Berlin Markets unterstützt Berliner Künstler und bringt sie euch direkt von der Straße auf die Plattform. Unser Anliegen ist es, nicht nur eine Auflistung von Produkten zu präsentieren, sondern auch die Geschichte hinter dem Print, der Keramik, oder dem Shirt zu erzählen. Deswegen waren wir die letzten Wochen auch unterwegs und stellen euch die Künstler und ihre Werkstätten und Studios vor. Wir wollen die Menschen zeigen, deren Arbeitsweise und Umfeld. Wusstet ihr, dass Brookesia seine Werkstatt im Gebäude des About Blank Clubs hat? Oder dass das Stattlab Kollektiv früher mal im Stattbad Club beheimatet war? Habt ihr euch mal gefragt, wer jetzt in der alten Zigarettenfabrik an der Schönhauser Allee wohnt oder wo man auf der Sonnenallee coole Fashion findet? Diese Interview Reihe ist auch brisanten Fragen nachgegangen. Wir wollten wissen, was an der Berliner Kunstszene nervt, oder was der schlimmste Upfuck im Kunst Business war. Spannend sind auch die Antworten, welche Galerien/Ausstellungen in Berlin wichtig sind, ob die interviewten Künstler von ihrer Arbeit leben können und wie Berlin ihre Arbeit beeinflusst hat. Mit dieser Serie an Interviews bringen wir euch tiefer in die alternative Berliner Kunst Szene, und zeigen euch die Gesichter hinter Produkten, die ihr vielleicht sogar schon mal gesehen habt.

NIGHTLIFE BERLIN gibt dir eine Übersicht zu allen Parties, die wir selbst eintragen oder die von Clubs bzw. Veranstaltern ins Redaktionspostfach laufen. Der Fokus liegt auf elektronischer Musik ohne Chichi drumherum. Es wird natürlich selektiert, und was für gut befunden wurde, landet als schicker Artikel hier. Das ist auch der Unterschied zum Terminkalender DATES im Menü, wo du die täglichen Listings findest. Festivals und Open Airs, ebenso Fashion Events sind auch nochmal im Menü extra gelistet.

Hier gibt seit Jahren all die Berliner Open Airs aufgelistet, die in den Parks dieser Stadt so laufen. Hinzu gekommen sind mittlerweile auch andere Großstädte und alles, das nicht direkt in einer Metropole liegt, ist unter Sonstiges zu finden. Für das Stattfinden von Open Airs kann ich keine Garantie abgeben, da kann auch mal einer die Autobatterie vergessen haben, der Transporter ist verreckt, die Polizei war schon da oder oder oder…

Ein Magazin über die Clubszene zu machen und dabei keine RELEASES vorzustellen, wäre in etwa wie ein DJ Pult ohne 1210er. Die Kategorie ist unter MUSIK einsortiert, wo du noch ne ganze Ecke mehr Zeug rund ums Thema findest. Zusammengestellt ist das alles aus Zusendnungen von Labels, Clubs oder eigenen, meistens auf Soundcloud oder Whatpeopleplay, gefundenen Tracks. Du kannst dir also sicher sein, dass sehr gut vorgehört wurde.

In den letzten Jahren hat es förmlich eine Flut an neuen Festivals gegeben und es werden nicht weniger. Neben vielen absurden Events, die nichts mit Musik und der Grundidee eines Festivals zu tun haben, sind aber auch eine Menge verschiedener guter Sachen aus der Taufe gehoben worden. Diverse Open Air Kollektive und Club Macher haben sich gewagt, und stellten selbst Festivals auf die Beine, die den Sommer zu einem einzigen Open Air Fest machen. Berlin und seine Umgebung haben eine Flut an neuen Festivals zu bieten.

Für ein Berliner Magazin ist BERLIN natürlich auch Thema. Was passiert in der Clubszene? Wie entwickelt sich das mit den Open Airs? Wer ist irgendwo bekokst ausm Fenster gefallen? Welche Clubs müssen schließen? Der Gossip dieser Stadt könnte mühelos eine kitschige  Vorabendserie voller Drama füllen,  aber es gibt auch jede Menge ernste Themen, gerade was die Verdrängung und versuchte Anpassung Berlins an „Normalität“ angeht.

KONZERTE fällt auch unter DATES. Hier geht es musikalisch ganz klar mehr in Richtung Indie, Hip Hop und Rock, aber auch elektronische Musik, die eher experimenteller Natur ist. Der Club Gretchen, Astra, Bi Nuu oder Festsaal Kreuzberg werden hier öfter auftauchen. Ein Konzert kann auch eine Party sein, aber eben nicht immer, deswegen die Trennung zu NACHTS.

Auch den ganzen Kunstschnöseln bieten wir Platz, denn Kunst heißt jetzt ART und ist ein lebendiges Feuerwerk, gerade in Berlin. Wir haben die Art Week, die Berlin Graphic Days, Street Art an jeder Ecke, Open Air Galerien auf der Oberbaumbrücke, das Gallery Weekend, Art Clubs wie die Anomalie… ja das gehört definitiv hier ins Magazin.

Die CLUBMAP zeigt dir die wichtigen Berliner Clubs, sortiert nach Style und Kiez. Hinter welcher Tür die guten Bars fürs Vorglühen und Ausheulen zu finden sind, sagen wir dir auch. In welchen Parks laufen Open Airs? Steht hier! Check auch mal die Overview zu den Berliner Plattenläden und lösch deinen Spotify Scheiß. Wir haben natürlich einen Festivalkalender, dazu schnieke Bilderserien von Events wie Fete de la Musique oder Republica und Streetart Ausstellungen. Infos zur Clubkultur deutschlandweit kannst du dir auch abholen. On Top gibts Empfehlungen zu Musikreleases und Labelvorstellungen.

Das Magazin ist seit 2007 am Start und hat sich vom Print, (früher war die CLUBMAP wirklich eine Faltkarte) hin zur reinen Online Ausgabe entwickelt. Die gute alte Techno Map fiel dem Internet zum Opfer, könnte man sagen. Die CLUBMAP ist mittlerweile nicht nur redaktionell unterwegs, sondern auch Mitorganisator beim ZUG DER LIEBE, und bei OPENAIR TO GO. Wir aktualisieren auch das CLUBKATASTER des Musicboards Berlin.

Wie definiert man die besten Clubs in Berlin? Es gibt jährliche Rankings von Musikmagazinen, die anhand von User Votings bestimmt werden. Das ist sicher irgendwo auch objektiv durch die verschiedenen Faktoren, aber kann der Club dich wirklich abholen? Immer? In jeder Stimmungslage, auch wenn esr nicht bereits dein zweites Wohnzimmer ist, weil dir das Gemäuer viel mehr wert ist, als das Booking in dieser Nacht, und du Barleute und Türsteher schon kennst?

In all den Jahren, in denen Techno mein Leben begleitet, gab es immer zwei Fraktionen. Die, die lieber kleine Clubs haben, wo sich die Engergie auf dem Dancefloor schneller entfalten kann, wo der Sound eher housig ist, und Verlaufen eher schwierig. Das Gemeinschaftsgefühl, dass Techno produzierte, ist in der dritten Generation nicht mehr so greifbar, wie in jenen Anfangstagen, als alle das Gefühl hatten, an etwas besonderem teilzuhaben. Kleine Locations haben da heute ganz klar einen Vorteil, weil sich sich zuerst mit den Leuten füllen, die Bezug zum Club oder Veranstalter haben, und mehr Kommunikation im Raum ist.

Große Clubs bedienen immer mehrere Zielgruppen. House. Goa. Techno. Manchmal auch noch ein Trash Floor oder gleich Hiphop mit dazu, was zwar mehr Clubgänger abschöpft, vielleicht aber auch nicht kompatible Gruppen zusammen führt. Zwei unterschiedliche Spielarten elektronischer Musik sollten das Maximum sein, Überangebote sind selten effektiv.

Wie definiere ich, ob ein Club gut ist und welche Faktoren muss ich dabei unabhängig vom Club selbst beachten?

Ein Tourist, der nach Berlin kommt, um hier tief in die Clubs einzutauchen, wird sich erst mal einen Dreck darum scheren, ob ein Club und seine Posse als elitäres Kokservolk innerhalb der Szene verschrien ist, oder ob dem Club der Ruf nachhängt, voller Atzen zu sein. Er wird wird feiern wollen, und happy sein, dass er irgendwo rein gekommen ist. Sicher kann es auch ihm passieren, dass er als Hipster Schöngeist aus Londons East End, dann keinen Bock hat auf Millwall Pendants zu treffen.

Er wird sich auf englischsprachigen Blogs etc. informiert haben, was in Berlin gerade hip ist, und darauf vertrauen müssen, was ihm die Top10 Ranking Artikel so vorbeten. Hier gewinnt allerdings SEO und Reichweite durch starkes Marketing vor Qualität. Teilweise können die Clubs sogar schon wieder geschlossen sein, aber noch im Netz als der TIPP schlechthin angepriesen werden.

Der Berliner will immer wieder Neues entdecken, am besten sogar Trendsetter sein, und einer der ersten, der BESCHEID wusste. Für einen neuen Club bedeutet das auch: Wie halte ich nach sechs Monaten mein Publikum, sofern ich es denn geschafft habe, direkt zu Anfang auch richtig zu zünden.

Das führte in der Vergangenheit zu diversen Umbenennungen von Clubs oder zu Facebook Events, in den der Location Name zwar verschleiert, aber durch die Nennung der Adresse klar identifizierbar war. Ein billiges Instrument um Awareness zu erzeugen, und um im Ranking der besten Clubs zu steigen, eher kontraproduktiv.

Wo also ansetzen? Wie im Online Marketing entpuppen sich User Bewertungen als gutes Tool, um vorzufühlen, was dich erwartet. Google und Facebook bieten da genug Lesestoff, es sei denn der Club verweigert sich beiden, und niemand schrieb ein paar Zeilen. Newsletter sind eine gute Quelle, geben sie auch ihrer Sorgfalt ein auch ein gutes Bild zum Club. Der Informationsgehalt gibt auch wieder, ob man es möglich ist, überhaupt was über die Artists zu schreiben. Umso mehr lustige Herz Icons und Links zu nichtssagenden Facebook, Soundcloud und sonstigen Profilen auftauchen, anstatt einer kurzen Description, umso günstiger war wohl das Booking.

Die Clubszene Berlins. Abgelutschter als der Hype, dann wieder spannender als man denkt. Immer wieder werden die gemeinsamen Drogenexzesse beschworen, gelacht über das Einpennen im Berghain, das Vollkotzen des Taxis Sonntagnacht und über das ewige +1 auf FB Events gemeckert. Und überhaupt ist Techno sowieso das Leben schlechthin. Zumindest bei Hotze. Aber sonst? Die Berliner Clubkultur hat es geschafft, dass, wenn von Clubs die Rede ist, niemand dabei an Mainstream Diskotheken denkt, sondern direkt an Techno Clubs. Das hängt sicher damit zusammen, dass durch das perfekte Timing von Mauerfall, und dem Aufkommen von Techno, der Freiheit (fast alles zu machen) und viel Leerstand in Ostberlin, der in der DDR gängige Begriff für eine Disse, nämlich Club einfach übernommen wurde. Diese Theorie werde ich mir auch nicht streitig lassen machen.

Nachdem Techno in den 90ern vorüber gezogen war, kam auch in den 2000ern der Indie Rock mit Bands wie Franz Ferdinand, The Strokes oder White Stripes zurück. Die Szene rund um Loophole, Backyard, Raum für drastische Maßnahmen, Urban Spree und ZKU hat es wunderbarerweise auch geschafft, Kunst & Kultur mit Party zu verbinden. Das Berghain, Watergate, Suicide Circus, Sisyphos, About Blank, Tresor, Mensch Meier und Heideglühen bestimmen elektronisch den Ton. Astra, Lido, Musik & Frieden, sowie Bi Nuu sind in Berlin fürs Headbangen zuständig. Die Soul, Funk und Rapper Ecke wird von Prince Charles, Cassiopeia, Yaam und St. Georg abgedeckt.

Techno in Berlin vollzog diverse kreative Mutationen von Techno mit Breakcore, Detroit Techno, Doomcore, Dub-Techno, Gabba, Happy Hardcore, Industrial, Minimal Techno, Progressive, Schranz, Speedcore, Tech House, Trance. Mittlerweile frisst, wie auch in den 90ern, der Erfolg die Szene und gebiert gruselige Auswüchse wie EDM und Neue deutsche Deephouse Welle. Techno wurde in 25 Jahren schon so oft tot gesagt, aber auch dieser Kelch wird vorübergehen. Zudem ist eine neue Generation ist am Start, denen E-Werk, Turbine und Planet zwar nichts mehr sagen, aber die ihre eigenen Idee von Techno entwickeln wie zum Beispiel die Anomalie.

Techno in Berlin erfindet sich aber auch immer wieder neu, und das ist gut so, denn das reine Bewahren passt nicht zu dieser Musik, die ebenso im Wandel ist. Techno selbst, das vielgepriesene Elixier für Seele und Ohren aber läuft nicht mehr so häufig in dieser Clubszene. Hier muss auch kritisch gefragt werden: Ist es dem jüngeren Clubvolk zu hart? What happens? Vergleicht man die Line ups, so ist brachiales Geschepper mit ordentlich Bass in den wenigsten Locations zu finden. Wenn man sich heute darüber echauffiert, dass im Tresor halb Hellersdorf vertreten ist, dann muss man sich aber auch fragen, warum war ich denn nie da, sondern in den ganzen anderen gehypten Clubs, die gar kein Techno spielen. Ist das wirklich meine Musik, oder mag ich nur diesen Ableton Live Kram? Ist mir Techno eigentlich viel zu rauh und passt nicht zu meiner skinny Jeans? Techno ist ja auch ein Lebensgefühl, so sagt man jedenfalls.

Die Frage stellt sich jedoch, ob diese heutigen Parallelszenen innerhalb der Technokultur, diese Ideale, also Frieden, Toleranz, sexuelle Freiheit und Hedonismus noch aufgreifen? Viele Berliner Clubs sind letztlich Diskotheken für Besserverdienende und ganz sicher kein Hort mehr, für eine, als alternativ zu betrachtende, Jugendkultur. Berlin ist in puncto Türpolitik, Neidverhalten, Mobbing, Schmährede, Ignoranz, Elitedenken und Arroganz ziemlich weit vorne und dummerweise wird diese, seit Jahren andauernde Entwicklung, vielerorts auch noch begrüßt.

Und trotzdem ist es die beste Stadt der Welt, ist die Clubszene einfach großartig und jeder, der was anderes behauptet, kann einfach mal sein Knie für sexuelle Handlungen nutzen.

Clubs in Berlin und das Durchatmen auf dem langen ruhigen Fluss…

Das Berliner Nachtleben gehört zum spannendsten und kreativsten Nachtleben der Welt, und Clubs wie Berghain oder Watergate sind feste Größen im internationalen Business für elektronische Musik. Alle angesagten Clubs, Discos und Bars in Deutschland scheinen wirklich in Berlin zu sein. Wobei… nein das ist falsch und nicht fair. Hamburg, Köln, München, Dresden, Rostock… sie alle haben ihre eigene gute Szene. Berlin hat kein geheimes Elixier im Wasser, dass nur hier Besonderes wachsen lässt.

Ebenso wahr ist, dass es neben dem großen Hype in Berlin immer noch eine andere Szene gibt, die einschlägige Touri Guides und Club Listing Pages glücklicherweise nicht aufführen, obwohl man sagen muss, dass es hier doch wirklich fix geht. Jeder neue Club ist fast so gehypt wie die Geburt des Kids dieser beiden englischen Trolle die kein Mensch mehr braucht. Schließlich heißt es ja „God save the Queen“ und nicht God save the Queen und deren gesamte Nachfolgschaft“ Clubs wie der Farbfernseher bitten schon darum, nirgendwo gelistet zu werden, das Mensch Meier hält sich komplett aus Facebook raus. Rummels Bucht schaltet seine VAs immer noch auf privat. Foto Verbote dehnen sich weiter aus. Man hat das Gefühl, hier wechselt sich eine Welle nach der anderen ab und es gibt in den Clubs in Berlin nur ein kurzes Aufatmen, bevor die nächste Fashion Week, Berlinale oder Fete de la Musique, Zug der Liebe wieder dran sind. Dazwischen noch die Berlin Music Week und gefühlte fünftausend Festivals, bevor wieder alle an Silvester durchdrehen. Wenn das Leben wirklich ein langer ruhiger Fluss sein soll, dann müsste er in der Berliner Version voller Partyboote sein.

Die GEMA Diskussion brachte mehrere schlummernde Gedanken zum Vorschein.

Wenn ich auf mal eben 20 Jahre auflegen zurückblicke, (dazu muss ich auch sagen, dass spätestens 2000 für mich Schluss war mit professionellem Auflegen), so sehe ich doch eine Entwicklung, die es dem DJ Nachwuchs verdammt schwer macht, noch davon zu leben.

Schwarzarbeit in den Clubs gab es immer und der Cash, den man dabei an der Bar, hinterm DJ Pult oder auch an der Tür einstreichen  konnte, war nicht ohne. Theoretisch (und auch praktisch) arbeitete man von Freitag bis Sonntag und der Rest der Woche war entspanntes Chillen inklusive um 13 Uhr aufstehen. Mit 250 bis 400 Mark pro Gig kam man durchaus auf 2500 Mark im Monat und da man keine Rechnungen unterschrieb, war man komplett außerhalb des Systems.  Dann kam die Techno Gentrifizierung, es wurden Stars gemacht, die Bookings professioneller und damit auch gern die alten Residents gekickt, ebenso wie der junge Nachwuchs… das Sytem wurde umgestellt von heißem scharzem bitterem UR Filterkaffee auf, im Mainstream, erfolgreiche Künstler. Das führte sicher nicht zu besseren Sets, aber zu größeren Hallen mit mehr Getränkeumsatz.

Damit verschwand die erste oldskool Riege von den Flyern und machte Platz für den Ausverkauf des sogenannten Spirits. Was folgte, war die Digitalisierung des Equipments. Traktor und Serato hielten Einzug und Jungs dachten nur noch daran, dass ja die DJs die Mädels abbekommen (Es sind übrigens eher die Barkeeper…) Jeder wurde DJ, aber viele schauten verwundert bei der Frage nach 1210ern und letzten Endes konnte keiner wirklich von den 50 Euro Gage mehr leben.  Das war jetzt nicht so ein Drama, schließlich gibt es ja auch sowas wie Lehrstellen und das Land braucht schließlich Bäcker weitaus nötiger als DJs.

Diese zweite Welle war nun bzw. ist nun bedroht von der GEMA Debatte, denn auch hier gilt wieder, werden jetzt alle ECHTEN Daten aufgeführt, also:

Größe des Clubs
Anzahl der Gäste
etc.

Das führt zu einer weiteren Aussortierung, durch Reduzierung der Clubs, durch mainstreamlastigeres Programm und dem Einkauf von DJs, die keine DJs mehr sind.

Wie definiert man DJ?

Als technisch versierter DJ der sogar mit drei 1210ern einheizt?
Als Produzent mit jeder Menge Knöpfe und Drehreglern und 3 Apple Notebooks?
Oder eben als reine Show wie Guetta, Deadmaus, Skrillex und Konsorten?

Wir als Clubgänger sollten uns klar darüber sein, dass wir für einen „Topact“ die 30 Euro Eintritt hauptsächlich in eine Show investieren, oder lieber nen 10er bezahlen, für einen Abend von dem man erwarten kann, dass man zum Tanzen und Feiern animiert wird. Sonst wird das nix mit dem Nachwuchs.

Subkultur: in komplexen Gesellschaften eine Lebensweise von in sich abgeschlossenen ethnischen, beruflichen oder altersmäßig gegliederten Gruppen, deren Normen zu den herrschenden Konvention der Gesamtgesellschaft kontrastieren. Die Subkultur wird in Berlin gern als treibende Kraft für die Attraktivität dieser Stadt genannt. Sie ist schwer dingfest zu machen, scheinbar überall präsent und mutet fast an wie die Geschichten über Elfen und Trolle auf Island.

Subkultur ist vornehmlich eine Sache derer, die nicht die nötigen Mittel dafür haben, eine klassische Vergnügungsstätte mitten in der Stadt finanziell zu stemmen. Subkultur heißt, rein auf den Raum begriffen, dass ihm entweder signifikante architektonische Merkmale abhanden gehen, die für eine ordnungsgemäßen Betrieb notwendig sind wie Brandschutzablagen und richtige Toiletten oder ganz auf einen festen Raum verzichtet wird und öffentliche Parkanlagen für Open Airs genutzt werden. Ebenso werden, wie auch in den 90ern, leer stehende Gebäude kurzerhand zu Partyräumen umfunktioniert, wobei hier traurigerweise bekannte Locations schnell zu verlassenen Fabriklofts hochgepriesen werden. Subkultur ist gleich Underground und ein nicht zu unterschätzender Attraktivitätsfaktor beim Verkauf von Eintrittstickets weil die Berliner Szene sich gut monetarisieren lässt, was vor dem Hintergrund, das die meisten Locations mittelständische Unternehmen, sind manchmal etwas albern wirkt.

Subkultur ist natürlich auch oder gerade in musikalischer Hinsicht eine klare Definition, derer die sich abtrennen wollen vom Mainstream. Dummerweise hat der Mainstream in den letzten Jahren mehr und mehr Sounds, Ideen, Habitus, Gestaltung und Mode der Subkultur aufgegriffen und sie sich so weit einverleibt, dass diese Verschmelzung sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass Jugendkulturen heute ad acta gelegt werden können, die noch in den 90ern stark präsent waren.

Eine musikalische Vielfalt, die sich in diverse Sub Genres aufteilen lässt ist nicht mehr existent und hat dementsprechend auch keine signifikante Jugendkultur hinter sich, mal von Hiphop abgesehen. Spotify Algorithmen, Streaming, MP3… all diese Faktoren, plus einer, immer raffinierter werdenden und günstigeren, Möglichkeit Musik zu machen, haben dazu geführt, dass letztlich ALLES, wie es schon immer von Musikkritikerzynikern genannt wurde, doch nur POP ist.

Interessant bei der Berliner Subkultur ist die sofortige Ablehnung von Musik oder Individuen die damit kommerziellen Erfolg feiern können. Mir ist immer noch nicht klar, ob das schlicht und einfach Neid ist, oder die Angst, dadurch etwas von seiner Subkultur an ganz normale Menschen abgeben zu müssen, die somit etwas gut finden können, das man abgeschottet für sich in seiner kleinen elitären subkulturellen Welt behalten wollte. Dass ein solches Denken überhaupt noch existieren kann ist mehr als verwunderlich und zeigt, dass die jüngere Generation sich nicht mit der Historie, gerade im Bezug auf Techno, auseinandergesetzt hat, denn diese Entwicklung gab es schon öfter und, rein auf die Club Generationen seit 91 gezählt, mindestens dreimal.