Anzeige: KINGSMAN 2 – Mark Millars Comic kommt knallbunt und rasant mit Teil 2 auf den Schirm

Wie jede gute Geschichte beginnt auch diese mit einer Katastrophe und 1100 niedergeschriebenen Wörtern, die dank eines Fehlers in der Datenbank plötzlich alle fort waren. Was ihr hier lesen werdet ist also die zweite Fassung. Das Gute daran: ich hab dadurch den Film sogar zweimal gesehen.

Regisseur Matthew Vaughn und seine Kingsman sind endlich zurück. Der Typ ist eh Gold und kann sich so feine Streifen wie Layer Cake (Daniel Craig ist da viel cooler als in James Bond), Kick-Ass (gleicher Comic Autor wie bei diesem Film) und X-Men: First Class auf die Fahne schreiben. Es kann also gar nicht schlecht werden.

Kingsman ist zudem eine Comicverfilmung, das bedeutet, ich bin mit Expertenwissen gesegnet. Mehr zur Vorlage und Autor aber erst am Ende, jetzt erst mal rein in den Film, denn Kingsman: The Golden Circle ist jetzt als Blu-ray, DVD und Download überall verfügbar.

Zum Film

Kingsman 2 hält sich nicht lange mit britischen Teekränzchen Dialogen auf, sondern knallt gleich richtig rein. Gleich zu Beginn wird Eggsy von Charly, dem affigen Schnösel aus dem Kingsman Training, auf offener Straße angegriffen. Dabei präsentiert er einen schicken Terminator Arm, für Teil 2 wurde also wieder ausgiebig in die Hitech Spielzeugkiste gegriffen. Noch mehr krasse Action, Style und Humor sind garantiert. Sogar die Musikauswahl rockt: Prince sorgt mit „Lets go crazy“ für die passende Begleitmusik rund um eine rasante Verfolgungsjagd.

Wie sie endet wird nicht verraten, nur so viel: Eggsys schniekes Oldskool Taxi ist eine coole Kombination aller möglichen James Bond Cars, inklusive der Lotus Esprit Amphibienfahrzeugfunktion. Mal ehrlich… wer braucht Bond, wenn er Kingsman haben kann? Es ist ein bisschen wie mit DC und Marvel. Auf der einen Seite immer Dunkelheit und Ernsthaftigkeit, Schwere und Düsternis und auf der anderen die witzigste Crew der Galaxy, (ihr wisst wen ich meine) und das Kollektiv der Coolness, die Avengers.

Anmerkung der Redaktion: Als Cocktailkirsche aufm Sahnehäubchen der riesigen Schokotorte hat Eggsy sogar Tilde, die schwedische Prinzessin aus dem ersten Teil, klar gemacht.

Die Bösewichtin des Films ist die wunderbare Julianne Moore, deren Headquarter jeden Fallout 4 Fan andächtig auf die Knie gehen lassen dürfte. Super coole 50s Kulisse sag ich nur. Sie ist natürlich die Anführerin des namensgebenden Golden Circle, eines weltweit operierenden Drogenrings. Poppy, so heißt die gute Frau, hat eine Vorliebe für Burger mit sehr speziellen Fleisch und ihre Art des Gang Tattoos dürfte alle unseren deutschen Gangster Rap Nasen ganz fix davon abhalten, eine echte kriminelle Laufbahn einzuschlagen.

Anmerkung der Redaktion für alle Harry Potter Fans: Dumbledore hat ein kurzes Intermezzo im Film.

Eggsy muss derweil beim Dinner mit den Eltern seiner Prinzessin zeigen wo die krasse Allgemeinbildungsharke hängt… was dank Datenbrille und Knopf im Ohr gnadenlos gut funktioniert, eine Technik, die ich für meinen Sohn bei der nächsten Klassenarbeit auch mal antesten werde.

Dann passiert Armageddon, die Apokalypse, das jüngste Gericht, die Hardcore Terminierung vor dem Herrn! Oder wie es Poppy zusammenfasst:

„Die Kingsman sind Porridge.“

Ab da sind Eggsy und Vernon (Mark Strong) auf sich gestellt. Sie tun was alle Männer in dieser Situation tun. Sie betrinken sich und weinen ein bisschen. Als letzter Ausweg und Hilfe in der Not entpuppt sich eine mysteriöse Whiskybrauerei in Kentucky namens STATESMAN!

Et voila & Howdy Partner! Channing Tatum legt einen sauberen Redneck Auftritt hin und ja Leute… ihr habt es erfasst: Kingsman hat einen Ableger in den United States of America. Und dann kommt er, der Augenblick auf den alle, zumindest alle Frauen, gewartet haben: Mr. Darcy ist zurück! Allerdings ohne Gedächtnis.

Wem dieser Name nichts sagt, der ist definitiv Hetero-Single ohne jeglichen Kontakt zu Frauen und hat dementsprechend nie „Bridget Jones“ gesehen. (An dieser Stelle muss ich einen kleinen Minuspunkt vergeben, denn die Codenamen der Statesman sind wirklich beknackt. Aber Hey… Nicht jeder kann mal eben eine Artus Sage als Namensgeber aus dem Hut zaubern.)

So langsam kommt auch raus, (witzigerweise durch einen Auftritt von Sir Elton John), was der großen Kiffergemeinde dieser Welt droht. Merkwürdige blaue Linien zeigen sich bei der BTM User Fraktion und das ist nur der Anfang eines schlimm endenden Leidensweges.

Der Statesman Cheffe, Mr. Großartig alias DER DUDE, die nuschelnde Coolness in Person, Jeff Bridges schickt Eggsy und Whiskey (verkörpert durch Pedro Pascal, den ihr aus GOT und Narcos kennt) los, um Charlie zu finden. Die beiden Agenten müssen dazu aufs Glastonburry Festival und wollen seiner Exfreundin einen Sender unterjubeln.

Wie genau dieser Sender angebracht werden muss will ich hier nicht verraten, dafür ist es zu lustig. Jedenfalls führt das alles dazu, dass sich Tilde einen Joint reinzieht. Das bitte mal im Hinterkopf behalten. Eggsy versucht eine sehr radikale Nummer, die mich sofort an John Wick denken ließ, um Galahad (Colin Firth) seine Erinnerung zurück zu geben.

Zwischendurch gibt es wieder eine wunderbare „Manieren machen uns zum Menschen“ Szene, in der Whiskey ein paar stänkernden Hinterwäldlern zeigt, wo das Lasso hängt.

Kurz darauf macht es BÄÄÄMMM und es enthüllt sich der teuflische Plan Poppys zur besten Sendezeit im TV. Heutzutage kann sich wohl jeder Schurke mal eben weltweit in einen Sender hacken. Jedenfalls ist alles an klassischen Drogen, das die gute Poppy so unter die Leute gebracht hat, sei es Ectasy, Koks, Dope bis hin zum harten Zeug wie Heroin, mit einem teuflischen Virus versehen, und führt innerhalb von 12 Stunden zum Tod.

Sie hat natürlich ein Gegenmittel und eigentlich auch nur ein paar ganz relaxte Forderungen an den amerikanischen Präsidenten, damit sie das Serum unter den vielen Kranken verbreitet. Dummerweise ist der aktuelle Präsident weder liberal noch für eine Legalisierung, was letztlich heißt, dass alle Betroffenen am Arsch sind. In Berlin würden wohl ganze Stadtteile aussterben.

Die Statesman sind nun schnellstens gefordert, um Millionen von Leben zu retten.

Bella Italia, eisige Höhen, Antiserum im Geheimlabor und eine wild gewordene Gondel. Das sind die Indrigenzien für eine wilde Action Szene, die eine ähnlich geile Dynamik entfaltet wie Daniel Craigs Downhill Nummer mit der schwarzen Cessna in „Spectre“.

Es kommt zu Feuergefechten.

Es kommt zu einem Einsatz des Lassos als Lichtschwert.

Es kommt zu einer unvermuteten Tötung.

Und du denkst nur What the…? Aber glücklicherweise reden wir hier nicht über einen David Lynch Film, und es klärt sich später alles auf.

Getreu dem Motto „Reisen bildet“ ist der nächste Schauplatz im Film das schöne Singapur. Dort haben die Kingsman das Hauptquartier der bösen Drogenbaronin lokalisiert. Es wird auch dringend Zeit, denn Amerika baut inzwischen riesige Lager in Stadien, die wie Zombie Knäste anmuten, und interniert seine Bürger.

Eggsy, Galahad und Vernon alias Merlin greifen Poppy an. Für einen der drei Helden, soviel sei verraten, ist es der letzte Auftritt und er absolviert ihn mit Bravour. Nach ordentlich Feuerwerk stehen die obligatorischen Endgegner-Kämpfe an. Unsere tapferen Agenten bekommen noch mal harte Nüsse vorgesetzt, inklusive wieder erweckter vermeintlicher Mitstreiter. Ich persönlich mag während der Kämpfe den Verweis auf Hellboys Golden Army sehr, mal schauen ob ihr wisst was ich meine. Und einem der Killer Dogs geht es ähnlich wie Viserys Targaryen aus GOT. Ein unschöner Tod.

Fazit:

Ich vermisse die englische Kleingangster Klientel aus dem ersten Teil etwas, waren sie doch das originär Englische, was zusätzliche eine erfrischende Note rein brachte. Ich mag die vielen kleinen Anspielungen wie das Zylonen Visier aus Battlestar Galactica bei den Roboter Hunden. Ich fand Halle Berry in ihrer Rolle als nerdige Wissenschaftlerin ähnlich agierend wie bei Catwoman, also da gab es Luft nach oben.

Kingsman 2 wirkt manchmal etwas glatt, hat aber trotzdem eine ganz eigene stringente Ästhetik. Es gibt viele einfach witzige Austin Powers Momente wie zum Beispiel eine Kung Fu Einlage von Elton John im kreischend bunten Feder Kostüm. Und der ganze Film hat ordentlich Tempo trotz seiner Länge. Kingsman 2 ist cooles Popkorn Kino mit vielen visuell überraschenden Momenten.

Und jetzt zurück zum Anfang…

Der Film basiert auf dem Comic „Secret Service“ von Mark Millar. Der gute Mann hat auch WANTED und KICK ASS geschrieben, die einfach der Hammer sind, sowohl als Comic als auch als Film.

Für mich ist Mark Millar seit Jahren der wichtigste Comic Autor. Wo vorher Frank Miller (300) und Mike Mignola (Hell Boy) hervor stachen, steht jetzt er allein auf weiter Flur mit schier endloser Phantasie und Schaffenskraft. Deswegen sichern sich die großen Filmstudios auch für fast jeden seiner Comics sofort die Filmrechte.

Ihr könnt hier in eine Welt eintauchen, die euch sprachlos und begeistert zurück lässt. Ihr werdet die beste Wolverine Geschichte überhaupt (Old Man Logan) kennen lernen, den bösesten Schurken ever (Nemesis), zynische alte Helden voller Herz, die nochmal aufbrechen (Starlight). Der Mann hat es einfach drauf, neue Ideen, die dich wirklich noch überraschen können, aufs Papier zu bringen.