denn ganz so ohne Techno ist es zumindest in nächster Nähe nun auch nicht. Das wäre das M-Bia. Und das Golden Gate. Nicht zu vergessen das Beate Uwe und der Weekend Club. By the way…Lime und Sky Club liefen dort damals auch. ABER is schon schwierig. Der Alex ist mittlerweile zu einem Ort geworden, den man im Urlaub in anderen Städten einfach nur anstrengend finden würde. Während alle nach mal kurz Spandau oder Westend schielten, ploppt jetzt im März 2026 plötzlich am Alex eine neue Location auf. (Wohlgemerkt, es gab ja schon eine ganze Weile wieder SECRET Location Partys am Alex… aber ich gestehe, ich war zu desinteressiert, um mir das anzuschauen.) Nun versuche ich mich in assuming positive intent. Dunkle S-Bahn-Bögen, dicke Wände und ein Sound, der drückt. Klingt gut. Definiert Berlin. Das AMT (in der Dircksenstraße 114) könnte also die Lücke in Mitte füllen.

Die Location: Casino-Vibes und Späti-Romantik

Der Spot könnte „berlinerischer“ kaum sein. Das AMT zieht in die ehemaligen Räume einer Spielhalle, direkt unter einem Späti in den S-Bahn-Bögen. Nach Monaten der Sanierung ist aus dem Zocker-Loch ein Club mit zwei Dancefloors, einer Chill-out-Area und einem Darkroom geworden. Technisch lässt man sich nicht lumpen: Installiert wurde ein Kirsch Audio System. Das ist ein Statement. Die Berliner Manufaktur steht für physischen, warmen Sound, genau das Gegenteil von scheppernden Touristen-Anlagen.

Wer steckt dahinter?

Hinter dem Projekt steht unter anderem Robert Havemann. Und der Name bürgt für Qualität, wenn auch bisher eher im flüssigen Bereich. Ihm gehört die Velvet Bar in Neukölln und er hat beim Wellenwerk seine Finger im Spiel. Das lässt hoffen: Hier sind keine Glücksritter am Werk, die schnelles Geld mit EasyJet-Ravern machen wollen, sondern Profis mit Anspruch an Service und Atmosphäre.

Anmerkung der Redaktion: Leute wie ich aus der alten DDR kennen alle Robert Havemann (1910–1982). Der war ein berühmter Chemiker und DDR-Regimekritiker. Sein Sohn Florian (*1952) ist Künstler, Schriftsteller und Richter, wurde aber einem breiteren Publikum vor allem durch seine Teilnahme am Dschungelcamp (Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!) im Jahr 2011 bekannt. Und dieser „Gastro-Robert“ ist der Enkel des berühmten DDR-Dissidenten Robert Havemann.

Das Programm: Sex-Positiv statt Ballermann

Das AMT will kein zweites „Matrix“ werden. Die Ausrichtung ist klar definiert und zielt auf die Szene:

  • Musikalisch: Elektronisch am Wochenende (House/Techno), unter der Woche auch offen für andere Genres.
  • Policy: Es wird explizit queere und sex-positive Partys geben. (Kleine Korrektur zur Gerüchteküche: Es geht um sex-positive Events, nicht um reine „Sexpartys“ im swingerclubbigen Sinne).
  • Kollektive: Der Club öffnet seine Türen für Berliner Kollektive – ein kluger Schachzug, um die lokale Szene direkt an den Alex zu binden.

Fazit: Mutig oder Wahnsinn?

Einen Club für (laut ersten Berichten) bis zu 1.000 Gäste direkt am Alex zu eröffnen, ist ein Wagnis. Aber vielleicht genau das, was Mitte braucht. Nachdem das Watergate und andere Institutionen Geschichte sind, setzt das AMT ein Zeichen gegen die Verdrängung: Wir sind noch da. Und wir sind laut.

Ab Anfang März wissen wir, ob der Alex wieder tanzbar ist. Wir sehen uns unter den Gleisen.

AMT Dircksenstr. 114, Berlin-Mitte Eröffnung: Voraussichtlich März 2026

Quellen: Tagesspiegel / Berliner Morgenpost / Tip Berlin