Ravekultur Retten: Ohne Transparente dafür viel Leergut.

Das Event von Rummels Bucht, Rebellion der Träumer, Kater Blau, Salon – Zur wilden Renate, bipolar, Sunday Drivers Agency, SAGE RESTAURANT und Sisyphos namens „Ravekultur Retten!“ wird heute heftig im Netz diskutiert.

Von „es war eine wunderbare Stimmung“ bis „Spreaderzone“, „Berlin sucks and so do all of those hedonistic ignorant people“, „Menschen sind leider dumm“, „höchst asozial“ „Hintergrundrauschen eines ewigen Ballermanns“ oder “ verantwortungsloses Verhalten“ gab es so ziemlich alles an Kommentaren, wobei die Ablehnung überwiegt.

Die Aktion direkt vor dem Urban Krankenhaus war unverantwortlich. Diese Bilder kommen natürlich auch in der Politik an, und werden für die, die sich gerade für Nothilfen einsetzen, nicht gerade förderlich sein. Das ist unbestreitbar keine schützenswerte Kultur, die sich selbst oder andere nicht schützen kann oder will. Sollte von diesem Tag zusätzlich eine Corona Ansteckungslinie nachverfolgbar sein, wird der gesamte Clubbetrieb noch länger geschlossen bleiben und Lockdown Nr. 2 wird letztlich alles hinwegraffen. Social Media ist seit gestern voll mit visuellen Argumenten für die politischen Gegner der Clubkultur.

Der Zug der Liebe schrieb in seinem Statement am 23. April zur Absage der Demo 2020 „Wir sind zwar keine Großveranstaltung, sondern eine politische Demo, aber das Virus interessiert dieser feine Unterschied nicht. Und den größten tanzenden Ansteckungsherd Berlins durch die Stadt zu schicken, wäre einfach unverantwortlich. Dafür haben wir euch zu lieb, und das mit dem Social Distancing wird einfach nicht klappen.“

Schaut man sich die Bilder von Ravekultur Retten an, waren diese Worte geradezu prophetisch. Die Veranstalter hatten geschrieben, dass man Gesichtsbedeckungen mitnehmen soll, Abstand zueinander zu halten und in jedem Boot maximal Mitglieder von 2 Hausgemeinschaften. Das Problem bei Demonstrationen ist aber, das man nicht alles zu 100% kontrollieren kann. Und wie ein Virus springt auch dämliches Verhalten auf anderer über. Fängt einer an, besoffen an eine Hauswand zu pinkeln, folgt schnell der Rest. Hier waren es eben fehlende Masken und Abstand.

So lässt sich keine ernste Debatte darüber führen, wie diejenigen, die unter der Krise am meisten leiden, unterstützt werden können. Denn zum Schluss sieht man nur die Bilder von vielen feiernden Menschen, die ein bisserl an die Eloi erinnern. Gut gemeint aber eben nicht wirklich eine Demo. Ohne Transparente dafür viel Leergut. Fakt ist aber auch, dass Demonstrationen ohne Teilnehmerzahlbegrenzung wieder erlaubt sind, eine Entscheidung die ebenfalls nur schwer nachvollziehbar ist.