12.09. echoes.03 im Tresor mit DeepChord und Daniel Bell

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FR 12.09.2014 – echoes.03

23:59 h – Globus | Tresor

Globus:

Live: DeepChord (Soma Quality Recordings, Modern Love/ Detroit)
Live: Steve O´Sullivan (Mosaic/ UK)
Daniel Bell (Accelerate, Tresor, Perlon/ Detroit)
Refracted (Connwax/ Berlin)
Max Hill (Work/ Berlin)

Tresor:

Ctrls (Token Records/ DK)
Samuli Kemppi (Deep Space Helsinki, M_Rec Ltd/ FIN)
Mario Berger (Tresor.Berlin)

Es kommt nicht gerade häufig vor, dass eine Party denselben Gast in zwei aufeinander folgenden Ausgaben bucht. Nach dem atemberaubenden Set von DeepChord bei echoes.02 war jedoch klar – wir wollen mehr! In dieser Nacht, in diesem Globus also wieder eines “dieser Rod Modell Sets”. Live. Zur Seite gestellt bekommt der Detroiter mit Steve O’Sullivan gewissermaßen einen geistigen Inselbruder. Um den Wise Caucasian und seine Labels von Bluespirit bis Mosaic kommt man nur schwer herum, wenn es um deepen Post-Basic-Channel-Sound from UK geht. Seine Dub- und Minimalismus-Hörigkeit ist in dieser Nacht, ebenso wie DeepChord, live erlebbar. Als DJ-Verstärkung mit dabei: Daniel Bell. Zum Vater Detroiter Bleeps muss eigentlich nur wenig gesagt werden, höchstens in Erinnerung gerufen, dass er zu Beginn des Jahrtausends für eines der Globuserzeugnisse und post-millenialen Mixmeisterwerke schlechthin verantwortlich war: den Globus Mix Vol.4 „The Button Down Mind Of Daniel Bell“. Und soviel sei verraten: auch in der aktuellsten Inkarnation des Globus ist die Präsenz des Bell’schen Geistes eine wahre Wonne! Mit Refracted haben wir dazu einen aufstrebenden Echohead aus der hiesigen Hauptstadt verpflichtet. Als Produzent noch recht neu am Markt, ist die Welt auf den jungen Produzenten vor allem durch seinen Release auf Canadas Silent Season aufmerksam geworden. Max Hill von der Berliner left-of-centre Dub-Elektronik-Posse Work schließt den lokalen Reigen ab.

Der Keller wird vom Dänen Troels Knudsen aka Ctrls angeführt. Knudsen ist noch einer dieser Produzenten im Sinne der 90er, als elektronische Musik als Feld ein Stückchen inklusiver und offener im Umgang mit Genres und Stilistiken war. Das äußerte sich oftmals vor allem in ellenlangen Aliaslisten. Knudsen hat sich nicht nur als drum’n’bass-Produzent (Pyro), Houser (mit 2400 Operator, u.a. auf Underground Quality) und Industrial Techno Macher (Northern Structures auf Sonic Groove) verdient gemacht, sondern wurde auch je nach Ausrichtung von einem den besten Labels des jeweiligen Genres verlegt. Ctrls, sein aktuellstes Pferd, nimmt sich nun futuristisch ausgerichteten Techno zur Grundlage und erforscht von dort ausgehend umliegende Stilkonfigurationen. Sein Zuhause fand das Projekt denn idealerweise auch im erlauchten Kreis der Token-Posse. In Sachen Stilpluralismus voll up this alley ist der Finne Samuli Kemppi. Sein aktuellstes Projekt ist die Labelmachung seiner Radioshow Deep Space Helsinki auf Radio Basso, einem gigantischen Radioprojekt, auf dem schon halb Radiofinland Sendungen gemacht hat. Deep Space Helsinki, seit jeher mit Juho Kusti betrieben. wurde nach der erwähnten Radioshow erst zur Party und ist seit 2012 schließlich als Plattenlabel am Start. Der Vorsatz ist gleichzeitig der denkbar einfachste wie komplexeste: volle Kontrolle, keine Kompromisse, alles ist möglich. Dasselbe gilt für Kemppis DJ-Sets. Als Resident-Support in dieser Nacht sitzt Mario Berger mit im Echoboot. Ahoi-oi-oi!