11.3. Karneval de Purim im Ritter Butzke

Man hört Besucher der Clubszene in Tel-Aviv öfter sagen, dass die Einheimischen dort wissen wie man feiert als gäbe es kein morgen. Mit dieser Einstellung entstand vor vier Jahren Karneval de Purim: Berlins Version der riesigen Straßenfeste Tel-Avivs, die während des Feiertags „Purim“ dort stattfinden. Gepaart mit Berliner Techno-Hedonismus und israelischem Talent wartet bei Karneval de Purim die wohl wildeste Nacht der Stadt auf euch:

Karneval de Purim
Samstag, 11.03.2017, 23:55 Uhr
Ritter Butzke
Ritterstr. 26, 10969 Berlin

Foto Kredit: Igor Kruter Photography, Tel-Aviv

Musik von: Shantel, Jake The Rapper, Kiki, Mario Aureo, Lt.Dan, Marion Cobretti, Zigan Aldi and viel mehr.
Specials: Kostüme, Makeup Artists, palestinänsicher-israelischer Hummus from Kanaan, Purim Basket, Tubi 60 und mehr.

Wir schreiben das Jahr 2009. Zwei Freunde aus Potsdam landen am Flughafen Ben-Gurion in der Nähe von Tel-Aviv und machen sich auf den Weg in die rastlose Stadt. Wir katapultieren ihre Taschen aufs Sofa und brechen sogleich in Richtung der Straßen von Florentin auf. Basswellen schwemmen uns in die Menschenmenge, bestehend aus Vögeln, Reptilien, Cowboys, Borats und die verrücktesten Kostümen, die man sich nur vorstellen kann. Nachdem sich der anfängliche Schock gelegt hatte, fingen die Gäste an, Fragen zu stellen. „Ja, im Grunde ist es ein religiöser Feiertag.“ antworten wir. „Aber wahrscheinlich sind nur sehr wenige der vielen Tausend Anwesenden tatsächlich religiös.“

Genau das war für sie schwer nachvollziehbar. Für diejenigen, die größtenteils in Europa aufgewachsen sind, entspricht ein Jude dem kollektiven Gedächtnis nach, einem orthodoxen Wesen, was sich am Rande der Gesellschaft tummelt. Das Zelebrieren eines jüdischen Feiertages wird ihnen zu folge mit in schwarz gekleidetem Chassidim und tanzenden Rabbinern gleichgesetzt.

Wäre es möglich, dass eine jüdische Kultur unabhängig von der Religion existiere? Wahrscheinlich nicht. Aber hier sind wir nun, in Berlin, und feiern einen fabulösen Feiertag ganz im Sinne der lokalen Untergrund-Musik Szene; eine Kombination aus Tradition und spontanem hedonistischen Aufbegehren. Wikipedia besagt, Folklore sei die Verkörperung einer expressiven Kultur, welche von einer bestimmten Gruppe an Menschen geteilt würde. So betrachtet, dreht sich Purim um das Licht und die nicht-aufgeladenen Aspekte der jüdischen Kultur. In anderen Worten: als jüdische Folklore in ihrer offensten, pluralistischsten und inklusivsten Form. Vielleicht ist es genau das, worauf der Karneval de Purim hinaus ist.

Man hört Besucher der Clubszene in Tel-Aviv öfter sagen, dass die Einheimischen dort wissen wie man feiert als gäbe es kein morgen. Und so entstand vor vier Jahren, aus einer kleinen jüdischen Studentenparty, Karneval de Purim. Berlins Version der riesigen Straßenfeste Tel-Avivs, die während Purim dort stattfinden. Purim steht für den farbenfrohsten Feiertag der jüdischen Kultur. Gepaart mit Berliner Hedonismus und israelischem Talent wartet bei Karneval de Purim die wohl wildeste Nacht der Stadt auf euch.