Techno Clubs Berlin

TECHNO IN BERLIN: Clubs mit elektronischer Musik

Berlin ohne Techno ist undenkbar. Niemand würde je anzweifeln, dass normale Clubs hier elektronische Musik spielen. Es gibt in Berlin auch Mainstream Diskotheken, aber sie führen ein wohlverdientes Nischen Dasein. Wenn man von Berlin schwärmt, meint man damit meist diese eine besondere Erinnerung, irgendwo auf dem Dancefloor oder auf einer Wiese, umhüllt vom Bass, den Strings und die Hi-Hats mit den Händen in der Luft nachfahrend. Alles andere an Berlin kommt dann irgendwann später… die Clubs sind übrigens alphabetisch innerhalb der Bezirke gelistet. Da es in Berlin zur Normalität gehört auch Montags, Dienstags, Mittwochs und Donnerstags in Clubs zu gehen, findet ihr unter den Bezirken alle, regelmäßig in der Woche, stattfindenden Partys.

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag in Berlin

Falls ihr nach „elektro party berlin heute“ gesucht habt, sorry Leute: Der Begriff Electro bzw. Elektro wird gern und oft missverständlich genutzt. Ihr meint damit Techno- oder House-Musik, die zwar mit Electro verwandt sind, inzwischen aber als eigene Musik-Genres bestehen. (Nicht zu vergessen: Electro Funk, Electroclash, Electro Pop und Electro Punk.) Mein Verständnis von Electro wäre am ehesten: Afrika Bambaataa mit Planet Rock [1983] und später alles von Drexciya. Und natürlich die Underground Resistance 003 namens Final Frontier.

Der Electro, den ihr sucht, ist letztlich wieder eine Subkategorie der beiden Genres House und Techno. Das kann Techhouse, Detroit Techno, PsyTrance, Deep House oder Minimal sein. Dafür stehen in Berlin allerdings eine ganze Latte an Clubs zur Verfügung. In Berlin ist fast jeden Tag irgendwo eine Techno Party, denn neben rund 900 Kneipen sind hier 190 Bars und Clubs beheimatet. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Das Gespenst des Clubsterbens geht um in Berlin, und daran ist keineswegs nur die Verdrängung durch Gentrifizierung schuld. Johnnie Stieler, Macher des Horst Krzbgs, eines Clubs der sich durch spannende und außergewöhnliche Bookings auszeichnete, meinte schon 2013, es gibt zu viele Clubs.

Als Partystadt ist Berlin mit dieser Vielfalt aber auch Weltspitze. Keine andere Stadt ist mit so vielen Clubs in den Top 100 vertreten, ergibt das Voting des britischen Magazins „DJMag“. Und so ist sicher einer der Gründe, dass in Berlin jeden Tag irgendwo eine „Elektro“ Party statt findet, das Abschöpfen der Zielgruppe, an Tagen, an denen die Platzhirsche wie Berghain ihre Pforten geschlossen halten und natürlich für die Leute, die in den Clubs arbeiten, und selbst mal feiern gehen wollen.

Techno als Lebensgefühl und Mittel zum Kohle machen

Die neue Generation startete ab 2000, also eher Berghain statt E-Werk. Dieses Ding Techno und Berlin, das gibt es seit nunmehr 30 Jahren. Es wird nicht weniger, es wird nicht schlechter, es durchläuft immer wieder Aneignungsprozesse, hat seine Major Stars, aber endet doch immer in noch nicht entdeckten Löchern, denn diese Energie, die Techno einfach hat, ruft immer wieder Leute auf den Plan, die ebenjene 90er zu ersten Mal erfahren und Teil des Ganzen sein wollen. Die Leichtigkeit ist etwas weg, es ist eine, wenn auch subtile Selektion nach Coolness hinzugekommen, die früher nicht unbedingt da war, und sich im Gegensatz zu früher, auch weitaus schwerer rechtfertigen lässt, sind doch die Informationen viel offener verfügbar und der Anspruch gesunken. Es gab ein kurzes Aufflackern, wieder so etwas wie Szene zu etablieren in den frühen 2000er Jahren, aber jetzt ein Jahrzehnt später, ist Techno in Berlin ein Image, dass man eher pflegt als ernsthaft lebt.

Das Clubsterben ist eher eine Krankheit der Berliner Mitte

Berlin ist mit Clubs, die elektronische Musik spielen, mehr als reich gesegnet. Schon ewig rollt der 4/4 Takt. Trotz hoher Fluktuation habe ich das Gefühl, dass gerade die Zahl der Clubs eher wächst. Dazu kommen noch Micro Clubs wie BulBul und Promenaden Eck. Im Wedding sind das einzig der Humboldthain Club, am Ostkreuz das ://about blank und in Kreuzberg das Aeden (das sich aus dem ehemaligen Burg Schnabel und Chalet zusammensetzt) und das Gretchen am Start. Die Berliner Clubkultur lebt noch, auch wenn gerade im Prenzlauer Berg ein extremes Clubsterben eingesetzt hat. Icon, Knaack, Phono Club und Klub der Republik sind weg, wobei letzterer in der Willner Brauerei auferstanden ist, die allerdings auch schon wieder verkauft wurde, also auch weg.

Das Knaack soll auch wieder in der Nähe des Mauerparks aufmachen, aber wann steht irgendwie in den Sternen. Übrig geblieben sind ansonsten nur Bassy,  Duncker und ein paar weitere Locations, die alle nicht gerade als Technoläden, oder House Schuppen bekannt sind. Alles in hat der Prenzlauer Berg schon lange kein prickelndes Angebot mehr für Leute die Electro, Minimal, House, oder ganz klassisch Techno hören wollen.

Mitte ist auch nicht mehr was es mal war, und die Stimmen der Veranstalter mehren sich, dass die Clubkultur in Mitte wohl doch langsam ausstirbt und das tanzende Partyvolk Richtung Kreuzkölln und Ostkreuz weiterzieht. Lichtenberg wird dank Sisyphos und Funkhaus auch schon als neuer Hipster Kiez gehandelt, wobei es mit dem Ende der Rummels Bucht eine der wichtigsten Clubs Institutionen Berlins getroffen hat. Mit OXI und VOID sind am Rande Fhains schon fast mehr Clubs in einer Straße (Wiesenweg), als in ganz Zehlendorf. Unterm Strich sind in Berlin Mitte noch das Golden Gate und Cookies geblieben, wobei letzteres im Sommer 2014 zu einem SchickiMicki Restaurant mutierte.

Mit dem Beate Uwe hat sich sogar wieder ein Club Richtung Alex gewagt. Dazu kommen natürlich noch die Open Air Location Else Club, der Ableger der Renate und das RSO.BERLIN (Revier Südost) von den Griessmuehle Machern, die mal zum Konglomerat ZMF, Brunnen70 gehörten. Crack Bellmer und Farbfernseher (jetzt BulBul) gehören hier auch rein. Und das Berghain…

Was schließt, öffnet auch wieder… mit anderem Namen

Das Kater Holzig, der Nachfolger der Bar25 ist leider auch seit Anfang 2014 dicht. Dafür machte dann aber auch ratzefatze der Kater auf der anderen Uferseite auf. Dann natürlich der Kit Kat Club, ein Urgestein in der Berliner Clubszene, der jetzt im Sage beheimatet ist. Das L.U.X. steht, was die Definition von Clubs angeht, etwas abgewandt, schließlich heißt die Abkürzung “ Leiseste Unterhaltung Kreuzberg. Der LichtPARK wiederum war eine Open Air Location, also in den Wintermonaten ist da eher tote Hose. Hat irgendwie auch zugemacht, und ist wieder auferstanden als Rampe. Und wurde ebenfalls platt gemacht für GentrifizierungsLuxusBauten.

Das M.I.K.Z. gehörte zum Reavler „Technostrich“ und war auf dem RAW Gelände beheimatet. Benannte sich im Herbst 2014 in Spirograph um, lief ein paar Wochen, und wurde dann von der Neuen Heimat geschluckt. Die hielt ein paar Bauliche Auflagen über einen längeren Zeitraum nicht ein, und durfte sich ebenfalls verabschieden. Alles weg.

Das MAGDAlena – ehemals Maria / ADS Club ist der Laden von Ben de Biel und steht unverkennbar für die härtere Gangart. Der Vertrag ist auch ausgelaufen, hier ist jetzt das YAAM stationiert. Die Magdalena ist dann an der Elsenbrücke, in direkter Nachbarschaft zur Wilden Renate und Else beheimatet gewesen. Da ist auch Ende, das Ding heißt jetzt 1Stralau > Osthafen > Club Ost > OST.

Wenn im Prince Charles nichts los ist, kann man ja ins Ritter Butzke, oder wahlweise auch ins Gretchen. Club Hopping ist seit Jahren… ach Quatsch seit Jahrzehnten Standard im Berliner Nachtleben. Man kann auf unterschiedlichen Floors die Milchkaffees und Lieferpizzen abtrainieren und mal nicht an Deadlines, Budgets, Arbeitsamt, miese Vermieter und ähnlichen Kram denken.

Ein eher technoides Klangkonzept erwartet dich im Lokschuppen (Ex- SUICIDE CIRCUS) auf dem RAW (Reichsbahn-Ausbesserungswerk) Gelände. Dort beheimatet sind ebenfalls: Cassiopeia, Crack Bellmer, und Badehaus Berlin.  Nicht weit entfernt ist die Renate, ein abgerockter Laden mit herabgerissenen Tapeten, zusammengestoppelten Sitzgelegenheiten. Es dominieren natürlich Electro- und Minimalsounds.

Der Tresor bietet auch nach seinem Umzug straightes Techno Programm. Natürlich regen sich manche übers Publikum auf, aber das war nie wirklich anders und dürfte für fast jeden größeren Club gelten. Das Stattbad Wedding war nicht nur ein reiner Club, sondern bot neben dem Boiler Room auch diversen Ausstellungen zum Thema Streetart Platz. Interne Streitigkeiten führten zu einer Anzeige beim Amt und zur Schließung.

Wie alles begann…

Der Erfolg der Berliner Technokultur seit 1989 hat viel mit der Maueröffnung zu tun. Ohne den Osten hätte Berlin heute nicht diesen Stand als Techno City. Schätzungsweise ein Drittel der Gebäude mit über 25.000 Wohnungen im Osten Berlins standen einfach leer. Und nicht nur Wohnungen, sondern auch Läden, Keller, Werkstätten, Betriebe… es gab jede Menge Raum, und niemand der diesen einem streitig machte. Es gab 150 besetzte Häuser. Die Aneignung der brachliegenden Räume ermöglichte dieses Aufblühen einer neuen vollkommen unabhängigen Szene. Als Keimzelle der Berliner Clubkultur darf das UFO gelten, das 1988 in einem Keller in Kreuzberg eröffnete. Aus dem UFO ging dann 1991 der Tresor hervor. Johnny Stieler entdeckte die Location und Dimitri Hegemann baute den Tresor Raum des Wertheim-Kaufhauses am Potsdamer Platz zum Club um.

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