof des PODEWIL.

Um auch die Berliner Szene zu stärken, treten zuerst ELSA aka AMET (Singer-Songwriting & Electronic Beats-Mix) & KEDI MINA (Trip-Hop, Soul & R&B), die bereits bei der erfolgreichen Berliner „The Poetry meets Series“ vertreten war. Im Anschluss rappen LEILA AKINYI aus Köln (Rap, Soul & Afrobeat), deren Debütsingle „Afro Spartana“ bereits bundesweit als Zeichen gegen Rassismus für Aufsehen gesorgt hat, und zuletzt NADIA TEHRAN aus Schweden (Pop, Rhythmic Electro Beats & Hip Hop), die aufgrund ihres illegal im Iran gedrehten Videos „Refugee“ als M.I.A. der neuen Generation bezeichnet ( i-d.vice.com) wird.

Empfehlung aus dem Tagungsprogramm:

Die Missy Magazine-Redakteurin Vina Yun erläutert in ihrem Workshop zu diskriminierungskritischem Schreiben Möglichkeiten respektvoller Berichterstattung sowie gegenwärtige Arbeits- und Zugangsbedingungen im Medienfeld. Die Interventionen 2017 – Diversity in Arts & Education werden veranstaltet von Kulturprojekte Berlin und gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Kulturprojekte Berlin veranstalten die Interventionen seit 2014 jährlich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Seit 2015 liegt der Fokus der Reihe auf Flucht sowie Diversität im Kulturbetrieb und in der kulturellen Bildung.

18:00 Uhr
AMET
Elsa aka AMET ist eine Klangkünstlerin aus Kamerun, die zum Teil in Deutschland aufgewachsen ist.
Sie arbeitet mit zeitbasierten Medien, meist in Form von Sound Performance und experimentellen
Podcast. Ihre Arbeit verwendet Wörter und Töne in Form von Transcoding, Code-Switching und
Algorithmen. Ihr aktueller Arbeitsprozess findet vor allem in afrikanischen und diasporischen
Gemeinden statt und versucht, ein feines Abbild der elektronischen Griotage zu schaffen, die von der
Vergangenheit in die Zukunft reicht. Wie der Philosoph Mudibe sagte: „Afrika ist eine Erfindung,
deshalb müssen Afrikaner*innen sich selbst (neu) erfinden.“

18:45 Uhr
Kedi Mina
Da Kedi Mina eritreischer Abstammung ist, sind Musik und Tanz eine künstlerischer Weise, mit ihren
Wurzeln ihrer Familie wieder in Verbindung zu treten. Sie lebt jetzt in Berlin und beschäftigt sich mit
Themen wie Einheit, Liebe, Freiheit und soziale Gerechtigkeit.
Ihr Klang ist eine Mischung aus Trip-Hop, Soul und R & B. Ihre Musik ist für all jene, die ihre Stimmen
benutzen, um gesellschaftlichen Wandel zu bewirken und einen Einfluss zu haben. Ihr
Hauptaugenmerk liegt darauf, Menschen zu ermächtigen keine Furcht zu haben, – vor allem
diejenigen, die mit Unsicherheiten kämpfen.

19:45
Leila Akinyi
Geboren in Mombasa und aufgewachsen in Köln singt Leila Akinyi auf Deutsch und Swahili und
verbindet in ihrer Musik Rap, Soul und Afrobeat. Selbstbewusst stellt sie Fragen nach kultureller
Zugehörigkeit als Kenianerin in der Diaspora und thematisiert ihre Erfahrungen als Afro-Deutsche in
einer weißen Gesellschaft – dabei führt sie rassistische Stereotype gegenüber Menschen of Color vor
wie in ihrem Track ‚Afro Spartana.

21:00 Uhr
Nadia Tehran
In ihrer Musik erforscht Nadia die Grenzen der persönlichen und politischen Identität. Geboren in
Schweden als Muslima mit einem iranischen Hintergrund, waren ihre Teenager-Jahre durch
Missverständnis und das Gefühl der Nicht-Zugehörigkeit gekennzeichnet. Dies stellt die wesentliche
Grundlage für ihre zukunftsorientierte Musikschöpfung dar, die durch Selbstdarstellung, die
Widersetzung von Autoritäten und der Überschreitung von Grenzen gekennzeichnet ist. Ihr Klang wird
durch die grenzenlose und rebellierende Punk-Haltung initiiert und auf alles zwischen zerbrechlichen
Pop-Melodien, rhythmischen Elektro-Beats und Hip-Hop angewendet.