Leipziger Musiker und Produzent JPattersson im Interview

„Ich lerne Menschen und mich selbst besser kennen.“
Seit etwa vier Jahren erforscht der Leipziger Musiker und Produzent JPattersson neue Horizonte und Möglichkeiten zwischen den Dub- und Techno-Welten. Sein neues Album Folks & Fanfare ist nun das verblüffende Ergebnis seines eigenen Stils: Eine sowohl kraftvoll als auch sanft klingende Trompete untermalt geistreiche Lyrics, deren Boden dubbige Delays und dicke Bässe sind. Zu seinen Fanfaren stimmen seine Folks mit ein – Musikerfreunde, die der Stimmung des Albums weitere Farben hinzugeben.


Zur Veröffentlichung des Albums haben wir uns mit ihm über sein Leben als Musiker unterwegs, als Produzent und über Folks & Fanfare unterhalten.


Wie hast du angefangen, Musik zu spielen? Hast du eine besondere Musikausbildung gemacht?
Der kleine JPatterino begann im weitesten Sinne mit Blockflöte spielen und im Kinderchor trällern. Als ich alt genug war, durfte ich mir ein neues Instrument aussuchen. Vor allem laut sollte es sein und Trompete gefiel mir von Anfang an gut. Später machte das Spielen und Auftreten mit einer Bigband, einer Reggaeband und meiner Acapellagruppe “Die Kinder vom See” Lust auf ein ganz eigenes Projekt.
Nebenbei habe ich Musiklehramt studiert und auch das gab Input und Inspiration für JPattersson.

 


Wie bist du dazu gekommen, Dub, Reggae und Techno zusammen zu mischen?
Die drei Genres und viele ihrer Subgenres kicken mich einfach am meisten. Manchmal wird es mir aber sowohl bei ständigem Techno als auch bei Dub und Reggae zu eintönig und so finde ich es (auch live) erfrischend, immer mal zu kombinieren und variiieren. Auch im Studio versuche ich beim Produzieren die Genres – soweit es mir möglich ist – zusammen zu bringen. Sei es durch Tempo, Sounds oder Vocals.


Was würdest du als erfahrener Tourmusiker anderen Musikern auf den Weg geben?
Ich denke da macht jeder seine eigenen Erfahrungen. Für mich persönlich ist jedoch wichtig geworden, nicht zu viele Auftritte zu spielen und sich die Wochenenden nicht zu voll zu packen. Es ist immer schöner, mit etwas Zeit anzukommen und sich so auf Situationen besser einlassen zu können. So nimmt man auch die Eindrücke besser auf und kann darüber hinaus Menschen – und nicht zuletzt sich selbst – besser kennen lernen.

 

Wir haben bemerkt, dass du dieses Jahr schon gut unterwegs warst. Kannst du uns deinen Lieblingsauftritt verraten und erzählen, was dir so gut daran gefallen hat?
Jeder Gig ist einzigartig. Man weiß nie so Recht was einen während, vor oder nach dem Auftritt erwartet und das hält das Touren in meinem kleinen Rahmen immer spannend.
Das hat mir in diesem Jahr schon viele schöne Momente beschert. Anfang des Jahres gab es schöne Clubauftritte im Rahmen des 3000Grad Wanderzirkus’ in Berlin und Hamburg. Mein erstes frühlingshaftes Wochenende im März bei meinem Freund Timboletti im Ruhrpott war aber auch sehr schön. Im Mai bin ich das erste Mal zu einem Gig geflogen – sogar ins Ausland. Dass Basel jetzt nicht gerade am anderen Ende der Welt liegt, spielt für mich erstmal keine Rolle. Besonders wild und tanzfreudig war es im Odonien in Köln und in Dresden habe ich vor vielen alten Freunden gespielt.


Wo kann man dich in den nächsten Monaten spielen sehen?
Ich freue mich auf einen sehr bunten und abwechslungsreichen Sommer mit sehr schönen Festivals auf dem Plan. Ich möchte jetzt keinen Auftritt vergessen, deswegen hier einfach eine kleine Abfolge:


18.08.18  Oewerall Festival // PENKUN
10.08.18  3000 Grad Festival // FELDBERG
28.07.18  Taka TukaFestival // HUNGARY
14.07.18  Frühlicht // HANNOVER
30.06.18  Waldrauschen Festival // ULM
28.06.18  Fusion Festival // LÄRZ

Woraus besteht zur Zeit dein technischer Aufbau zum Spielen?
Aus zwei Mikrofonen, einer kleinen Miditastatur, einem Laptop, Controllern und meiner Trompete.

 

Folks & Fanfare (Acker Records) steht derzeit auf Platz 1 der Beatport Album Charts im Genre Reggae/Dub. Erhalte deine Platte auf HHV.de.